Archiv der Kategorie: Säugetiere

Bola-Batu-Hirscheber

babiroussa / Bola-Batu-Hirscheber

Zeichnung eines Hirschebers vom Naturmaler Jean-Charles Werner (1830). Babirusas besitzen – wie Wildschweine (Sus scrofa) auch – zwei untere Hauer, die seitlich aus dem Maul herauswachsen. Zusätzlich haben Hirscheber zwei besonders große obere Hauer, die den Rüssel durchbrechen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. (© Sitron, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Bola-Batu-Hirscheber – Steckbrief
lateinische Namen Babyrousa bolabatuensis, Babyrousa babyrussa bolabatuensis, (Babyrousa celebensis)
englischer Name Bola Batu Babirusa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Sulawesi (Indonesien)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust

Bola-Batu-Hirscheber: Halb Hirsch, halb Schwein

Bei dem Tier mit dem merkwürdig klingenden Namen Bola-Batu-Hirscheber handelt es sich um eine vermutlich ausgestorbene Art der Hirscheber (Babyrousa), auch Babirusa genannt – eine Kombination der indonesischen Wörter für Hirsch und Schwein. Wissenschaftler sind sich uneinig, ob die auf der indonesischen Insel Sulawesi gefundene Art ausgestorben ist oder noch lebt und ob es sich überhaupt um eine eigene Art handelt.

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Nacktbrustkänguru

Caloprymnus campestris

Eine vor 1881 entstandene Illustration des Nacktbrustkängurus von John Gould für sein Buch Mammals of Australia. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)

Nacktbrustkänguru – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Steppenkänguruhratte, Steppenkängururatte, Oolacunta
lateinischer Name Caloprymnus campestris 
englische Namen Desert Rat Kangaroo, Buff-nosed Rat-kangaroo, Plains Rat-kangaroo, Desert Bettong
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Zentralaustralien
Zeitpunkt des Aussterbens 1935
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust, eingeschleppte Tiere

Das Nacktbrustkänguru: Gefunden, verloren, gefunden und wieder verloren…

Den Wangkangurru, ein Aborigines-Volk, war das Nacktbrustkänguru als Ngudlukanta seit Jahrtausenden schon bekannt. Die westliche Wissenschaft erfuhr von der Beutelsäugerart erst 1942, als der damalige Gouverneur  von South Australia, George E. Grey, drei Individuen an John Gould nach England schickte. Gould, eigentlich ein Ornithologe, erkannte eine neue Tierart und beschrieb sie 1843 als erster wissenschaftlich. Danach war es still um das Nacktbrustkänguru und es ward 88 Jahre lang nicht mehr gesehen.

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Galapagos-Riesenratte

galapagos-riesenratte Megaoryzomys curioi

Das Foto zeigt den Schädel der ausgestorbenen Galapagos-Riesenratte. (© Geni, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

GalApagos-Riesenratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Galápagos-Riesenratte
lateinischer Name Megaoryzomys curioi
englische Namen Galapagos Giant Rat, Galápagos Giant Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz, Isabela (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Galapagos-Riesenratte: Größe dem Inselgigantismus geschuldet

Eine lebendige Galapagos-Riesenratte wurde nie gesichtet oder gar gesammelt. Jochen Niethammer beschrieb das mäuseartige Nagetier aus der Gruppe der Neuweltmäuse 1964 auf Basis von drei Knochenfragmenten, die man in einer Höhle auf Santa Cruz fand. Später wurden noch weitere fossile Überreste, allesamt auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela, entdeckt.

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Vietnamesisches Nashorn

vietnamesisches nashorn Rhinoceros sondaicus annamiticus

Kopf eines männlichen Vietnamesischen Nashorns, das um 1930 in Perak auf der Malaiischen Halbinsel geschossen wurde. Es befindet sich heute im Raffles Museum in Singapur. (© Kloss, C. Boden, Public domain, via Wikimedia Commons)

Vietnamesisches Nashorn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Annamitisches Java-Nashorn, Annamiten-Nashorn
lateinische Namen Rhinoceros sondaicus annamiticus, Rhinoceros sondaicus annamiticu
englische Namen Vietnamese Javan Rhinoceros, Vietnamese Rhinoceros, Javanese Javan Rhinoceros
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Vietnam (zuvor auch Süd-China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia)
Zeitpunkt des Aussterbens 2009
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Lebensraumverlust

Ausgestorben geglaubte Unterart 1988 wiederentdeckt

Die ausgestorben geglaubte Unterart des Java-Nashorns (Rhinoceros sondaicus), das Annamitische Java-Nashorn oder Annamiten-Nashorn (auch: Vietnamesisches Nashorn) wurde erst 1988 wiederentdeckt. Zunächst nahm man an, dass die Nashorn-Art, die einst einen großen Teil Südostasiens besiedelte, durch die Folgen des Vietnamkrieges ausgestorben war.

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Atlasbär

atlasbaer

So mag der Atlasbär möglicherweise ausgesehen haben. (© Nicolas Maréchal, Public domain, via Wikimedia Commons)

Atlasbär – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Berberbär, Nandibär
lateinische Namen Ursus arctos crowtheri, Ursus crowtheri
englische Namen Atlas Bear, African Bear, North African Brown Bear, Atlas Brown Bear
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Nordafrika (Algerien, Marokko, Libyen)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1869
Ursachen fürdas Aussterben Überjagung

Atlasbär war Teil von Tierhetzen im Römischen Reich

Der Atlasbär soll im nordafrikanischen Atlasgebirge und in den angrenzenden Regionen Libyens, Algeriens und Marokko gelebt haben. Von ihm existieren keine Fotos, keine wissenschaftlichen Abbildungen, keine Exemplare in Museen und keine vollständigen Skelette. Was vom Atlasbären blieb, sind subfossile Knochen aus Höhlen, alte Reiseberichte und antike Quellen.

