Zentralaustralische Dickschwanzratte (Zyzomys pedunculatus)
Die seltene und nachtaktive Zentralaustralische Dickschwanzratte misst rund 10,8 bis 14 Zentimeter; ihre Schwanzlänge beträgt zusätzlich 11 bis 14 Zentimeter. Michael Barritt & Karen May, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Zentralaustralische Dickschwanzratte: Eines der seltensten Säugetiere Australiens gesichtet

Die Zentralaustralische Dickschwanzratte (Zyzomys pedunculatus), eines der seltensten Tiere Australiens, wurde kürzlich auf Rinderfarmen im trockenen Northern Territory gesichtet, wo Experten sie bereits für ausgestorben hielten. Zwei der kleinen Nagetiere konnten auf Wildkameras identifiziert werden, was eine bedeutende Entdeckung darstellt. Diese Art galt mehr als 30 Jahre lang als ausgestorben, nachdem sie zuletzt 1960 gesichtet wurde. Eine kleine Population wurde 1996 im Tjoritja/West MacDonnell-Nationalpark entdeckt.

Die beiden Bilder wurden auf Rinderfarmen aufgenommen, die etwa 140 Kilometer voneinander entfernt liegen, was darauf hinweist, dass die Tiere möglicherweise Teil einer größeren Population in der Region sein könnten. Die Zentralaustralische Dickschwanzratte kam früher in ganz Zentralaustralien vor, im Northern Territory, aber auch in der gesamten Trockenzone von Western Australia. Sie ist von einem riesigen Gebiet auf einen Fleck auf der Landkarte zurückgegangen.

Bejagung durch verwilderte Hauskatzen als Hauptbedrohung

Die Zentralaustralische Dickschwanzratte, auch bekannt als MacDonnel-Dickschwanzratte, ist eine von fünf Arten der Gattung Australischer Dickschwanzratten. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft sie als „vom Aussterben bedroht“ ein, während die anderen Arten als „gering gefährdet“ oder nicht bedroht gelten. Die geschätzte Gesamtpopulation liegt bei weniger als 1.000 Exemplaren.

Ein Hauptgrund für den Rückgang der Populationen um 95 Prozent ist die Bejagung durch streunende Hauskatzen, aber auch Hunde und eingeführte Füchse könnten die Art bedrohen. Die jüngsten Regenfälle in Zentralaustralien haben der Rattenpopulation in letzter Zeit geholfen, aufgrund des üppigen Grases, das in der Region wächst, wieder anzusteigen. Darüber hinaus könnten auch Brände in der Region die Ratten bedrohen, denn kürzere oder keine Vegetation mache es verwilderten Katzen noch einfacher, die Nagetiere zu jagen. „Deshalb liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung verwilderter Katzen als höchste Priorität“, sagte Nick Mogford von Bush Heritage Australia, einer Non-Profit-Naturschutzorganisation, die Ökosysteme und Wildtiere auf dem australischen Kontinent schützt.

Die jüngsten Entdeckungen geben Anlass zur Hoffnung, dass die Zentralaustralische Dickschwanzratte nicht vollständig ausgestorben ist. Die Erforschung und der Schutz ihrer Lebensräume sind jedoch von entscheidender Bedeutung, um das Überleben dieser seltenen Art zu gewährleisten.

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