Inia Flussdelfine
Mit ihrer langen Schnauze wühlen Flussdelfine im Schlamm, um Beutetiere wie Fische zu fangen.

Maßnahmen gegen das Aussterben der Flussdelfine in Südamerika und Asien beschlossen

Nachdem der Chinesische Flussdelfin oder Baiji vermutlich bereits ausgestorben ist, versucht man nun die Flussdelfine der Gattung Inia und Platanista genau davor zu bewahren. Seit Jahrzehnten ist die Zahl der Säuger extrem rückläufig. Wie der MDR berichtete, haben kürzlich neun Länder Südamerikas und Asiens eine Erklärung zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Flussdelfine verabschiedet.

Vertreter aus Bangladesch, Bolivien, Brasilien, Kambodscha, Kolumbien, Ecuador, Indien, Nepal und Venezuela unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung in Bogotá, der kolumbianischen Hauptstadt. Pakistan und Peru werden sich der Erklärung anschließen und diese bald unterzeichnen, heißt es.

Umfassende Schutzmaßnahmen zur Rettung der Delfine

Die Länder haben sich darauf geeinigt, die Wasserqualität in den Lebensräumen der Flussdelfine zu verbessern, Schutzgebiete einzurichten und die Überfischung zu bekämpfen. Zudem sollen die indigenen Gemeinschaften in den betroffenen Gebieten in den Schutz der Delfine einbezogen werden. Ziel der Maßnahmen sei es, dazu beitragen, dass sich die weltweiten Populationen der Flussdelfine erholen können.

Nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) sind die Flussdelfin-Populationen aufgrund von Lebensraumveränderungen wie dem Bau von Staudämmen, Umweltverschmutzung und Überfischung seit den 1980er-Jahren um 73 Prozent zurückgegangen. Auch der bereits ausgestorbene Chinesische Flussdelfin (Lipotes vexillifer), der im Jangtse endemisch war, gehörte seit den 1980er-Jahren zu den seltensten Säugetieren der Welt. Er starb wahrscheinlich zu Beginn der 2000er-Jahre aus.

Sechs Flussdelfin-Arten betroffen

Zu den an das Leben im Süß- und Brackwasser angepassten Flussdelfinen zählen sechs bekannte Arten: Vier Arten der Gattung Inia leben in den Flusssystemen des Amazonas, des La Plata und des Orinoco in Südamerika; zwei weitere Arten der Gattung Platanista kommen im Ganges, Indus, Jangtse und Mekong in Asien vor. Bei den Flussdelfinen aus Südamerika und Asien handelt es sich eigentlich um kleine Wale. Die Amazonas-Flussdelfine werden etwa drei Meter lang und erreichen ein Gewicht von 160 Kilogramm. Die asiatischen Delfine sind mit 2,5 Metern Länge und bis zu 120 Kilogramm etwas kleiner.

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