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St.-Helena-Ralle

St,-Helena-Ralle Aphanocrex podarces
Der subfossile Schädel der St.-Helena-Ralle. Der Vogelkundler Storrs L. Olson hat das vermutliche Erscheinungsbild des fehlenden Schnabels mit gepunkteten Linien 1973 rekonstruiert. (© Olson, Storrs L., Public domain, via Wikimedia Commons)
St.-Helena-Ralle – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Sankt-Helena-Ralle, Saint-Helena-Ralle
lateinische Namen Aphanocrex podarces, Atlantisia podarces, Laterallus podarces
englische Namen St. Helena Rail, Saint Helena Rail, St. Helena Crake, Saint Helena Crake
ursprüngliches Verbreitungsgebiet St. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1502
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Tiere, Überjagung

St.-Helena-Ralle: Deutlich größer als heutige Rallen

Der amerikanische Ornithologe Alexander Wetmore fand 1963 subfossile Überreste eines bis dato unbekannten Vogels in der Prosperous Bay auf der kleinen Insel Sankt Helena im Südatlantik. Die Knochenfunde lassen den Vogelkundler Storrs L. Olsen vermuten, dass die neu entdeckte, aber bereits ausgestorbene Vogelart, die St.-Helena-Ralle, relativ groß war, vermutlich fast so groß wie die neuseeländische Wekaralle (Gallirallus australis). Diese Rallenart ist mit 50 Zentimetern Länge deutlich größer als andere heute in Südostasien, Australien oder Neuseeland heimische Rallen.

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St.-Helena-Sumpfhuhn

zwergsumpfhuhn porzana pusilla
Das ausgestorbene St.-Helena-Sumpfhuhn gilt als direkter Abkömmling des heute in Europa, Afrika und Asien lebenden Zwergsumpfhuhns (Bild). (© Dr. Raju Kasambe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
St.-Helena-Sumpfhuhn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Sankt-Helena-Sumpfhuhn, Saint-Helena-Sumpfhuhn, Helenasumpfhuhn, Helena-Sumpfhuhn, Helenaralle, Helena-Ralle
lateinische Namen Zapornia astrictocarpus, Porzana astrictocarpus
englische Namen Saint Helena Crake, St. Helena Crake, Saint Helena Rail, St. Helena Rail
ursprüngliches Verbreitungsgebiet St. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1502
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Tiere, Überjagung

Mit der Entdeckung Sankt Helenas begann das Aussterben des Sumpfhuhns

Die Südatlantikinsel Sankt Helena ist gerade einmal 15 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Aufgrund ihrer isolierten Lage konnte sich auf diesem Eiland eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln – mit zahlreichen endemischen Arten (Arten, die nur dort vorkommen). Heutzutage weiß man von mindestens 400 Spezies, die ausschließlich auf dieser Insel gelebt haben. Eine davon war das St.-Helena-Sumpfhuhn.

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McCranies Raubfrosch

Craugastor longirostris
Craugastor longirostris: Ein in Ecuador heimischer Frosch, der ebenfalls der Gattung Craugastor angehört. (© Mauricio Rivera Correa, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)
McCranies Raubfrosch – Steckbrief
lateinische Namen Craugastor chrysozetetes, Eleutherodactylus chrysozetetes, Craugastor (Campbellius) chrysozetetes
englische Namen McCranie’s Robber Frog, Cerro Búfalo Streamside Frog
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Honduras
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1989
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Hurrikan, Pilzerkrankung

McCranies Raubfrosch: Unglückliche Namensgebung

Der Biologe James McCranie war mit dem umgangssprachlichen Namen McCranies Raubfrosch oder McCranie’s Robber Frog, der der Froschart Craugastor chrysozetetes gegeben wurde, gar nicht glücklich. Ihm wäre eine Bezeichnung lieber gewesen, die den Fundort der Art widerspiegelt, wie etwa Cerro Búfalo Streamside Frog. Der Grund: Neben McCranie waren auch der Herpetologe Jay Mathers Savage und der Zoologe Larry David Wilson an der wissenschaftlichen Erstbeschreibung von Craugastor chrysozetetes 1989 beteiligt.

