Archiv der Kategorie: Säugetiere

Sardischer Pfeifhase

sardischer pfeifhase prolagus sardus

So könnte der Sardische Pfeifhase ausgesehen haben. (© Prolagussardus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Sardischer Pfeifhase – Steckbrief
lateinische Namen Prolagus sardus, Prolagus corsicanus
englischer Name Sardinian Pika
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Sardinien, Korsika (Mittelmeer)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar (vor 2.000 Jahren oder spätestens Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts)
Ursachen für das Aussterben Bejagung, auf Inseln eingeschleppte Säugetiere, Lebensraumverlust

Sardischer Pfeifhase – Vor 2.000 oder vor 300 Jahren ausgestorben?

Sicher, aber nicht präzise ist, der Sardische Pfeifhase starb innerhalb der letzten 2.000 Jahre aus. Darauf verweisen zumindest fossile Funde. Wenn es um eine genauere Eingrenzung geht, herrscht Uneinigkeit. So vermuten einige Wissenschaftler, die Art sei noch in der Römerzeit ausgestorben. Also spätestens im 7. Jahrhundert, denn bis dahin existierte das Römische Reich. Historische Schriften wiederum deuten an, dass der Sardische Pfeifhase auf Tavolara, ein der Insel Sardinien vorgelagertes sechs Quadratkilometer kleines Eiland, bis ins 18. oder sogar frühe 19. Jahrhundert überlebt haben könnte.

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Wüsten-Langnasenbeutler

Perameles eremiana Wüsten-Langnasenbeutler

Der im National Museum of Victoria in Melbourne aufbewahrte Holotypus des Wüsten-Langnasenbeutlers. Die Art erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 18 bis 28 Zentimeter. (© David Staples, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)

Wüsten-Langnasenbeutler – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Iwurra, Mulgaruquirra, Waliya
lateinischer Name Perameles eremiana
englische Namen Desert Bandicoot, Orange-backed Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien (Central Australia)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1943 und den 1960er-Jahren
Ursachen für das Aussterben eingeschleppte Tiere, Lebensraumverlust

Wüsten-Langnasenbeutler: Mulgaruquirra und Iwurra in Central Australia

Die im Gebiet der Stadt Alice Springs lebende indigene Bevölkerung Australiens nannte den Wüsten-Langnasenbeutler Mulgaruquirra und bei den Aborigines im Gebiet von Charlotte Waters hieß der Beutelsäuger Iwurra. Bekannt war ihnen das Tier lange bevor der britisch-australische Evolutionsbiologe Baldwin Spencer die Art 1897 unter dem Namen Perameles eremiana wissenschaftlich beschrieb.

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Berg-Affengesichtflughund

Pteralopex anceps verwandt mit P- pulchra Berg-Affengesichtflughund

Der Bougainville-Affengesichtflughund (Pteralopex anceps) ist ein ebenfalls von den Salomoninseln stammender Verwandter des Berg-Affengesichtflughunds. (© DeadMonkey8984, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Berg-Affengesichtflughund – Steckbrief
alternative Bezeichnung Makarakomburu-Flughund
lateinischer Name Pteralopex pulchra
englischer Name Montane Monkey-faced Bat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Guadalcanal (Salomonen, Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens wahrscheinlich nach 1990
Ursachen für das Aussterben unklar, möglicherweise Lebensraumverlust

Berg-Affengesichtflughund: Nur ein dokumentiertes Exemplar

Der australische Biologe Tim Flannery entdeckte den Berg-Affengesichtflughund 1990 während einer Studie zu den Säugetieren der Südpazifikregion. Ihm war sofort klar, dass es sich um eine bislang unbekannte Flughund-Spezies handelt. Die auffälligen roten Augen, die schwarzweiß gefleckte Flugmembran, das lange schwarze Rücken- und das gelbliche Bauchfell machten das Tier für Flannery zum schönsten aus der Gattung der Affengesichtflughunde (Pteralopex). Daher verlieh er dem gefundenen Weibchen auch das Artepitheton pulchra, die lateinische Femininform für schön.

