St.-Helena-Wiedehopf (Upupa antaios)
Holotyp vom ausgestorbenen St.-Helena-Wiedehopf: Die Art ist nur anhand eines unvollständigen Skeletts bekannt, das vom Ornithologen Storrs Olson entdeckt und beschrieben wurde. Michael Brett-Surman, CC0, via Wikimedia Commons)

St.-Helena-Wiedehopf

Er verschwand mit Entdeckung der Insel

Es heißt, 1502 entdeckte der portugiesische Seefahrer João da Nova eine Insel und benannte sie nach seiner Mutter Helena. Mit der Entdeckung der Insel St. Helena soll dann auch der dort endemische St.-Helena-Wiedehopf ausgestorben sein.

Die Gründe für das Aussterben des möglicherweise fast flugunfähigen Vogels sind noch immer ungeklärt. Die IUCN geht aber davon aus, dass als Ursachen die Bejagung durch den Menschen sowie eingeschleppte Tiere wie Ratten und Katzen infrage kommen.

St.-Helena-Wiedehopf – Steckbrief

alternative BezeichnungenSankt-Helena-Wiedehopf, Saint-Helena-Wiedehopf
wissenschaftliche NamenUpupa antaios, Upupa antaois lapsus
englische NamenSt. Helena Hoopoe, St. Helena Giant Hoopoe, Saint Helena Hoopoe, Saint Helena Giant Hoopoe, Giant Hoopoe
ursprüngliches VerbreitungsgebietSt. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbensnach 1502
Ursachen für das AussterbenBejagung, auf Insel eingeschleppte Tiere
IUCN-Statusausgestorben

Aussehen nur anhand von Knochen rekonstruierbar

Upupa antaios Rekonstruktion
Rekonstruktion des wahrscheinlich flugunfähigen St.-Helena-Wiedehopfs
Apokryltaros at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Der St.-Helena-Wiedehopf ist nur von wenigen subfossilen Knochen her bekannt. Der britische Zoologe Philip Ashmole konnte 1963 erstmals überhaupt nachweisen, dass es diese Vogelart gab. Denn Ashmole fand im Osten der Insel einen Flügelknochen, der sich eindeutig von dem anderer Wiedehopf-Arten unterschied.

Im Jahr 1975 hat schließlich der Paläontologe Storrs Lovejoy Olson ein unvollständiges Skelett des Vogels entdeckt. Jenes bestand etwa aus Teilen des Schädels, einem weiteren Flügelknochen und einem Oberschenkelknochen.

Anhand von Knochenuntersuchungen konnte festgestellt werden, der St.-Helena-Wiedehopf war sehr viel größer als seine Verwandten aus Afrika oder Europa. Dennoch gibt es keine genauen Daten darüber, wie groß der Vogel gewesen sein mag. Zum Vergleich: Der unter anderem in Mitteleuropa heimische Wiedehopf (Upupa epops) misst rund 28 Zentimeter. Der St.-Helena-Wiedehopf maß demnach also weit mehr als 30 Zentimeter.

Wissenschaftler vermuten, zurückzuführen ist die Größe des Wiedehopfs von St. Helena auf Inselgigantismus. Von diesem Phänomen war möglicherweise auch der heute ausgestorbene St.-Helena-Kuckuck betroffen.

Inselgigantismus meint, dass die Größe von auf einer Insel lebenden Tieren über Generationen hinweg zunimmt. Ein Grund dafür ist etwa die Abwesenheit von Fressfeinden. Das Gegenteil ist die Inselverzwergung – Beispiele dafür sind der Schwarze Emu oder der Känguru-Insel-Emu.

Viel mehr ist nicht über den St.-Helena-Wiedehopf bekannt. Was seine Ernährung angeht, so vermutet man aber, dass der heute ebenso ausgestorbene St.-Helena-Riesenohrwurm auf seinem Speisezettel stand.

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

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