Wiederansiedlung auf Palmyra: Guam-Liest
Ein Guam-Liest aus der Erhaltungszucht im San Diego Zoo in den USA. Kjunstorm, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Guam-Liest: Wiederansiedlung auf Palmyra nach Aussterben in Wildnis

Der Guam-Liest, eine Vogelart aus der Familie der Eisvögel, der zuletzt 1986 in freier Wildbahn gesichtet wurde, steht nun vor seiner Rückkehr in die Natur. Nach erfolgreicher Zucht in Gefangenschaft ist geplant, die Nachkommen dieser fast ausgestorbenen Vogelart auf dem Palmyra-Atoll freizulassen. Dieses abgelegene Atoll, etwa 1.600 Kilometer südwestlich von Hawaii gelegen, bietet einen sicheren Lebensraum, frei von Landraubtieren, und stellt damit den perfekten Ort für die Wiederansiedlung dar.

Der Guam-Liest (Todiramphus cinnamominus cinnamominus) war einst ausschließlich auf der Insel Guam im westlichen Pazifik heimisch. Die Bestände dieser Art wurden jedoch nach der versehentlichen Einführung der invasiven Braunen Nachtbaumnatter (Boiga irregularis) in den 1940er- oder 1950er-Jahren dezimiert.

Die Schlangenart fand aufgrund des Fehlens natürlicher Feinde ideale Bedingungen vor und konnte sich rasch vermehren – mit einer geschätzten Dichte von mehr als 10.000 Individuen pro Quadratkilometer. Als effiziente Räuber von Vogeleiern und jungen Vögeln führte dies zum Aussterben des Guam-Liests in freier Wildbahn. Heute sind fast alle ehemals endemischen Vogelarten Guams verschwunden oder ausgestorben, darunter auch der Guam-Monarch (Myiagra freycineti) und der Guambrillenvogel (Zosterops conspicillatus).

Die Wiedereinführung des Guam-Liests auf das Palmyra-Atoll ist Teil einer breit angelegten Initiative, die darauf abzielt, diese Vogelunterart durch die Freilassung von in Gefangenschaft gezüchteten Exemplaren zu erhalten. Ursprünglich war geplant, den Guam-Liest auch in seinem angestammten Verbreitungsgebiet auf der Insel Guam wieder anzusiedeln. Doch wie Caitlin Andrews, Vogelschutz-Wissenschaftlerin bei der Naturschutzorganisation Nature Conservancy Hawaii and Palmyra, gegenüber ABC Pacific erklärte, ist eine Rückführung derzeit nicht möglich: „Leider können wir sie nicht zurück auf Guam setzen, weil die Schlangen immer noch dort sind.“ Demnach müssten auf Guam zunächst geeignete Schutzgebiete geschaffen und weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Bedrohung durch die Braune Nachtbaumnatter ergriffen werden.

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