Windenergieanlagen sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Sie erzeugen Strom ohne die Verbrennung fossiler Rohstoffe und tragen damit zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Eindämmung des Klimawandels bei. Im Betrieb verursachen sie weder CO₂-Emissionen noch Luftschadstoffe, benötigen kaum Wasser und zählen heute zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise gelten sie daher als unverzichtbar für den Umbau des Energiesystems.
Gleichzeitig ist unbestritten, dass Windkraftanlagen keine ökologisch neutralen Strukturen sind. Neben Fragen des Landschaftsbildes oder möglicher Lärmbelastung stehen vor allem naturschutzfachliche Aspekte im Fokus – insbesondere der Schutz einzelner Tierarten. Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen mit Rotorblättern sind gut dokumentiert und prägen seit Jahren die Debatte um Windkraft und Artenschutz. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Windkraft Tiere verletzen oder töten kann, sondern in welchem Ausmaß, unter welchen Bedingungen – und wie diese Effekte im Vergleich zu anderen menschengemachten Risiken einzuordnen sind.
Vögel: Reale Kollisionen, begrenzte Bedeutung

(© Noel Reynolds, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)
Dass Vögel an Windenergieanlagen zu Tode kommen, ist unbestritten. Systematische Erfassungen zeigen jedoch, dass diese Kollisionen weder zufällig auftreten noch alle Arten gleichermaßen betreffen. Wie Marques et al. (2014) in einer grundlegenden Übersicht darlegen, entsteht das Risiko aus dem Zusammenspiel von Flugverhalten, Körpergröße, Landschaftsnutzung und Standortwahl der Anlagen: Während viele Arten Windräder konsequent meiden, geraten andere bei der Nahrungssuche, bei Revierflügen oder während des Vogelzugs häufiger in den Rotorbereich.
Besonders betroffen sind größere Vogelarten mit weiter Bewegungsreichweite und geringerer Manövrierfähigkeit. Dazu zählen vor allem Greifvögel, aber auch einzelne Großvogelarten der offenen Agrarlandschaft. Thaxter et al. (2017) bestätigen dieses Muster in einer globalen Analyse: Ein erhöhtes Kollisionsrisiko besteht vor allem bei Arten, die regelmäßig in Rotorhöhe fliegen oder große Aktionsräume nutzen. Gleichzeitig zeigen Studien deutlich, dass selbst innerhalb potenziell gefährdeter Artengruppen das tatsächliche Risiko stark variiert und entscheidend vom jeweiligen Standort der Windenergieanlage abhängt.
Besonders sensible Arten in Deutschland (Auswahl)
In der deutschen Windrad-Genehmigungspraxis sind vor allem Arten im Fokus, bei denen bereits geringe zusätzliche Verluste populationsrelevant sein können. Langgemach & Dürr (2025) nennen unter anderem:
- Rotmilan (Milvus milvus) – Häufig dokumentiertes Kollisionsopfer, da seine Suchflüge über Agrarlandschaften oft durch Windparks führen; Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für einen großen Teil (ca. 60 %) der Weltpopulation.
- Seeadler (Haliaeetus albicilla) – Große Spannweite, vergleichsweise geringe Wendigkeit und weiträumige Nahrungsflüge erhöhen das Kollisionsrisiko.
- Schwarzstorch (Ciconia nigra) – Neben direkten Kollisionen spielt eine ausgeprägte Meidung von Windparks entlang wichtiger Flugrouten zwischen Brut- und Nahrungsgebieten eine Rolle.
- Schreiadler (Clanga pomarina) – Aufgrund der sehr kleinen Bestände können bereits einzelne Verluste populationsrelevant sein.
- Großtrappe (Otis tarda) – Problematisch sind hier insbesondere Barrierewirkungen: Windenergieanlagen führen dazu, dass die Vögel bestimmte Flächen meiden und großräumige Offenlandschaften ihre Funktion als Lebensraum verlieren.