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Kleiner Samoa-Flugfuchs

pteropus conspicillatus

Der Brillenflughund (Pteropus conspicillatus) aus Nordaustralien (auf dem Foto mit Baby) gehört wie auch der Kleine Samoa-Flugfuchs der Gattung Pteropus an. (© Mnolf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Kleiner Samoa-Flugfuchs – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kleiner Samoischer Flugfuchs
lateinischer Name Pteropus allenorum
englischer Name Small Samoan Flying Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Samoa (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1856
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Überjagung

Kleiner Samoa-Flugfuchs: 153 Jahre im Regal verstaubt

Ein Kleiner Samoa-Flugfuchs – das einzig bekannte und vielleicht auch letzte Exemplarsaß 153 Jahre konserviert in einem Glas in einem Museumsregal, bevor er schließlich als neue Spezies identifiziert wurde. Und dann bemerkte man, er ist ausgestorben.

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Perameles papillon (Langnasenbeutler)

perameles gunnii

Das Bild von John Gould aus Mammals of Australia (1863) zeigt den gefährdeten Tasmanischen Langnasenbeutler (Perameles gunnii). Perameles papillon trägt auf dem Hinterteil eine an einen Schmetterling erinnernde dunkle Zeichnung. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)

Perameles papillon – Steckbrief
lateinischer Name Perameles papillon
englische Namen Butterfly Bandicoot, Nullarbor Barred Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1920 und 1960
Ursachen für das Aussterben eingeschleppte Raubtiere

Perameles papillon: Erst 2018 wissenschaftlich beschrieben

Die Art Perameles papillon erhielt erst 2018 Artstatus – zu diesem Zeitpunkt war sie bereits ausgestorben. Das australische Beuteltier aus der Gattung der Langnasenbeutler (Perameles) wurde anhand von Material aus dem Natural History Museum in London und dem Western Australian Museum wissenschaftlich beschrieben.

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Weihnachtsinsel-Ratte

weihnachtsinsel-ratte Rattus nativitatus

Ein Bild der heute ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Ratte aus dem Buch A Monograph of Christmas Island (Indian Ocean) von 1900. Ihr Fell war dunkelbraun und sie hatte auf dem Rücken eine Fettschicht. (© Biodiversity Heritage Library, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Weihnachtsinsel-Ratte – Steckbrief
lateinische Namen Rattus nativitatis, (Mus nativitatis)
englische Namen Bulldog Rat, Christmas Island Burrowing Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Weihnachtsinsel (Australien)
Zeitpunkt des Aussterbens 1903
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Hausratten mitsamt Parasiten

Eingeschleppter Parasit rottete heimische Ratten aus

Auf der Weihnachtsinsel waren einst auch Ratten endemisch, wie die Weihnachtsinsel-Ratte und die Maclear-Ratte (Rattus macleari). Beide sind heute ausgestorben – höchstwahrscheinlich aus demselben Grund.

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Riesenfossa

riesenfossa

Zeichnung einer Riesenfossa. Das Raubtier soll bis auf die Größe identisch mit den heute auf Madagaskar lebenden Fossas gewesen sein. (© Daniel Burch Caballé, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Riesenfossa – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Schwarze Fossa, Antamba
lateinischer Name Cryptoprocta spelea
englische Namen Giant Fossa, Giant Fosa, Fosa Mainty
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1658 oder früher
Ursachen für das Aussterben nicht bekannt

Riesenfossas: In prähistorischer Zeit oder im 17. Jahrhundert ausgestorben?

Fraglich ist, ob die Riesenfossa in der Neuzeit ausgestorben ist. Gemeinhin wird nämlich davon ausgegangen, dass Riesenfossas spätestens 500 nach Christus ausgestorben sind, allerdings berichtet der Naturforscher Étienne de Flacourt 1658 in seiner Geschichte der großen Insel Madagaskar von einem Tier namens Antamba, welches von einigen Wissenschaftlern als Riesenfossa gedeutet wird, wie etwa von Samuel T. Turvey 2009 in Holocene Extinctions.

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Rauchgrauer Flughund

pteropus subniger

Ein 1763 entstandenes Bild des Rauchgrauen Flughundes von den französischen Naturforschern Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon und Louis-Jean-Marie Daubenton. (© Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon and Louis-Jean-Marie Daubenton, Public domain, via Wikimedia Commons)

Rauchgrauer Flughund – Steckbrief
lateinische Namen Pteropus subniger, (Pteropus rubricollis)
englische Namen Small Mauritian Flying Fox, Dark Flying Fox, Rougette, Rousette, Lesser Mascarene Flying-Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion, Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1864 und 1873
Ursachen für das Aussterben Überjagung, Lebensraumverlust

Gejagt wegen des Fleisches, des Fetts und der Jungtiere

Der französische Amateur-Naturforscher Jean Baptiste Francois de la Nux schrieb 1772 im Letter on Rousettes and Rougettes über ein Tier namens Rauchgrauer Flughund: „Als ich hier ankam, waren diese Tiere häufig, sogar in den Gegenden, in denen sie heute selten geworden sind. Sie werden wegen ihres Fleisches, ihres Fetts, ihrer Jungtiere den ganzen Sommer, den ganzen Herbst und teilweise im Winter gejagt, von Weißen mit Waffen, von Schwarzen mit Netzen.“

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