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Kouprey

Kouprey Bos sauveli

Ein männlicher Kouprey im Vincennes Zoo in Paris 1937, dessen Hörner noch nicht voll entwickelt sind. Anhand dieses Exemplars wurde die Art beschrieben. Der Bulle verhungerte im 2. Weltkrieg 1941 im Zoo. (© [2], CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Kouprey – Steckbrief
lateinische Namen Bos sauveli, Bibos sauveli, Novibos sauveli
englische Namen Kouprey, Grey Ox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kambodscha, Laos, Vietnam, (Thailand)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar, möglicherweise nach 1982
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Krankheiten, Lebensraumverlust

Der Kouprey, ein zoologisches Mysterium

Der Kouprey, ein Rind, das einst im Regenwald des Dreiländerecks Vietnam, Kambodscha und Laos versteckt lebte, gab der Wissenschaft einige Rätsel auf. In zahlreichen Hypothesen versuchte man der Herkunft des Koupreys auf den Grund zu gehen: War der Kouprey eine Kreuzung aus Banteng mit Zebu, Gaur oder Wasserbüffel? War er ursprünglich ein Hausrind, das verwilderte? Sind Koupreys vielleicht eine vikariierende Banteng-Population? Oder handelt es sich beim Kouprey etwa um einen Nachfahren des Auerochsen, der ja eigentlich Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist? Eines ist (fast) sicher: Der Kouprey ist ausgestorben. Oder zumindest so selten geworden, dass man meinen könnte, er sei es.

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Darwin-Reisratte

galapagos-reisratte / verwandte der darwin-reisratte

Die auf der Galápagos-Insel San Cristóbal einst heimische Reisratte Aegialomys galapagoensis galapagoensis (Bild) ist ebenso wie die Darwin-Reisratte von Santa Cruz ausgestorben. (© Richard Owen 1838, Public domain, via Wikimedia Commons)

Darwin-Reisratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Darwins Reisratte
lateinischer Name Nesoryzomys darwini 
englische Namen Darwin’s Galápagos Mouse, Darwin’s Nesoryzomys
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens 1930er-Jahre
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Darwin-Reisratte: The name darwini seems appropriate

Das erste auf den Galápagos-Inseln heimische Nagetier sammelte der Naturforscher Charles Darwin 1835 auf San Cristóbal: Mus galapagoensis. In der Folge entdeckte man sieben weitere Arten endemischer Nager auf vier anderen Inseln des Galápagos-Archipels. Wenigstens vier dieser Arten sind heute ausgestorben; so auch die Darwin-Reisratte.

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Bola-Batu-Hirscheber

babiroussa / Bola-Batu-Hirscheber

Zeichnung eines Hirschebers vom Naturmaler Jean-Charles Werner (1830). Babirusas besitzen – wie Wildschweine (Sus scrofa) auch – zwei untere Hauer, die seitlich aus dem Maul herauswachsen. Zusätzlich haben Hirscheber zwei besonders große obere Hauer, die den Rüssel durchbrechen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. (© Sitron, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Bola-Batu-Hirscheber – Steckbrief
lateinische Namen Babyrousa bolabatuensis, Babyrousa babyrussa bolabatuensis, (Babyrousa celebensis)
englischer Name Bola Batu Babirusa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Sulawesi (Indonesien)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust

Bola-Batu-Hirscheber: Halb Hirsch, halb Schwein

Bei dem Tier mit dem merkwürdig klingenden Namen Bola-Batu-Hirscheber handelt es sich um eine vermutlich ausgestorbene Art der Hirscheber (Babyrousa), auch Babirusa genannt – eine Kombination der indonesischen Wörter für Hirsch und Schwein. Wissenschaftler sind sich uneinig, ob die auf der indonesischen Insel Sulawesi gefundene Art ausgestorben ist oder noch lebt und ob es sich überhaupt um eine eigene Art handelt.

