Archiv der Kategorie: Vögel

St.-Helena-Sumpfhuhn

zwergsumpfhuhn porzana pusilla

Das ausgestorbene St.-Helena-Sumpfhuhn gilt als direkter Abkömmling des heute in Europa, Afrika und Asien lebenden Zwergsumpfhuhns (Bild). (© Dr. Raju Kasambe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

St.-Helena-Sumpfhuhn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Sankt-Helena-Sumpfhuhn, Saint-Helena-Sumpfhuhn, Helenasumpfhuhn, Helena-Sumpfhuhn, Helenaralle, Helena-Ralle
lateinische Namen Zapornia astrictocarpus, Porzana astrictocarpus
englische Namen Saint Helena Crake, St. Helena Crake, Saint Helena Rail, St. Helena Rail
ursprüngliches Verbreitungsgebiet St. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1502
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Tiere, Überjagung

Mit der Entdeckung Sankt Helenas begann das Aussterben des Sumpfhuhns

Die Südatlantikinsel Sankt Helena ist gerade einmal 15 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Aufgrund ihrer isolierten Lage konnte sich auf diesem Eiland eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln – mit zahlreichen endemischen Arten (Arten, die nur dort vorkommen). Heutzutage weiß man von mindestens 400 Spezies, die ausschließlich auf dieser Insel gelebt haben. Eine davon war das St.-Helena-Sumpfhuhn.

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Kupferfadenelfe

kupferfadenelfe Discosura letitiae

Eine Illustration der Vogelart Kupferfadenelfe aus dem Jahr 1861 von John Gould für das Buch A Monograph of the Trochilidae, or Family of Humming-Birds Volume 3. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)

Kupferfadenelfe – Steckbrief
lateinische Namen Discosura letitiae, Popelairia letitiae, Gouldia laetitiae, Trochilus letitiae
englische Namen Coppery Thorntail, Letitia’s Thorntail, Letitia’s Coquette
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Bolivien
Zeitpunkt des Aussterbens um 1852 oder später
Ursachen für das Aussterben
Lebensraumverlust

Die Kupferfadenelfe – Eine eigenständige Art?

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN listet die Kupferfadenelfe unter ‚Datenlage unzureichend‘. Der Grund: Die Vogelart ist nur von zwei Exemplaren, die vor 1852 in Bolivien gesammelt wurden, bekannt. Im 20. Jahrhundert wurde die Kupferfadenelfe weder beobachtet noch gesammelt, weshalb sich Forscher uneinig sind, ob es sich bei ihr überhaupt um eine eigenständige Art handelt.

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Antioquia-Brustband-Ameisenpitta

brustband ameisenpitta

Der höchstwahrscheinlich ausgestorbene Antioquia-Brustband-Ameisenpitta unterschied sich vom heute noch existierenden Brustband-Ameisenpitta (Bild) unter anderem durch kürzere Beine und längere Flügel. (© Francesco Veronesi from Italy, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Antioquia-Brustband-Ameisenpitta – Steckbrief
lateinischer Name Grallaria milleri gilesi
englischer Name Antioquia Brown-banded Antpitta
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kolumbien
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1878
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Antioquia-Brustband-Ameisenpitta: Seit 120 Jahren unbeachtet im Museum

Als Norman Arlott den Auftrag erhielt, für das Handbook of the Birds of the World unterschiedliche Ameisenpitta-Arten zu illustrieren, besuchte er 2001 das National History Museum in London. In der eine Million Vogelarten umfassenden Sammlung des Museums entdeckte Arlott eine bis dato unbekannte Vogelart. Er machte die Leiter der Vogelgruppe des Museums, Robert Phrys-Jones und Paul Salaman, auf seinen Fund aufmerksam, die schnell feststellten, dass es sich tatsächlich um eine neue Art handelte. Sie erhielt den Namen Antioquia-Brustband-Ameisenpitta.

