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Die auf dem Bild gezeigte Stieleiche (Quercus robur) ist die in Mitteleuropa verbreitetste Eichenart. Insgesamt gibt es rund 600 Eichenarten weltweit, von denen viele nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet endemisch sind. Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Ausgestorben geglaubte Baumart wiederentdeckt

Wissenschaftler von The Morton Arboretum und vom United States Botanic Garden (USBG) haben bereits im Mai dieses Jahres im Big-Bend-Nationalpark im US-Bundesstaat Texas eine einzelne rund neun Meter hohe Eiche der Spezies Quercus tardifolia entdeckt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Organisation The Morton Arboretum vom 7. Juli 2022 hervor. Die Eichenart wurde in den 1930er-Jahren beschrieben und seit 2011 nicht mehr gesichtet, weshalb man annahm, sie sei bereits ausgestorben.

Die Wissenschaftler geben an, dass die Eiche in schlechter Verfassung wäre: Der Stamm weise Spuren von Feuer auf und es gebe Anzeichen einer schweren Pilzinfektion. Eine Dürre oder ein weiteres Feuer würden reichen, um die wahrscheinlich letzte Eiche ihrer Art zu töten. In Zusammenarbeit mit dem National Park Service wollen die Botaniker die unmittelbare Waldbrandgefahr für Q. tardifolia eindämmen. Außerdem suche man nach Eicheln, mit denen sich möglicherweise weitere Exemplare züchten lassen.

Sollten sie keine Eicheln in der Umgebung finden oder diese nicht mehr zu Vermehrung geeignet sein, denke man bereits über andere Methoden nach, um die Art vor dem Aussterben retten. Eine solche Methode wäre etwa die „Propfung“, bei der ein Teilstück von Q. tardifolia beispielsweise mit einer anderen Eichenart zusammengefügt wird.

Murphy Westwood, Vizepräsidentin vom The Morton Arboretum, macht deutlich, weshalb es so wichtig ist, die Eiche Q. tardifolia zu erhalten: „Wenn wir den Rückgang von Q. tardifolia und anderen seltenen, gefährdeten Bäumen ignorieren, riskieren wir unzählige Dominoeffekte, die zur Folge haben, dass auch andere Lebewesen, die auf diese Bäume angewiesen sind, in den Ökosystemen verschwinden.“

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