Windkraft im Vergleich zu anderen Todesursachen
Erst im Vergleich mit anderen menschlichen Einflüssen wird deutlich, welchen Anteil Windenergie tatsächlich an der Vogelsterblichkeit hat: einen vergleichsweise kleinen. Übersichtsarbeiten zu menschengemachten Todesursachen zeigen übereinstimmend, dass Kollisionen an Windenergieanlagen zahlenmäßig weit hinter anderen Risiken zurückbleiben. So kommen Loss, Will & Marra (2015) zu dem Ergebnis, dass freilaufende Hauskatzen, Kollisionen mit Gebäudeglas, Straßenverkehr und Stromleitungen um Größenordnungen mehr Vögel töten als Windenergieanlagen. Auch Erickson et al. (2014) zeigen, dass der Anteil der durch Windkraft getöteten Individuen bei den meisten Arten – gemessen an der jeweiligen Populationsgröße – sehr gering ist.
Diese Einordnung bedeutet jedoch nicht, dass Vogelkollisionen aus Sicht des Artenschutzes belanglos wären. Für seltene, langlebige Arten mit geringer Fortpflanzungsrate können bereits wenige zusätzliche Verluste populationsrelevant sein. Deshalb richtet sich die naturschutzfachliche Bewertung von Windenergieprojekten weniger nach der absoluten Zahl getöteter Vögel, sondern danach, welche Arten betroffen sind, in welchem Umfang – und an welchen Standorten.
Besonders anschaulich werden diese Größenordnungen durch groß angelegte Vergleiche aus Nordamerika. Nach Angaben des U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) sterben in den USA jedes Jahr
– Milliarden Vögel durch freilaufende Hauskatzen,
– Hunderte Millionen bis über eine Milliarde durch Kollisionen mit Gebäuden,
– viele Millionen durch Verkehr und Stromleitungen.
Demgegenüber werden die jährlichen Vogelkollisionen an Onshore-Windenergieanlagen auf einige Hunderttausend Individuen geschätzt – also um mehrere Größenordnungen weniger.

(© basierend auf Daten des U.S. Fish & Wildlife Service, Threats to Birds, Loss et al. (2013–2014))
Auch wenn diese Zahlen nicht eins zu eins auf Europa übertragbar sind, machen sie eines klar: Windenergieanlagen tragen nur einen kleinen Teil zur insgesamt vom Menschen verursachten Vogelsterblichkeit bei. Für den Artenschutz entscheidend ist daher weniger die Gesamtsumme der Opfer als die gezielte Vermeidung von Risiken für besonders empfindliche Arten und konfliktträchtige Standorte.
Deutschland: Vogelkollisionen konzentrieren sich auf wenige Standorte
Für Deutschland lieferte das PROGRESS-Projekt 2016 eine der bislang umfassendsten Datengrundlagen zu Vogelkollisionen an Windenergieanlagen. In 46 Windparks in Norddeutschland wurden über mehrere Jahre systematische Kadaversuchen durchgeführt. Nach Korrekturen für Suchaufwand und Aasräuber ergaben Hochrechnungen jährliche Kollisionszahlen von etwa 7.800 Mäusebussarden, 11.000 Ringeltauben und 11.800 Stockenten im Untersuchungsgebiet. Bezogen auf die jeweiligen Gesamtbestände entsprach dies meist nur wenigen Prozentpunkten.
Besonders aufschlussreich war jedoch weniger die absolute Zahl der Funde als ihr räumliches Muster: Die meisten Windenergieanlagen verursachten keine oder nur sehr wenige Kollisionen. Die überwiegende Zahl der Schlagopfer konzentrierte sich auf wenige ungünstig gelegene Standorte, die deutlich aus dem Gesamtbild herausstachen. Genau dieses Muster – wenige Hotspots statt flächendeckender Effekte – zieht sich konsistent durch die Auswertungen.
Die Ergebnisse machen damit deutlich: Vogelkollisionen an Windenergieanlagen sind real, aber stark standortabhängig. Häufige Arten ohne ausgeprägtes Meideverhalten stellen zahlenmäßig den Großteil der Opfer. Greifvögel sind zwar seltener betroffen, können jedoch – gemessen an ihrer geringen Populationsgröße – überproportional ins Gewicht fallen.
Entscheidend ist also nicht die pauschale Frage „Windkraft ja oder nein“, sondern wo Anlagen errichtet werden und welche Arten dort vorkommen. Entsprechend liegt der Schwerpunkt des Artenschutzes auf sorgfältiger Standortwahl, ausreichenden Abständen zu sensiblen Bereichen und gezielten, artspezifischen Schutzmaßnahmen – nicht auf einem generellen Verzicht auf Windenergie.