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Jalpa-False-Brook-Salamander

Jalpa False Brook Salamander (Pseudoeurycea exspectata)
Ein Foto des vielleicht letzten Jalpa-False-Brook-Salamanders, aufgenommen 1976 vom Herpetologen David Wake. (© 2007 David Wake)
Jalpa-False-Brook-Salamander – Steckbrief
lateinischer Name Pseudoeurycea exspectata
englischer Name Jalpa False Brook Salamander
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Guatemala
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1976
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Knapp 20 Jahre nach seiner Entdeckung nie mehr gesichtet – der Jalpa-False-Brook-Salamander

Zuerst beschrieben wurde Pseudoeurycea exspectata vom amerikanischen Herpetologen Laurence Cooper Stuart im Jahr 1954. In jener Zeit war die Salamanderart wohl noch recht häufig anzutreffen. Doch gerade einmal etwas mehr als 20 Jahre später, nämlich 1976, wurde der Jalpa-False-Brook-Salamander ein letztes Mal gesehen.

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Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege

Emperoptera mirabilis Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege
Eine Zeichnung der ausgestorbenen Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege aus Fauna Hawaiiensis (1899 bis 1913). (© various authors, Public domain, via Wikimedia Commons)
Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege – Steckbrief
lateinische Namen Emperoptera mirabilis, Campsicnemus mirabilis
englischer Name Koolau Spur-winged Long-legged Fly
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Oahu (Hawaii)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1907
Ursachen für das Aussterben
auf Insel eingeschleppte Großkopfameisen, Lebensraumverlust

Die Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege: Eine Fliege, die nicht fliegen konnte

Die winzige, zwischen 15 und 18 Millimeter lange Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege besaß keine Flügel und war damit flugunfähig. Anstelle ihrer Flügel besaß sie rund ein Millimeter lange Sporne.

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Galapagos-Riesenratte

galapagos-riesenratte Megaoryzomys curioi
Das Foto zeigt den Schädel der ausgestorbenen Galapagos-Riesenratte. (© Geni, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
GalApagos-Riesenratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Galápagos-Riesenratte
lateinischer Name Megaoryzomys curioi
englische Namen Galapagos Giant Rat, Galápagos Giant Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz, Isabela (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Galapagos-Riesenratte: Größe dem Inselgigantismus geschuldet

Eine lebendige Galapagos-Riesenratte wurde nie gesichtet oder gar gesammelt. Jochen Niethammer beschrieb das mäuseartige Nagetier aus der Gruppe der Neuweltmäuse 1964 auf Basis von drei Knochenfragmenten, die man in einer Höhle auf Santa Cruz fand. Später wurden noch weitere fossile Überreste, allesamt auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela, entdeckt.

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Antigua-Glattkopfleguan

Der ausgestorbene Antigua-Glattkopfleguan gehört wie auch der heute noch existierende Rollschwanz-Leguan Leiocephalus carinatus (Bild) zur Gattung der Glattkopfleguane. (© Ianaré Sévi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Antigua-Glattkopfleguan – Steckbrief
alternative Bezeichnung Barbuda-Glattkopfleguan
lateinischer Name Leiocephalus cuneus
englischer Name Antiguan Curly-tailed Lizard
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Anguilla, Antigua und Barbuda, Guadeloupe (Kleine Antillen)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens im 15. Jahrhundert
Ursachen für das Aussterben
auf Insel eingeschleppte Tiere

Ein Reptil von ekelhaftem Aussehen

Eine Mrs. Lanaghan (auch Lanagan) lieferte 1844 in Antigua and the Antiguans eine Beschreibung eines Reptils, welches der Antigua-Glattkopfleguan sein könnte. Sie beschrieb eine auf dem Boden lebende Echse, die „wesentlich größer“ als jene auf Bäumen sei. An ihrem Körper verlaufen „in Längsrichtung blutrote Streifen und sie ist „von ekelhaftem Aussehen“ mit einem „Schwanz von extremer Länge“, sodass die Bewegungen des Tieres schlangenartig wirken würden.