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Tongatapu-Ralle

tongatapu-ralle gallirallus hypoleucus

Vermutlich eine Darstellung der ausgestorbenen Tongatapu-Ralle; gemalt von George Forster zwischen 1772 und 1775 auf James Cooks zweiter Südseereise. (© George Forster, Public domain, via Wikimedia Commons)

Tongatapu-Ralle – Steckbrief
lateinische Namen Gallirallus hypoleucus, Rallus hypoleucus, Hypotaenidia hypoleucus, (Rallus philippensis), (Rallus pectoralis)
englischer Name Tongatapu Rail
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Tongatapu (Südpazifik)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1777
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Bejagung, auf Insel eingeschleppte Tiere (z.B. Ratten, Hunde)

James Cook: Verantwortlich für den Tod der Tongatapu-Ralle?

Es heißt, der englische Seefahrer James Cook brachte 1773 erstmals Hunde auf die Insel Tongatapu, die größte Insel des polynesischen Inselstaats Tonga. Als er 1777 wiederkam, waren die Hunde bereits verwildert und 1793 hatten sie sich unbändig vermehrt. Die Raubtiere waren dafür bekannt, Jagd auf Rallen zu machen – auch auf die Tongatapu-Ralle.

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Kiritimati-Südseeläufer

Kiritimati-Südseeläufer prosobonia cancellatus

Die Zeichnung des Kiritimati-Südseeläufers, die William Ellis 1778 auf James Cooks letzter Reise angefertigt hat. (© William Wade Ellis, Public domain, via Wikimedia Commons)

Kiritimati-Südseeläufer – Steckbrief
alternative Bezeichnung Südseeläufer
lateinische Namen Prosobonia cancellata, Prosobonia cancellata cancellata, Prosobonia cancellatus, Tringa cancellata, Aechmorhynchus cancellatus
englische Namen Kiritimati Sandpiper, Christmas Island Sandpiper, Christmas Sandpiper
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kiritimati (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1850er-Jahre
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere, Lebensraumverlust

Kiritimati-Südseeläufer: Auf James Cooks letzter Reise entdeckt

Auf der dritten Südseereise (1776 bis 1780) des englischen Seefahrers James Cook entdeckten Seefahrer einst den Kiritimati-Südseeläufer. Eine auf dieser Reise vom Assistenzarzt William Ellis 1778 angefertigte Zeichnung des Vogels bildet heute quasi die Grundlage für die Existenz dieser Vogelart. Das einzige auf Kiritimati gesammelte Exemplar ist leider verschollen.

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Koau

koau

Ein Ausschnitt aus dem Gemälde Le Sorcier d’Hiva Oa ou le Marquisien à la cape rouge (1902) von Paul Gauguin, das vermutlich einen Hund zeigt, der einen Koau tötet. (© Paul Gauguin, Public domain, via Wikimedia Commons)

KOau – Steckbrief
lateinischer Name Porphyrio paepae
englische Namen Marquesan Swamphen, Marquesas Swamphen, Marquesas Island Gallinule
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Hiva Oa, Tahuata (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1937
Ursachen für das Aussterben Überjagung, auf Inseln eingeschleppte Tiere

Gauguin malte 1902 der Wissenschaft unbekannten Vogel

Der Koau – ein Vogel, auf den Wissenschaftler erst sehr spät aufmerksam geworden sind. Die einzig bekannte, zeitgenössische Darstellung des Vogels stammt vom berühmten französischen Maler Paul Gauguin.

