Hyloscirtus tolkieni
Der neu entdeckte Tolkien-Frosch lebt in Ecuador und wurde aufgrund seiner ungewöhnlichen, an Fantasiewelten erinnernden Färbung nach J. R. R. Tolkien, dem Schöpfer von Mittelerde, benannt. Juan C. Sánchez-Nivicela, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)

Ecuador: Neu entdeckter Frosch zu Ehren J. R. R. Tolkiens benannt

Forscher sind im Nebelwald Ecuadors auf eine bislang unbekannte Laubfroschart gestoßen, die sie aufgrund ihrer ungewöhnlichen Färbung dazu inspirierte, sie nach J. R. R. Tolkien, dem Autor der Werke Der Herr der Ringe und Der kleine Hobbit, zu benennen: Hyloscirtus tolkieni. Der grün-graue, schwarz gesprenkelte Tolkien-Frosch besitzt zahlreiche gelbe Punkte auf dem Bauch und Augen mit einer rosafarbenen Iris mit schwarzer Umrandung. Die Spezies ist mit einer Länge von 6,5 Zentimetern vergleichsweise groß.

Aus der im Journal Zookeys kürzlich veröffentlichten Erstbeschreibung des Tolkien-Frosches geht hervor, dass die Art in Gebirgsbächen im Nationalpark Río Negro-Sopladora im Südosten Ecuadors vorkommt. Entdeckt wurde die Lurchart in 3.190 Metern Höhe zwischen Zweigen in einem einzigartigen Ökosystem namens Páramo, das sich oberhalb der Baumgrenze in den Anden befindet.

Bisher ist es dem Forscherteam um Juan Sánchez-Nivicela von der Universidad San Francisco de Quito gelungen, nur ein einziges Exemplar, ein Weibchen, aufzuspüren. Deshalb sei auch unklar, ob der neu entdeckte Tolkien-Frosch bereits – möglicherweise durch die für Amphibien oft tödlich verlaufende Pilzerkrankung Chytridiomykose –gefährdet ist.

Die Gattung Hyloscirtus umfasst derzeit 39 Arten von in Gebirgsbächen lebenden Fröschen, die von Costa Rica bis Bolivien verbreitet sind. Da das Ökosystem Páramo bislang wenig erforscht ist und Ecuador trotz seiner geringen Größe zu den artenreichsten Gebiete der Erde zählt, vermuten die Wissenschaftler dort noch zahlreiche weitere unbekannte Arten.

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

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