Warum Kollisionen oft selten bleiben: Vögel weichen Windrädern meist aus
Wie groß das Kollisionsrisiko tatsächlich ist, hängt entscheidend davon ab, wie Vögel auf Windenergieanlagen reagieren. Das lässt sich am besten durch direkte Beobachtung ihres Flugverhaltens klären. Einen detaillierten Einblick liefert die VolZug-Studie (2025) von BioConsult SH an einem norddeutschen Küstenstandort.
Dort wurde über mehrere Jahre mit Vogelradar, KI-gestützten Kamerasystemen und systematischen Kadaversuchen untersucht, wie Zugvögel sich in der Nähe von Windenergieanlagen verhalten. Das Ergebnis ist eindeutig: Rund 99,8 % der erfassten Zugvögel wichen den Rotoren aktiv aus – sowohl tagsüber als auch nachts. Von tausend Vögeln, die sich einer Anlage in potenziell kritischer Höhe näherten, flogen statistisch nur ein bis zwei tatsächlich durch die Rotorebene. Reale Kollisionen waren noch seltener.
Interessant ist auch, dass selbst während Phasen intensiven Vogelzugs keine Zunahme riskanter Flugbewegungen beobachtet wurde. Die Vögel passten ihre Flughöhen und Routen flexibel an und umflogen die Anlagen großräumig. Diese Ergebnisse helfen zu erklären, warum Vogelkollisionen an vielen Standorten vergleichsweise selten bleiben – und warum sich Konflikte häufig auf wenige ungünstig gelegene Anlagen konzentrieren.
Die VolZug-Studie steht damit nicht allein. Auch Offshore-Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. So zeigte eine Langzeitstudie am niederländischen Windpark Egmond aan Zee (Krijgsveld et al. 2011), dass Vögel Windparks häufig schon weiträumig umfliegen und innerhalb der Parks die Rotoren in über 97 % der Fälle aktiv meiden. Besonders deutlich war dieses Ausweichverhalten, wenn die Rotoren in Betrieb waren.
Windenergieanlagen töten Vögel, aber sie wirken nicht flächendeckend gleich. Das Kollisionsrisiko ist stark standort- und artspezifisch und konzentriert sich auf wenige sensible Arten sowie ungünstige Standorte. Genau dieses ausgeprägte Ausweichverhalten erklärt, warum Windkraft den allgemeinen Vogelrückgang nicht erklärt und warum gezielte Standortwahl entscheidender ist als pauschale Urteile über die Technologie. Für Offshore-Windenergie gelten jedoch teilweise andere Rahmenbedingungen.

(© Canva Pro)
Offshore-Windenergie: Andere Risiken als an Land
Im Vergleich zu Onshore-Anlagen unterscheiden sich die ökologischen Wirkmechanismen von Offshore-Windparks deutlich. Während an Land vor allem standortabhängige Kollisionen einzelner sensibler Arten im Vordergrund stehen, betreffen Offshore-Risiken vor allem nachtziehende Zugvögel. Untersuchungen an Offshore-Plattformen und Windparks in der Nordsee zeigen, dass Kollisionen dort stark situationsabhängig auftreten und vor allem durch künstliche Beleuchtung begünstigt werden. Bei ungünstigen Wetterlagen wie Nebel oder tiefhängender Bewölkung können Zugvögel desorientiert werden und mit beleuchteten Strukturen kollidieren. Solche Ereignisse treten jedoch nicht kontinuierlich auf, sondern konzentrieren sich auf wenige Nächte mit hohem Zugaufkommen.
Hüppop et al. (2016) betonen, dass Offshore-Kollisionen überwiegend häufige Singvogelarten des nächtlichen Vogelzugs betreffen und in der Regel keinen populationsrelevanten Umfang erreichen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass durch angepasste Beleuchtungskonzepte und bedarfsgerechte Abschaltungen das Risiko deutlich reduziert werden kann. Offshore-Windenergie weist damit andere artenschutzfachliche Herausforderungen auf als der Ausbau an Land.
Einordnung: Was treibt Biodiversitätsverlust – und welche Rolle spielt Windkraft?