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Nacktbrustkänguru

Caloprymnus campestris

Eine vor 1881 entstandene Illustration des Nacktbrustkängurus von John Gould für sein Buch Mammals of Australia. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)

Nacktbrustkänguru – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Steppenkänguruhratte, Steppenkängururatte, Oolacunta
lateinischer Name Caloprymnus campestris 
englische Namen Desert Rat Kangaroo, Buff-nosed Rat-kangaroo, Plains Rat-kangaroo, Desert Bettong
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Zentralaustralien
Zeitpunkt des Aussterbens 1935
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust, eingeschleppte Tiere

Das Nacktbrustkänguru: Gefunden, verloren, gefunden und wieder verloren…

Den Wangkangurru, ein Aborigines-Volk, war das Nacktbrustkänguru als Ngudlukanta seit Jahrtausenden schon bekannt. Die westliche Wissenschaft erfuhr von der Beutelsäugerart erst 1942, als der damalige Gouverneur  von South Australia, George E. Grey, drei Individuen an John Gould nach England schickte. Gould, eigentlich ein Ornithologe, erkannte eine neue Tierart und beschrieb sie 1843 als erster wissenschaftlich. Danach war es still um das Nacktbrustkänguru und es ward 88 Jahre lang nicht mehr gesehen.

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Galapagos-Riesenratte

galapagos-riesenratte Megaoryzomys curioi

Das Foto zeigt den Schädel der ausgestorbenen Galapagos-Riesenratte. (© Geni, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Galapagos-Riesenratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Galápagos-Riesenratte
lateinischer Name Megaoryzomys curioi
englische Namen Galapagos Giant Rat, Galápagos Giant Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz, Isabela (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Galapagos-Riesenratte: Größe dem Inselgigantismus geschuldet

Eine lebendige Galapagos-Riesenratte wurde nie gesichtet oder gar gesammelt. Jochen Niethammer beschrieb das mäuseartige Nagetier aus der Gruppe der Neuweltmäuse 1964 auf Basis von drei Knochenfragmenten, die man in einer Höhle auf Santa Cruz fand. Später wurden noch weitere fossile Überreste, allesamt auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela, entdeckt.

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Vietnamesisches Nashorn

vietnamesisches nashorn Rhinoceros sondaicus annamiticus

Kopf eines männlichen Vietnamesischen Nashorns, das um 1930 in Perak auf der Malaiischen Halbinsel geschossen wurde. Es befindet sich heute im Raffles Museum in Singapur. (© Kloss, C. Boden, Public domain, via Wikimedia Commons)

Vietnamesisches Nashorn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Annamitisches Java-Nashorn, Annamiten-Nashorn
lateinische Namen Rhinoceros sondaicus annamiticus, Rhinoceros sondaicus annamiticu
englische Namen Vietnamese Javan Rhinoceros, Vietnamese Rhinoceros, Javanese Javan Rhinoceros
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Vietnam (zuvor auch Süd-China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia)
Zeitpunkt des Aussterbens 2009
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Lebensraumverlust

Ausgestorben geglaubte Unterart 1988 wiederentdeckt

Die ausgestorben geglaubte Unterart des Java-Nashorns (Rhinoceros sondaicus), das Annamitische Java-Nashorn oder Annamiten-Nashorn (auch: Vietnamesisches Nashorn) wurde erst 1988 wiederentdeckt. Zunächst nahm man an, dass die Nashorn-Art, die einst einen großen Teil Südostasiens besiedelte, durch die Folgen des Vietnamkrieges ausgestorben war.

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Atlasbär

atlasbaer

So mag der Atlasbär möglicherweise ausgesehen haben. (© Nicolas Maréchal, Public domain, via Wikimedia Commons)

Atlasbär – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Berberbär, Nandibär
lateinische Namen Ursus arctos crowtheri, Ursus crowtheri
englische Namen Atlas Bear, African Bear, North African Brown Bear, Atlas Brown Bear
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Nordafrika (Algerien, Marokko, Libyen)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1869
Ursachen fürdas Aussterben Überjagung

Atlasbär war Teil von Tierhetzen im Römischen Reich

Der Atlasbär soll im nordafrikanischen Atlasgebirge und in den angrenzenden Regionen Libyens, Algeriens und Marokko gelebt haben. Von ihm existieren keine Fotos, keine wissenschaftlichen Abbildungen, keine Exemplare in Museen und keine vollständigen Skelette. Was vom Atlasbären blieb, sind subfossile Knochen aus Höhlen, alte Reiseberichte und antike Quellen.

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