Biodiversität
Für die Studie Expert perspectives on global biodiversity loss and its drivers and impacts on people wurden mehr als 3.300 Experten befragt, die sich mit dem Thema Artenvielfalt auseinandergesetzt haben. en:User:Justin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Studie: Mehr Arten gefährdet als angenommen

Einer aktuellen Studie zufolge, sind weltweit mehr Arten bedroht als bisher angenommen. Für die Studie wurden mehr als 3.300 Experten aus 113 Ländern befragt, die sich in den letzten zehn Jahren in Fachjournalen mit dem Thema Biodiversität auseinandergesetzt haben. Die Fachleute mussten ihre Einschätzung darüber abgeben, wie viele Arten vom Aussterben bedroht sind. Die Ergebnisse der Umfrage lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Die Biodiversitätsexperten schätzen, dass seit dem Jahr 1500 rund 30 Prozent aller Arten weltweit ausgestorben oder vom Aussterben bedroht sind.
  • Unter den Fachleuten herrschte ein überwältigender Konsens darüber, dass der globale Biodiversitätsverlust wahrscheinlich dazu führen wird, dass die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen eingeschränkt wird und Menschen sich die Natur weniger zunutze machen können.
  • Da auch unterrepräsentierte Experten, etwa aus Entwicklungs- und Schwellenländern, und weniger beachtete Arten in die Studie mit einbezogen wurden, könnte der Artenschwund, aufgrund der höheren Expertenschätzungen für unzureichend untersuchte Spezies, tatsächlich größer sein als bisher vermutet.
  • Weiterhin schätzen die Experten, dass vermehrte Anstrengungen und Investitionen zum Schutz von Arten zu diesem Zeitpunkt die Gefahr für eine von drei Arten abwenden könnte, bis zum Jahr 2100 bedroht oder ausgestorben zu sein.

Die Antworten der Fachleute für die Studie variierten teils stark und lagen bei Werten von 16 bis 50 Prozent. Dies sei unter anderem auf demografische und geografische Unterschiede, die die Sichtweisen der jeweiligen Experten beeinflussen, oder auf die Einschätzungen zu unterschiedlichen Tierklassen (Säugetiere, Fische, Insekten etc.) zurückzuführen. Um herauszufinden, welche Zahlen dem wahren Wert letztendlich näher liegen, müsse man für ein vollständiges Bild der Lage die Meinung von Fachleuten für sämtliche Artengruppen jeder Region der Welt einholen, so der Hauptautor der Studie, Forest Isbell von der University of Minnesota, USA.

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