Im globalen Maßstab gilt Windenergie nicht als Hauptursache des Artensterbens. Das zeigt unter anderem die Übersichtsarbeit von Díaz et al. (2019), die die zentralen Treiber des weltweiten Biodiversitätsverlustes systematisch zusammenfasst. Demnach wurden seit den 1970er-Jahren mehr als 70 % der Landoberfläche und rund zwei Drittel der Meeresflächen durch menschliche Nutzung tiefgreifend verändert – mit gravierenden Folgen für Bestandsgrößen, Artenvielfalt und die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen.
Als Hauptursachen identifizieren die Autorinnen und Autoren – im Einklang mit dem Weltbiodiversitätsrat IPBES – vor allem Landnutzungsänderungen, direkte Ausbeutung von Arten, Umweltverschmutzung, invasive Arten und den Klimawandel. Einzelne technische Infrastrukturen wie Windenergieanlagen tauchen in dieser globalen Perspektive nicht als eigenständige Haupttreiber auf. Ihre ökologischen Effekte sind lokal relevant, erklären aber nicht die großräumigen Muster des Artenverlusts.
Besonders hervorgehoben wird der Klimawandel, der viele dieser Belastungen zusätzlich verstärkt. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschläge und häufigere Extremereignisse verschärfen den Druck auf Arten und Lebensräume weltweit. Vor diesem Hintergrund erscheinen erneuerbare Energien nicht als Teil des Problems, sondern als Bestandteil eines notwendigen Transformationsprozesses, um einen der zentralen Treiber des Biodiversitätsverlustes zu begrenzen.
Für die Vogelwelt wird diese Einordnung durch großräumige Populationsanalysen gestützt. Eine Studie von Rosenberg et al. (2019) zeigt, dass Nordamerika seit 1970 rund drei Milliarden Vögel verloren hat. Als Hauptursachen nennen die Autoren vor allem Habitatverlust, intensive Landwirtschaft, Umweltbelastungen und den Klimawandel – nicht Kollisionen mit Windenergieanlagen oder andere einzelne Infrastrukturen.
Fledermäuse und Windkraft: Gut belegt, aber differenziert
Bei Fledermäusen ist die Studienlage deutlich klarer als bei Vögeln. In vielen Regionen werden an Windenergieanlagen mehr Fledermausopfer gefunden als Vogelkollisionen. Kunz et al. (2010) zeigten, dass Fledermäuse Windkraftanlagen nicht konsequent meiden. Im Gegenteil: Sie nähern sich ihnen teils gezielt, etwa bei der Jagd im freien Luftraum oder während saisonaler Wanderungen. Eine globale Auswertung von Sander et al. (2024) bestätigt dieses Muster: An vielen Standorten übersteigt die Zahl der dokumentierten Fledermausopfer die der Vögel. Entscheidend ist dabei nicht eine mangelnde Wahrnehmung der Anlagen, sondern artspezifisches Verhalten und physiologische Anfälligkeit.
Ein wichtiger Unterschied zu Vögeln ist die Art der Todesursachen. Fledermäuse sterben nicht nur durch direkte Kollisionen. Pathologische Untersuchungen von Baerwald et al. (2008) zeigten, dass viele Tiere schwere innere Verletzungen aufweisen, sogenannte Barotraumata. Diese entstehen durch starke Luftdruckabfälle im Bereich der Rotorblätter und können zu Lungenrissen und inneren Blutungen führen – auch ohne direkten Kontakt mit dem Rotor.
Welche Arten besonders betroffen sind, hängt eng mit ihrer Lebensweise zusammen. Eine Metaanalyse von Rydell et al. (2010) zeigt für Nordwesteuropa, dass vor allem hochfliegende Arten des freien Luftraums betroffen sind, etwa Abendsegler, Zwergfledermäuse, Breiflügelfledermäuse und Zweifarbfledermäuse. Strukturgebundene Arten, die nahe an Vegetation jagen, sind dagegen deutlich seltener Schlagopfer. Auffällig ist zudem die zeitliche Bündelung: Die meisten Todesfälle treten in warmen Nächten mit schwachem Wind im Spätsommer und Frühherbst auf.
