Mauritiustaube
Die Rosentaube von der Insel Mauritius ist eine nahe Verwandte der bereits ausgestorbenen Réunion-Taube. (© Michael Hanselmann (www.MichaelHanselmann.de), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Réunion-Taube

Réunion-Taube: Eine nahe Verwandte der Rosentaube

Einst lebte die Reunion-Taube auf den Maskarenen, eine Inselkette, zu denen das französische Überseedépartement La Réunion, und die Inseln Mauritius und Rodrigues gehören. Bekannt ist die Vogelart nur anhand der Beschreibungen des französischen Reisenden Sieur Dubois aus dem Jahr 1974, die etwa im Buch Lost Land of the Dodo zu finden sind. Er berichtete von einer rostroten Taube, die auf Réunion lebt.

Dubois erwähnt auch, dass der Schnabel der Taube an der Wurzel rot und die Augen von roten Ringen umgeben seien. Beides deutet darauf hin, dass die Reunion-Taube und Rosentaube eng miteinander verwandt sind. Die Rosentaube lebt noch heute auf Mauritius, ist aber selten.

Zudem existieren von der Reunion-Taube Teile eines subfossilen Flügelskeletts, die im Wesentlichen mit der Rosentaube übereinstimmen. Der Knochen der Réunion-Taube ist lediglich etwas länger.

Réunion-Taube – Steckbrief

wissenschaftliche NamenNesoenas duboisi, Strepotpelia duboisi, Columba duboisi
englische NamenRéunion Pigeon, Réunion Pink Pigeon, Bourbon Pink Pigeon
ursprüngliches VerbreitungsgebietRéunion (Maskarenen, Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbensfrühestens 1689
Ursachen für das Aussterbenauf die Insel eingeschleppte Tiere, Bejagung
IUCN-Statusausgestorben

Gründe für das Verschwinden der Art sind unklar

Da die Reunion-Taube nur anhand der Beschreibungen von Dubois bekannt ist, kann auch nur wenig zu den Ursachen für das Aussterben dieser Art gesagt werden.

Die letzten Sichtungen von auf Réunion heimischen Tauben sind aus den Jahren 1687 und 1689 dokumentiert. Der Kartograf Jean Feuilley äußerte 1705, dass sämtliche auf Réunion endemische Tauben ausgestorben sind. Aber nicht nur die Tauben sind auf der Insel ausgestorben, auch eine Menge anderer Vogelarten: etwa die Réunion-Gans (Alopochen kervazoi), der Réunion-Falke (Falco duboisi), das Réunion-Purpurhuhn oder Réunion-Ibis.

Vermutlich haben auf die Insel eingeführte Ratten und Katzen zum Verschwinden der Réunion-Taube beigetragen, so die IUCN. Dubois‘ Aussage „Sie schmecken sehr gut.“, die sich auf die Taubenart bezieht, deutet zusätzlich darauf hin, dass eine exzessive Bejagung der Vögel ursächlich gewesen sein könnte.

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

Profil & Arbeitsweise

Unterstütze diesen Blog
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über eine kleine Spende. Damit bleibt artensterben.de werbefrei und ohne Bezahlschranken – und alle Leser behalten freien Zugang zu den Inhalten. Alternativ kannst Du meine Arbeit auch durch den Kauf meines Buches oder über meine Amazon-Wunschliste unterstützen. Vielen Dank!

Buchcover: Ausgestorbene Säugetiere seit 1500
Spenden mit PayPal Spenden mit PayPal Überweisung per IBAN gern auf Anfrage.