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Kupferfadenelfe

kupferfadenelfe Discosura letitiae
Eine Illustration der Vogelart Kupferfadenelfe aus dem Jahr 1861 von John Gould für das Buch A Monograph of the Trochilidae, or Family of Humming-Birds Volume 3. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)
Kupferfadenelfe – Steckbrief
lateinische Namen Discosura letitiae, Popelairia letitiae, Gouldia laetitiae, Trochilus letitiae
englische Namen Coppery Thorntail, Letitia’s Thorntail, Letitia’s Coquette
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Bolivien
Zeitpunkt des Aussterbens um 1852 oder später
Ursachen für das Aussterben
Lebensraumverlust

Die Kupferfadenelfe – Eine eigenständige Art?

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN listet die Kupferfadenelfe unter ‚Datenlage unzureichend‘. Der Grund: Die Vogelart ist nur von zwei Exemplaren, die vor 1852 in Bolivien gesammelt wurden, bekannt. Im 20. Jahrhundert wurde die Kupferfadenelfe weder beobachtet noch gesammelt, weshalb sich Forscher uneinig sind, ob es sich bei ihr überhaupt um eine eigenständige Art handelt.

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Antioquia-Brustband-Ameisenpitta

brustband ameisenpitta
Der höchstwahrscheinlich ausgestorbene Antioquia-Brustband-Ameisenpitta unterschied sich vom heute noch existierenden Brustband-Ameisenpitta (Bild) unter anderem durch kürzere Beine und längere Flügel. (© Francesco Veronesi from Italy, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)
Antioquia-Brustband-Ameisenpitta – Steckbrief
lateinischer Name Grallaria milleri gilesi
englischer Name Antioquia Brown-banded Antpitta
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kolumbien
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1878
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Antioquia-Brustband-Ameisenpitta: Seit 120 Jahren unbeachtet im Museum

Als Norman Arlott den Auftrag erhielt, für das Handbook of the Birds of the World unterschiedliche Ameisenpitta-Arten zu illustrieren, besuchte er 2001 das National History Museum in London. In der eine Million Vogelarten umfassenden Sammlung des Museums entdeckte Arlott eine bis dato unbekannte Vogelart. Er machte die Leiter der Vogelgruppe des Museums, Robert Phrys-Jones und Paul Salaman, auf seinen Fund aufmerksam, die schnell feststellten, dass es sich tatsächlich um eine neue Art handelte. Sie erhielt den Namen Antioquia-Brustband-Ameisenpitta.

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Vietnamesisches Nashorn

vietnamesisches nashorn Rhinoceros sondaicus annamiticus
Kopf eines männlichen Vietnamesischen Nashorns, das um 1930 in Perak auf der Malaiischen Halbinsel geschossen wurde. Es befindet sich heute im Raffles Museum in Singapur. (© Kloss, C. Boden, Public domain, via Wikimedia Commons)
Vietnamesisches Nashorn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Annamitisches Java-Nashorn, Annamiten-Nashorn
lateinische Namen Rhinoceros sondaicus annamiticus, Rhinoceros sondaicus annamiticu
englische Namen Vietnamese Javan Rhinoceros, Vietnamese Rhinoceros, Javanese Javan Rhinoceros
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Vietnam (zuvor auch Süd-China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia)
Zeitpunkt des Aussterbens 2009
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Lebensraumverlust

Ausgestorben geglaubte Unterart 1988 wiederentdeckt

Die ausgestorben geglaubte Unterart des Java-Nashorns (Rhinoceros sondaicus), das Annamitische Java-Nashorn oder Annamiten-Nashorn (auch: Vietnamesisches Nashorn) wurde erst 1988 wiederentdeckt. Zunächst nahm man an, dass die Nashorn-Art, die einst einen großen Teil Südostasiens besiedelte, durch die Folgen des Vietnamkrieges ausgestorben war.

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