Besonders betroffene Fledermausarten Deutschlands
Die Schlagopfer an Windenergieanlagen verteilen sich nicht gleichmäßig auf alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten. Vielmehr konzentriert sich der überwiegende Teil der dokumentierten Todesfälle auf wenige, ökologisch ähnliche Arten. Es handelt sich vor allem um hochfliegende, im freien Luftraum jagende und teils weit wandernde Fledermäuse, die regelmäßig in Höhen unterwegs sind, in denen sich ihre Flugbahnen mit den Rotoren moderner Windenergieanlagen überschneiden. Fünf der 24 hierzulande vorkommenden Arten machen dabei rund 85 bis 95 % der bekannten Schlagopfer aus:

(© Kamran Safi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
- Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) – Am häufigsten dokumentiertes Schlagopfer. Die Art jagt bevorzugt im freien Luftraum und fliegt regelmäßig in Rotorhöhe. Zusätzlich legt sie saisonal weite Wanderstrecken zurück, wodurch sie an vielen Standorten exponiert ist.
- Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri) – Ebenfalls ein typischer Hochflieger mit ausgeprägtem Zugverhalten. Besonders im Spätsommer und Frühherbst treten erhöhte Kollisionszahlen auf.
- Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) – Eine der am stärksten wandernden Fledermausarten Europas. Viele an deutschen Windenergieanlagen getötete Tiere stammen aus Nord- und Osteuropa. Die Art ist vor allem während des Herbstzugs häufig betroffen.
- Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) – Obwohl sie überwiegend in niedriger Höhe jagt, wird sie aufgrund ihrer hohen Bestandsgröße regelmäßig als Schlagopfer gefunden. In warmen, windschwachen Nächten nutzt sie auch höhere Lufträume.
- Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) – Ein hochfliegender Jäger mit regional unterschiedlicher Verbreitung. Wo sie vorkommt, ist sie überproportional häufig unter den Schlagopfern vertreten, insbesondere während der Zugzeiten.
Diese Auswahl macht deutlich, dass das Kollisionsrisiko weniger von der Seltenheit einer Art abhängt als von ihrem Flugverhalten und ihrer saisonalen Aktivität. Strukturgebundene Arten, die nahe an Vegetation oder Gewässern jagen, sind dagegen deutlich seltener betroffen.
Warum das populationsökologisch relevant ist
Besonders heikel ist, dass viele getötete Fledermäuse nicht aus der unmittelbaren Umgebung der Anlagen stammen. Mithilfe stabiler Isotope im Fell konnten Voigt et al. (2012) zeigen, dass zahlreiche Schlagopfer aus mehreren hundert bis über tausend Kilometer entfernten Regionen stammen, etwa aus Skandinavien oder Osteuropa. Betroffen sind vor allem wandernde Arten. Damit wird deutlich: Selbst einzelne Windparks können Auswirkungen auf grenzüberschreitende Populationen haben.
Wie stark sich diese Verluste langfristig auf Bestände auswirken, ist allerdings schwer zu beziffern. Fledermäuse sind langlebig, werden spät geschlechtsreif und bringen meist nur ein Jungtier pro Jahr zur Welt. Eine globale Analyse von O’Shea et al. (2016) ordnet Kollisionen an Windenergieanlagen deshalb als eine neue, in den letzten Jahrzehnten bedeutsamer gewordene Mortalitätsquelle ein, die populationsökologisch relevant sein kann – selbst bei moderaten Opferzahlen.
Neuere Studien zeigen zudem, dass die Sterblichkeit nicht gleichmäßig verteilt ist. So fanden Kruszynski et al. (2021) bei der Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) eine überproportionale Betroffenheit juveniler Tiere. GPS-Tracking-Daten von Roeleke et al. (2016) belegen außerdem, dass insbesondere weibliche Abendsegler im Sommer regelmäßig in Rotorhöhe fliegen. Das zeigt: Risiken sind zeitlich, verhaltens- und artspezifisch – nicht zufällig verteilt.
Insgesamt ergibt sich ein klares Bild: Fledermäuse sind nicht deshalb besonders gefährdet, weil Windenergieanlagen für sie „unsichtbar“ wären, sondern weil ihr Jagd- und Zugverhalten, ihre geringe Reproduktionsrate und ihre physiologische Empfindlichkeit sie anfälliger machen. Gleichzeitig sind die zentralen Risikofaktoren gut identifiziert. Genau das ermöglicht wirksame Schutzmaßnahmen.
Trotzdem bleiben Unsicherheiten. Langfristige Bestandsdaten fehlen für viele Arten, Monitoringprogramme sind regional uneinheitlich, und es ist oft unklar, ob Verluste vollständig zusätzlich wirken oder teilweise natürliche Mortalität ersetzen. Entsprechend betont auch Sander et al. (2024), dass belastbare Aussagen vor allem für einzelne Arten und Regionen möglich sind – nicht pauschal für alle Fledermäuse.
