santa-marta-degenfluegel
Nach dem Santa-Marta-Degenflügel oder Türkisdegenflügel (Bild) aus Kolumbien hat ein Expeditionsteam im Nordosten von Madagaskar nun den seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gesichteten Sianakamadagaskarsänger wiederentdeckt. Marie-France GRENOUILLET, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Madagaskar: Verschollene Vogelart nach 24 Jahren wiederentdeckt

Im Rahmen des globalen Forschungsprojekts The Search for Lost Birds suchen Biologen gezielt nach verschollenen Vogelarten. Den Santa-Marta-Degenflügel (Campylopterus phainopeplus), ein Kolibri, der ausschließlich in einem kleinen Gebiet in Kolumbien vorkommt, konnten sie im August 2022 bereits aufspüren, nachdem er 2010 zum letzten Mal gesichtet wurde.

Nun gelang es den Forschern, im tropischen Regenwald von Madagaskar den kleinen, oliv gefärbten Sianakamadagaskarsänger (Crossleyia tenebrosa), eine Singvogelart, wiederzuentdecken. Das Expeditionsteam unter der Leitung der US-amerikanischen Organisation Peregrine Fund, die sich dem weltweiten Schutz bedrohter und gefährdeter Vögel widmet, fand den Sianakamadagaskarsänger an zwei abgelegenen Orten im Nordosten Madagaskars: Ende Dezember 2022 auf der Halbinsel Masoala und im Januar dieses Jahres in der Nähe der Stadt Andapa.

Der Sianakamadagaskarsänger galt seit 1999 als verschollen, was ihm einen Platz in der Top Ten der meistgesuchten verlorenen Vögel verschaffte; beim Search for Lost Birds-Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen Re:wild, der American Bird Conservancy (BirdLife USA) und BirdLife International.

Verwunderlich sei nicht, so Expeditionsteilnehmer John C. Mittermeier, Direktor des Programms, dass der Sianakamadagaskarsänger lange verschollen war, denn die Vögel wurden in einem unerwarteten Lebensraum aufgespürt: Die bodenbewohnenden Sianakamadagaskarsänger hielten sich in dichter Vegetation in der Nähe von Fließgewässern auf. Beim Aufspüren und Beobachten von Vögeln im tropischen Regenwald gehe es in erster Linie darum, Vogelstimmen zu lauschen, weshalb man sich selten an rauschenden Flüssen aufhalte, so Mittermeier.

Trotzdem der Regenwald, in dem die Vögel leben, offiziell unter Schutz steht, stellte das Team fest, dass ein großer Teil des Waldes in Vanille-Farmen umgewandelt wurde, sodass der natürliche Lebensraum des Sianakamadagaskarsängers und anderer Tiere teilweise zerstört wurde. Die IUCN listet den Sianakamadagaskarsänger zurzeit in der Kategorie „unzureichende Datenlage“ (Data Deficient).

Bisherige Seitenaufrufe: 68