Wiederentdeckt: Big Puma Fungus Austroomphaliaster nahuelbutensis
Das Bild zeigt die Pilze des ansonsten unterirdisch lebenden Big Puma Fungus (Austroomphaliaster nahuelbutensis). Die Art wurde zuletzt in den 1980er-Jahren nachgewiesen und galt bereits als ausgestorben. (© Photo by Catalina Infante)

Chile: Experten entdecken vermeintlich ausgestorbenen unterirdisch lebenden Pilz wieder

Kürzlich hat ein Expeditionsteam der Fungi Foundation und der Fundación Nahuelbuta den vermeintlich ausgestorbenen Big Puma Fungus (Großer Puma-Pilz) in den entlegenen Nahuelbuta-Bergen Chiles wiederentdeckt. Diese mysteriöse Pilzart wurde nur einmal in den 1980er-Jahren in freier Wildbahn gesichtet, wodurch der Big Puma Fungus (Austroomphaliaster nahuelbutensis) zu den am meisten gesuchten verlorenen Arten im Rahmen der Suche nach Verlorenen Arten von re:wild gehörte.

„Wir wussten, dass es schwierig sein würde, den Big Puma Fungus zu finden, und dass die Chancen, die Pilze zu finden, gering waren, wenn man ihre Farben und wie sie mit den fallenden Blättern verschmelzen, berücksichtigt“, erklärte Daniela Torres, Programmführerin bei der Fungi Foundation und Leiterin der Expedition gegenüber re:wild.

Die Wiederentdeckung des Big Puma Fungus

Das Expeditionsteam begab sich bereits im Mai 2023 in die Wälder der Nahuelbuta-Berge, um den Spuren des chilenischen Pilzforschers Norberto Garrido zu folgen, der den Big Puma Fungus entdeckt und 1988 wissenschaftlich beschrieben hatte. Die Expedition wurde gezielt für denselben Zeitraum im Mai geplant, in dem auch Garrido vor über 40 Jahren die Berge erkundet hatte. „Es ist möglich, dass die reproduktiven Teile des Big Puma Fungus – die Pilze – nur an einigen wenigen Tagen im Jahr kurzzeitig über dem Boden sichtbar sind, was die zeitliche Abstimmung der Expedition zu einem entscheidenden Faktor machte“, sagte Claudia Bustamante, eine Mykologin und Mitglied des Expeditionsteams.

Während ihrer Suche verglich das Team die gefundenen Pilze mit Illustrationen und Beschreibungen, die Garrido von den Pilzen des Big Puma Fungus angefertigt hatte. Sie suchten nach kleinen grau-braunen Pilzen mit roten Nuancen und Stielen, die an der Basis dicker waren als in der Nähe der Pilzkappe. Diese Merkmale wurden von Garrido in seinen Aufzeichnungen festgehalten, zusammen mit einer mikroskopischen Analyse der Pilzsporen.

Am ersten Tag der Expedition stieß das Team auf einen winzigen Pilz, der mehrere Merkmale des gesuchten Big Puma Fungus aufwies, jedoch zu klein war, um ihn vor Ort eindeutig zu identifizieren. Obwohl das Team fast sechs weitere Tage nach ähnlichen Pilzen suchte, blieb die Suche erfolglos.

Erst am letzten Tag der Expedition, als die Fungi Foundation einen Workshop und eine Gemeinschaftswanderung veranstaltete, um in einem nahe gelegenen Wald nach Pilzen zu suchen, entdeckten zwei lokale Teilnehmer etwa vier Pilze, die der Beschreibung des Big Puma Fungus entsprachen.

DNA-Analyse bringt Gewissheit

Die Experten sammelten die Pilze und brachten sie zum Pilzmuseum der Fungi Foundation, wobei sie das Myzel im Boden beließen. Obwohl die physischen und mikroskopischen Merkmale der Pilze denen des Big Puma Fungus entsprachen, war eine DNA-Analyse erforderlich, um die Art definitiv zu bestätigen.

Nach monatelanger Analyse konnte bestätigt werden, dass die DNA des im Mai 2023 gesammelten Pilzes tatsächlich mit der DNA des Originalpilzes übereinstimmte, den Garrido in den 1980er-Jahren gesammelt hatte.

Die Fungi Foundation veröffentlichte einen Kurzfilm der chilenischen Filmemacherin Catalina Infante, der den Moment auf der Expedition einfängt, als der Big Puma Fungus entdeckt wurde. Der Film ist auf der Website der Fungi Foundation und auf deren YouTube-Kanal verfügbar:

Seit 2017 hat die Initiative re:wild Lost Species 13 der weltweit am meisten gesuchten verlorenen Arten wiederentdeckt. Neben dem Big Puma Fungus hat die Organisation, in Zusammenarbeit mit Partnern auf der ganzen Welt, unter anderem die Wiederentdeckung der Wallace-Riesenbiene in Indonesien, der Pernambuco-Stechpalme in Brasilien, des Attenborough-Langschnabeligels in Westneuguinea, des De Wintons Goldmulls in Südafrika und der Fagildes Falltürspinne in Portugal bestätigt.

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