Insekten und Windkraft: Viel Diskussion, wenig belastbare Daten
Im Vergleich zu Vögeln und Fledermäusen ist der Einfluss von Windenergieanlagen auf Insekten bislang deutlich schlechter untersucht. Entsprechend bezeichnen Übersichtsarbeiten wie Sander et al. (2024) Insekten als eine der größten Wissenslücken der Windkraftforschung. Zwar ist offensichtlich, dass Insekten mit Rotorblättern kollidieren können – sichtbar etwa an Rückständen auf den Blattvorderkanten –, doch fehlen bislang systematische Studien, die solche Verluste mit messbaren Effekten auf Insektenpopulationen verknüpfen.
Ein zentrales Problem ist die Methodik. Getötete Insekten lassen sich kaum erfassen, nur selten bis zur Art bestimmen und verschwinden schnell aus dem Untersuchungsraum. Anders als bei Vögeln oder Fledermäusen gibt es keine praktikablen Verfahren, um Schlagopfer systematisch zu zählen oder Verluste bestimmten Populationen zuzuordnen. Entsprechend bleibt offen, welche Insekten in welchem Umfang betroffen sind – und wie diese möglichen Verluste im Verhältnis zu anderen bekannten Belastungen stehen, etwa intensiver Landwirtschaft, Pestizideinsatz oder Lichtverschmutzung.
Vor diesem Hintergrund sind modellbasierte Abschätzungen zu bewerten, wie sie unter anderem von Christian C. Voigt (2021) oder 2018 in einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vorgelegt wurden. Diese Rechnungen kommen teils auf sehr hohe theoretische Zahlen möglicher Insektenkontakte mit Rotoren. Entscheidend ist jedoch: Es handelt sich ausdrücklich um Modellrechnungen, deren Ergebnisse stark von Annahmen zur Insektendichte, Flughöhe und Aktivität abhängen. Aussagen über tatsächliche Mortalität oder gar Bestandsrückgänge lassen sich daraus nicht ableiten.

Einordnung im Kontext des Insektensterbens
Um die mögliche Rolle der Windenergie beim Insektensterben zu bewerten, ist zunächst der Blick auf die gesicherte Ursachenlage entscheidend. Die Krefelder Studie zeigte 2017 anhand von Langzeitdaten aus 63 deutschen Schutzgebieten, dass die Biomasse flugaktiver Insekten zwischen 1989 und 2016 im Mittel um rund 76 % zurückging – in den Sommermonaten sogar um mehr als 80 %. Als Hauptursachen gelten großräumige Veränderungen der Landschaft: intensive Landwirtschaft, Pestizideinsatz, Nährstoffeinträge und der Verlust strukturreicher Lebensräume. Dieses Muster wird durch globale Übersichtsarbeiten, etwa von Sánchez-Bayo & Wyckhuys (2019), bestätigt. Technische Infrastrukturen wie Windenergieanlagen spielen in diesen Analysen keine zentrale Rolle.
Vor diesem Hintergrund sind die gelegentlich genannten hohen Zahlen zu Insektenverlusten an Windenergieanlagen einzuordnen. Eine Modellrechnung des DLR schätzte 2018, dass während der warmen Jahreszeit theoretisch mehrere Milliarden Insekten pro Tag den Rotorbereich deutscher Windenergieanlagen passieren könnten und ein kleiner Teil davon kollidiert. Hochgerechnet ergibt sich daraus eine Größenordnung von etwa 1.200 Tonnen Insekten pro Jahr. Wichtig ist: Es handelt sich um eine Modellrechnung, die auf Annahmen zu Insektendichte, Flughöhen und Aktivität beruht und keine Aussagen über Bestandsrückgänge erlaubt.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) verweist dazu auf ein Rechenbeispiel auf Basis der Studie von Nyffeler et al. (2018): Demnach verzehren insektenfressende Vögel allein in den deutschen Wäldern jährlich mehr als 450.000 Tonnen Insekten. Im Vergleich dazu erscheinen die modellhaft geschätzten Verluste an Windenergieanlagen sehr gering. Der Sinn dieses Vergleichs liegt nicht darin, Insektenverluste zu relativieren oder „wegzurechnen“, sondern Größenordnungen einzuordnen: Selbst hohe Modellzahlen zu Windkraft liegen weit unter natürlichen und etablierten Verbrauchs- und Umsetzungsraten in Ökosystemen.
