tiefseesaibling
Die Illustration zeigt Kilche und einen Tiefseesaibling (unten links) im Bodensee. Der an eine Forelle erinnernde Tiefseesaibling schimmert leicht silbern und besitzt kleine, teils fransige Flossen. Walter, Emil, Public domain, via Wikimedia Commons)

Bodensee: Der Tiefseesaibling ist wieder da

Der seit den 1970er-Jahren nicht mehr gesichtete und 2008 von der IUCN für ausgestorben erklärte Tiefseesaibling (Salvelinus profundus) ist wieder aufgetaucht, so eine im November 2022 veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Fischereiforschungsstelle Langenargen, der Zoologischen Staatssammlung München sowie aus der Schweiz und Norwegen.

Anhand von DNA-Proben konnten die Forscher nachweisen, dass die seit 2014 im Bodensee gefangenen Saiblinge direkte Nachkommen der ursprünglichen Tiefseesaiblinge sind. Es muss den Fischen also gelungen sein, in den Tiefen des Bodensees unentdeckt zu überleben. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass der Tiefseesaibling – wie auch der Bodensee-Kilch – durch die Eutrophierung des Gewässers aufgrund von Überdüngung ausgestorben ist.

Dass der Tiefseesaibling so lange unentdeckt bleiben konnte, liege daran, dass die Art in Tiefen von rund 80 Metern vorkomme, in denen normalerweise nicht gefischt werde. Deswegen und aufgrund seiner geringen Körpermaße von 15 bis 20 Zentimetern, die ihn als Speisefisch unattraktiv machen, drohe dem Tiefseesaibling auch zukünftig keine Überfischung, zeigen sich die Wissenschaftler der Studie zuversichtlich.

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

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