Huia-Feder
Der Huia besaß zwölf lange schwarze Schwanzfedern mit breitem weißen Rand an der Spitze. Auckland Museum Collections from Auckland, Aotearoa New Zealand, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Neuseeland: Huia-Feder für 26.000 Euro versteigert

Eine einzelne Schwanzfeder des ausgestorbenen neuseeländischen Huia-Vogels hat bei einer Auktion in Auckland einen Weltrekord aufgestellt. Die etwa neun Gramm leichte Feder wurde für 46.521 neuseeländische Dollar (ungefähr 26.180 Euro) verkauft und ist damit die teuerste Feder, die jemals bei einer Auktion versteigert wurde. Dieser Verkauf brach den vorherigen Rekord von 8.400 neuseeländischen Dollar für eine Feder derselben Art um 450 Prozent. Ursprünglich wurde erwartet, dass die Huia-Feder zwischen 2.000 und 3.000 neuseeländische Dollar erzielen würde, so das Auktionshaus Webb’s.

Die am 20. April versteigerte Huia-Feder „bewahrt immer noch ihren sehr ausgeprägten Glanz und zeigt keinerlei Insektenschäden“, berichtet Leah Morris, die Leiterin der Abteilung für dekorative Kunst im Webb’s Auktionshaus, gegenüber der BBC. Sie erwähnte zudem, dass das Auktionshaus die Feder hinter UV-schützendem Glas aufbewahrt hat.

Die Feder ist als taonga tūturu registriert, ein System, das Objekte schützt, die von den Maori hergestellt wurden. Dies bedeutet, dass nur lizenzierte Sammler innerhalb dieses Systems berechtigt waren, sie zu erwerben. Zudem darf die Feder das Land nicht ohne eine Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Erbe verlassen.

Darum starb der Huia aus

Huia Lappenhopf Feder versteigert
Huia-Präparat im Auckland War Memorial Museum.
Auckland Museum, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)

Der Huia (Heteralocha acutirostris), auch als Lappenhopf bekannt, galt für das Māori-Volk als heiliger Vogel. Diese Singvögel zeichneten sich durch zwölf lange schwarze Schwanzfedern mit breiten weißen Spitzen aus, die häufig als Kopfschmuck von Häuptlingen und deren Familien verwendet und auch als Geschenke oder Tauschobjekte genutzt wurden. Die letzte bestätigte Sichtung des Huia erfolgte im Dezember 1907, doch wurden noch 20 bis 30 Jahre danach vereinzelte, jedoch unbestätigte Sichtungen berichtet.

Schon vor der Ankunft der Europäer in Neuseeland war der Huia relativ selten. Massive Waldrodungen, die die lebenswichtigen Lebensräume der Vögel zerstörten, führten auf der Nordinsel zu einem dramatischen Rückgang der Huia-Populationen. Hinzu kamen von europäischen Siedlern eingeschleppte invasive Säugetierarten sowie Krankheiten und Parasiten, die durch andere importierte Vogelarten übertragen wurden. Auch die Jagd durch Naturforscher, Modehändler und Sammler, die Huia-Federn und -Präparate begehrten, und der rege Handel der Maori, die große Mengen an Huia-Bälgen exportierten, trugen zum Aussterben dieser Art bei.

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