beutelwolf
Beim Beutelwolf, der weder mit Hunden noch mit Wölfen verwandt war, handelte es sich um den größten fleischfressenden Raubbeutler. Er wog bis zu 30 Kilogramm und seine Schulterhöhe lag bei rund 60 Zentimetern. Ben Sheppard, Public domain, via Wikimedia Commons)

De-Extinktion: Start-up will den ausgestorbenen Beutelwolf zurückbringen

Erneut planen Wissenschaftler den seit 1936 als ausgestorben geltenden Beutelwolf oder Tasmanischen Tiger wieder zum Leben zu erwecken. Diesmal handelt es sich um ein Start-up mit dem Namen Colossal, das im letzten Jahr gegründet wurde. Das Unternehmen machte schon zuvor auf sich aufmerksam, weil es bis 2027 das vor etwa 3.700 Jahren ausgestorbene Wollhaarmammut zurückbringen wollte. Der Beutelwolf ist ein weiteres Tier auf der De-Extinktions-Liste des Start-ups.

Australische Wissenschaftler, die schon seit längerem den Plan verfolgen, den Beutelwolf wieder zum Leben zu erwecken, haben sich nun mit Colossal zusammengetan, wie unter anderem Gizmodo berichtete. So einfach ist es allerdings nicht, den ausgestorbenen Beutelwolf zurückzubringen: Der nächste Verwandte des Beutelwolfes ist nämlich die winzige, ebenfalls in Australien endemische Dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus (Sminthopsis crassicaudata).

Sminthopsis crassicaudata
Die Dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus ist die am nächsten mit dem Beutelwolf verwandte, noch lebende Tierart. (© Bernard DUPONT from FRANCE, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Die Wissenschaftler wollen die Zelle einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus genetisch so verändern, dass sie zu einer künstlichen Beutelwolfzelle wird. Diese soll zu einem Embryo heranwachsen, der einem größeren Beuteltier eingesetzt wird, das wiederum die Jungtiere auf die Welt bringen soll.

Colossal begründet sein Vorhaben damit, dass eine Rückkehr des Beutelwolfes einen positiven Effekt auf das Ökosystem Tasmaniens beziehungsweise Australiens hätte. Da Australien immer wieder mit invasiven Tierarten, zum Beispiel Füchsen, Kaninchen oder Kröten, kämpft, die die einheimische Flora und Fauna bedrohen, sei eine gesunde Beutelwolf-Population hilfreich, um das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen oder zu erhalten.

Experten kritisieren derartige Wiederauferstehungsprojekte mittels moderner Technik – auf ethischer Ebene und weil sich das Ökosystem, in dem der Beutelwolf einst einheimisch war, mittlerweile verändert haben dürfte. Andere Kritiker geben zu bedenken, dass das Geld, das in das Projekt gesteckt wird, stattdessen lieber für Schutz- und Erhaltungsprojekte bedrohter Tierarten ausgegeben werden sollte.

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