St.-Helena-Wiedehopf

st.-helena-wiedehopf Upupa antaios
Rekonstruktion des St.-Helena-Wiedehopfs aus dem Jahr 2007. (© Apokryltaros)
St.-Helena-Wiedehopf – Steckbrief
lateinische Namen Upupa antaios, Upupa antaois lapsus
englische Namen Saint Helena Hoopoe, Saint Helena Giant Hoopoe, Giant Hoopoe
ursprüngliches Verbreitungsgebiet St. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbens etwa 1502

St.-Helena-Wiedehopf starb mit Entdeckung der Insel aus

Es heißt, 1502 entdeckte der portugiesische Seefahrer João da Nova eine Insel und benannte sie nach seiner Mutter Helena. Mit der Entdeckung der Insel St. Helena soll dann auch der dort endemische St.-Helena-Wiedehopf ausgestorben sein.

Die Gründe für das Aussterben des möglicherweise fast flugunfähigen Vogels sind noch immer ungeklärt. Die IUCN geht aber davon aus, dass als Ursachen die Bejagung durch den Menschen sowie eingeschleppte Tiere wie Ratten und Katzen infrage kommen.

Aussehen nur anhand einiger Knochen rekonstruierbar

Der St.-Helena-Wiedehopf ist nur von wenigen subfossilen Knochen her bekannt. Der britische Zoologe Philip Ashmole konnte 1963 erstmals überhaupt nachweisen, dass es diese Vogelart gab. Denn Ashmole fand im Osten der Insel einen Flügelknochen, der sich eindeutig von dem anderer Wiederhopf-Arten unterschied.

Im Jahr 1975 hat schließlich der Paläontologe Storrs Lovejoy Olson ein unvollständiges Skelett des Vogels entdeckt. Jenes bestand etwa aus Teilen des Schädels, einem weiteren Flügelknochen und einem Oberschenkelknochen.

Anhand von Knochenuntersuchungen konnte festgestellt werden, der St.-Helena-Wiedehopf war sehr viel größer als seine Verwandten aus Afrika oder Europa. Dennoch gibt es keine genauen Daten darüber, wie groß der Vogel gewesen sein mag. Zum Vergleich: Der unter anderem in Mitteleuropa heimische Wiedehopf (Upupa epops) misst rund 28 Zentimeter. Der St.-Helena-Wiedehopf maß demnach also weit mehr als 30 Zentimeter.

Wissenschaftler vermuten, zurückzuführen ist die Größe des Wiedehopfs von St. Helena auf Inselgigantismus. Von diesem Phänomen war möglicherweise auch der heute ausgestorbene St.-Helena-Kuckuck (Nannococcyx psix) betroffen.

Inselgigantismus meint, dass die Größe von auf einer Insel lebenden Tieren über Generationen hinweg zunimmt. Ein Grund dafür ist etwa die Abwesenheit von Fressfeinden. Das Gegenteil ist die Inselverzwergung – Beispiele dafür sind der Schwarze Emu oder der Känguru-Insel-Emu.

Viel mehr ist nicht über den St.-Helena-Wiedehopf bekannt. Was seine Ernährung angeht, so vermutet man aber, dass der heute ebenso ausgestorbene St.-Helena-Riesenohrwurm (Labidura herculeana) auf seinem Speisezettel stand.