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Réunion-Purpurhuhn

reunion-purpurhuhn réunion-purpurhuhn Porphyrio coerulescens

So könnte das Reunion-Purpurhuhn ausgesehen haben. Die Zeichnung entstammt Lionel Walter Rothschilds Buch Extinct Birds (1907). (© John Gerrard Keulemans, Public domain, via Wikimedia Commons)

Réunion-Purpurhuhn – Steckbrief
alternative Bezeichnung Maskarenen-Purpurhuhn
lateinische Namen Porphyrio caerulescens, Porphyrio coerulescens, Apterornis coerulescens, Cyanornis erythrorhynchus
englische Namen Réunion Swamphen, Réunion Gallinule, Réunion Oiseau Bleu
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1730
Ursachen für das Aussterben Bejagung, auf Insel eingeschleppte Tiere

Das Reunion-Purpurhuhn existiert nur hypothetisch

Das ausgestorbene Maskarenen- oder Reunion-Purpurhuhn existiert eigentlich nur hypothetisch, denn Knochen hat man bis heute keine gefunden. Bekannt ist die Vogelart aus der Familie der Rallen (Rallidae) lediglich aus sechs Berichten früher Reisender oder Seefahrer.

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Madagaskar-Kronenadler

Stephanoaetus coronatus

Der in Afrika heimische Kronenadler Stephanoaetus coronatus (Bild) ist ein naher Verwandter des ausgestorbenen Madagaskar-Kronenadlers. (© Tom Tarrant, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Madagaskar-Kronenadler – SteckbrieF
lateinischer Name Stephanoaetus mahery
englische Namen Malagasy Crowned Eagle, Madagascar Crowned Hawk-Eagle
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 16. Jahrhundert
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Überjagung von Beutetieren des Adlers

Madagaskar-Kronenadler – Der Ursprung der Legende vom Riesenvogel Roch?

In der Geschichte von Sindbad und in Erzählungen von Marco Polo etwa kommt ein riesiger Vogel namens Roch (auch Roc, Rokh, Ruch oder Rock) vor. Autoren brachten Roch häufig mit dem ausgestorbenen Madagaskar-Strauß oder Elefantenvogel in Verbindung, wiederum andere sahen in ihm einen Greifvogel. Sollte Roch jemals existiert haben, so könnte der Madagaskar-Kronenadler der Ursprung der Legende gewesen sein.

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Elefantenvogel

elefantenvogel rekonstruktion

Eine vor 1923 entstandene Rekonstruktion des Elefantenvogels Aepyornis maximus. Er konnte eine Körperhöhe von etwa drei Metern erreichen. (© Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons)

Elefantenvogel – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Madagaskar-Strauß, Madagaskarstrauß, Madagassischer Riesenstrauß, Vorompatra, Worompatra
lateinischer Name Aepyornis maximus
englischer Name Great Elephantbird
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1650
Ursachen für das Aussterben Überjagung, Absammeln der Eier, Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Hühner-Krankheiten

Der vielleicht schwerste Vogel der Welt

Aepyornis bedeutet allergrößter Vogel, doch war der Elefantenvogel nicht der größte Vogel, der in der Neuzeit gelebt hat, denn das war der weibliche Südinsel-Riesenmoa. Dennoch besaß der Elefantenvogel mit einer Körperhöhe von drei Metern eine stattliche Größe und mit einem Gewicht von 450 Kilogramm gilt er zumindest als schwerster Vogel.

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Weißbrust-Brillenvogel

weißbrust-brillenvogel / Zosterops albogularis

Zeichnung des Weißbrust-Brillenvogels von John Gould (zwischen 1840 und 1848). Gould beschrieb den Singvogel wissenschaftlich als erster im Jahre 1937. (© Rawpixel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Weißbrust-Brillenvogel – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Weißbrustbrillenvogel, Norfolk-Brillenvogel, Weißkehl-Brillenvogel, Norfolkbrillenvogel, Weißkehlbrillenvogel
lateinischer Name Zosterops albogularis
englische Namen White-chested White-Eye, White-breasted Silvereye, Norfolk White-Eye
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Norfolkinsel (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 2006
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Tiere, klimatische Veränderungen

Weißbrust-Brillenvogel: In jüngster Zeit ausgestorben

Der Weißbrust-Brillenvogel war lediglich in einem fünf Quadratkilometer großen Waldgebiet am Mount Pitt auf der Norfolkinsel heimisch. Die Norfolkinsel liegt östlich von Australien und nördlich von Neuseeland.

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