Zyzomys pedunculatus
Die Zentralaustralische Dickschwanzratte könnte innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte aussterben, so der aktuelle Umweltbericht der australischen Regierung. Michael Barritt & Karen May, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

‚Australia – State of the Environment 2021‘: Aktueller Umweltbericht erweist sich als besorgniserregend

Aus dem aktuellen offiziellen Umweltbericht Australia – State of the Environment 2021 zur Lage Australiens geht hervor, dass nahezu jede der dort untersuchte Kategorie seit dem letzten Bericht im Jahr 2016 eine Verschlechterung erfahren hat. Der heute veröffentlichte Bericht beschreibt die Auswirkungen des Klimawandels, der Umweltverschmutzung, des Bergbaus, invasiver Arten und des Lebensraumverlusts. Wichtige Erkenntnisse des Berichts sind unter anderem:

  • 19 australische Ökosysteme zeigen Anzeichen eines Zusammenbruchs.
  • In den letzten zwei Jahrhunderten hat Australien mehr Säugetierarten verloren als jeder andere Kontinent.
  • Mittlerweile gibt es in Australien mehr fremde als einheimische Pflanzenarten.
  • Seit 2016 wurden 202 Tier- und Pflanzenarten (vor allem Frösche und Wirbellose) als bedroht gelistet, darunter auch der Koala und der Helmkakadu.
  • Strände oder Küsten in der Nähe von Ballungszentren sind im Allgemeinen in schlechtem Zustand.

Die führenden Autoren des Berichts, Ian Cresswell, Terri Janke und Emma L. Johnston, geben zudem an, dass folgende fünf Säugetierarten innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte aussterben könnten:

  • Zentralaustralische Dickschwanzratte (Zyzomys pedunculatus)
  • Zyzomys palatilis, eine weitere Dickschwanzratten-Art
  • Nördliche Hüpfmaus (Notomys aquilo)
  • Weihnachtsinsel-Flughund (Pteropus melanotus natalis)
  • Schwarzfuß-Baumratte (Mesembriomys gouldii)

„Das Aussterben der meisten Säugetiere Australiens aufgrund der Nachstellung durch eingeführte Arten verursacht, insbesondere durch wilde Katzen und europäische Rotfüchse; die Aussterberaten sind in trockenen und halbtrockenen Regionen Australiens besonders hoch“, geht es aus dem Bericht hervor. Australische Vögel würden ebenfalls einen starken Bestandsrückgang aufweisen, wobei die am stärksten gefährdeten Vogelarten nur noch auf Inseln oder in Südaustralien zu finden sind.

Die aktuelle australische Umweltministerin Tanya Plibersek äußert sich zum Bericht: „Er erzählt eine Geschichte der Krise und des Niedergangs der australischen Umwelt [und] eines Jahrzehnts der Untätigkeit der Regierung und vorsätzlicher Ignoranz“. Der Bericht, an dem unabhängige Fachautoren für zwölf Kategorien Reports verfassten, wurde dem ehemaligen Umweltminister als Abschlussbericht bereits im vergangenen Dezember vorgelegt. Allerdingt hielt die Regierung unter Scott Morrison diesen bis nach den jüngsten Wahlen zurück.

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