Monarch butterfly
Die IUCN hat den Monarchfalter in die Rote Liste gefährdeter Arten neu aufgenommen. Kenneth Dwain Harrelson, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

IUCN: Update der Roten Liste

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), die größte und älteste Naturschutzorganisation der Welt, hat ihre Rote Liste gefährdeter Arten aktualisiert. Gelistet sind derzeit 147.517 Arten, von denen 41.459 vom Aussterben bedroht sind.

In den Fokus der neu hinzugefügten Spezies stellt die Organisation den orangefarbenen Monarchfalter (Danaus plexippus plexippus), der dafür bekannt ist, einmal jährlich 4.000 Kilometer weit von Mexiko und Kalifornien aus in den Norden zu fliegen, um sich dort im Sommer zu vermehren. Seine Überwinterungsquartiere befinden sich im Süden Mexikos.

Der Bestand des Monarchfalters ist stark gefährdet. Vor allem für die westliche Population besteht ein hohes Risiko, auszusterben, denn ihr Bestand sank zwischen den 1980er-Jahren und 2021 schätzungsweise um 99,9 Prozent von zehn Millionen auf 1.914 Exemplaren. Auch die größere östliche Monarchfalter-Population verringerte sich zwischen 1996 und 2014 um 84 Prozent. Die Zahlen seien besorgniserregend, denn es ist unklar, ob genügend Schmetterlinge überleben werden, um die Populationen erhalten und ein Aussterben abwenden zu können. Die Gründe für die sinkenden Bestandszahlen sind die Abholzung von Wäldern, die Umwandlung von Lebensraum in landwirtschaftliche Flächen, der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, extremes Klima sowie Waldbrände.

Sämtliche Stör-Arten bedroht

Auch die Störe hat die IUCN noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Die globale Neubewertung zeigt, dass 100 Prozent der weltweit noch existierenden 26 Stör-Arten nun gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind; 2009 waren es noch 85 Prozent. Der Status des Jangtse-Störs (Acipenser dabryanus) wechselte in der Roten Liste von „vom Aussterben bedroht“ zu „in der Wildnis ausgestorben“. Von den Stör-Arten gelten derzeit 17 als „vom Aussterben bedroht“, drei sind „stark gefährdet“ und fünf „gefährdet“. Die Neubewertung hat weiterhin bestätigt, dass der einst im Jangtsekiang endemische Schwertstör ausgestorben ist.

Acipenser dabryanus
Eine Neubewertung der Störe zeigt, dass alle noch lebenden Arten entweder gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Der Jangtse-Stör (Bild) wird nun als „in der Wildnis ausgestorben“ gelistet. (© Josephe Huët, Public domain, via Wikimedia Commons)

Störe sind bekannt für ihre Größe; der Beluga-Stör (Huso huso) kann eine Länge von acht Metern und ein Gewicht von 1.700 Kilogramm erreichen. Die Fische werden seit Jahrhunderten wegen ihres Fleisches und Kaviars gejagt. Trotz völkerrechtlicher Schutzmaßnahmen sind mehr als die Hälfte aller Stör-Arten von Wilderei betroffen. Die IUCN betont, dass die Vorschriften zum illegalen Verkauf des Fleisches und Kaviars entscheidend sei, um das weitere Sinken der Populationszahlen zu stoppen. Auch der Bau von Dämmen, der das Aufsuchen der Brutgebiete verhindert, und die Erwärmung von Gewässern aufgrund des Klimawandels stören die Reproduktion der Störe. Maßnahmen, um das langfristige Überleben der Störe zu sichern, seien die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen und der Bau effektiver Fischpassagen.

Mehr Tiger als bisher angenommen

Panthera tigris
Neubewertungen der IUCN zeigen, dass die Bestandszahlen der Tiger in freier Wildbahn höher ausfallen als bislang angenommen. (© Amoghavarsha, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Den Status der Tiger (Panthera tigris) hat die IUCN ebenfalls für die Rote Liste unter Verwendung aktualisierter Daten neu bewertet: Zurzeit leben weltweit zwischen 3.726 und 5.578 Tiger in freier Wildbahn. Das bedeutet einen Anstieg von 40 Prozent seit der letzten Tiger-Bewertung im Jahr 2015. Dies sei das Ergebnis von Verbesserungen bei der Überwachung der Großkatzen, wodurch sich zeigen ließ, dass es mehr Tiger gibt als bisher angenommen, und dass die Bestandszahlen stabil beziehungsweise im Wachsen begriffen sind. Allerdings bestätigt die Neubewertung der Tiger auch, dass die Art nach wie vor vom Aussterben bedroht ist. Die positive Populationsentwicklung deute aber auch darauf hin, dass Projekte zum Schutz der Tiere (etwa das IUCN Integrated Tiger Habitat Conservation Programme) erfolgreich sind und dass eine Erholung der Art möglich ist, insofern die Schutzbemühungen fortgesetzt werden.

Zu den größten Bedrohungen für Tiger gehören die Wilderei der Tiger selbst, die Wilderei und Jagd ihre Beutetiere sowie die Fragmentierung und Zerstörung ihrer Lebensräume aufgrund der Landwirtschaft und der menschlichen Besiedlung.

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