Nach heutigem Kenntnisstand betrifft Windenergie zudem nur einen sehr spezifischen Ausschnitt der Insektenfauna: vor allem flugaktive, windtolerante Arten wie Mücken, Fliegen oder Nachtfalter, die den freien Luftraum auch in größeren Höhen nutzen. Die große Mehrheit der Insektenarten – darunter viele Bestäuber der Agrarlandschaft – fliegt bodennah und gerät kaum in den Gefahrenbereich der Rotoren.
Was empirische Studien zur Windkraft zeigen
Umso wichtiger sind die wenigen empirischen Arbeiten, die Windenergieanlagen direkt untersuchen. Untersuchungen des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (2020) ergaben mithilfe von Lichtfallen, dass die Insektenaktivität in der Höhe von Windenergieanlagen deutlich geringer war als bodennah. Eine ausgeprägte Anlockwirkung ließ sich nicht nachweisen; zudem unterschied sich die Artzusammensetzung deutlich von der bodennahen Insektenfauna. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass daraus keine Entwarnung abzuleiten ist – wohl aber, dass Windenergie nach heutigem Kenntnisstand nicht als dominanter Treiber des Insektensterbens belegt ist.

Diskutiert werden zudem mögliche indirekte Effekte. Eine experimentelle Studie von Long, Flint & Lepper (2010) zeigte, dass helle, windkrafttypische Farben wie Weiß oder Hellgrau mehr flugaktive Insekten anziehen können, insbesondere bei hoher UV- oder Infrarotreflexion. Die Forschenden interpretieren dies nicht als klassische Lichtfalle, sondern als mögliche Fehlwahrnehmung der Oberflächen als Orientierungs- oder Ruhepunkte. Ob solche Effekte ökologische Folgen haben – etwa indem sie insektenfressende Fledermäuse oder Vögel länger in Rotorhöhe halten –, ist bislang offen.
Messungen mit speziellen Lasersystemen – sogenannten Hochfrequenz-Lidar-Verfahren – zeigen, dass Insekten in den Abendstunden auch in der Höhe von Rotorblättern fliegen können. Erfasst wird dabei jedoch nur, dass Insekten dort vorkommen. Ob sie tatsächlich mit den Rotoren kollidieren, wie hoch mögliche Verluste sind oder ob dies Folgen für ihre Bestände hat, lässt sich mit diesen Messungen nicht beantworten.
Zusammengefasst gilt: Windenergieanlagen können lokal mit Insekten interagieren und ihr Verhalten beeinflussen. Ob daraus relevante ökologische Folgen entstehen, ist bislang nicht geklärt und stellt eine zentrale Forschungslücke dar. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass Windkraft einen wesentlichen Beitrag zum großräumigen Insektensterben leistet. Wenn überhaupt, betrifft sie einen sehr spezifischen Ausschnitt der Insektenfauna – flugaktive Arten im Höhenbereich der Rotoren – und kann die bekannten, systemischen Ursachen des Insektenrückgangs nicht erklären.
Wie Risiken für Tiere reduziert werden können
Die Forschung zeigt nicht nur, wo Windenergie Risiken für Tiere mit sich bringt, sondern auch, dass ein großer Teil dieser Risiken vermeidbar ist. Entscheidend sind eine sorgfältige Standortwahl und ein Betrieb, der an ökologische Bedingungen angepasst wird.
Fledermäuse: Abschaltungen als wirksamste Maßnahme
Am besten untersucht sind Schutzmaßnahmen für Fledermäuse. Zahlreiche Feldstudien, zusammengefasst von Arnett et al. (2015), zeigen ein klares Muster: Die meisten Fledermausverluste treten bei niedrigen Windgeschwindigkeiten auf – also genau dann, wenn Fledermäuse besonders aktiv sind, die Stromproduktion aber gering ist.
Erhöhen die Betreiber die Einschaltgeschwindigkeit der Anlagen (cut-in speed), bleiben die Rotoren bei schwachem Wind vollständig stehen. Arnett et al. (2010) konnten zeigen, dass cut-in speeds von 5 bis 6,5 m/s die Fledermausmortalität deutlich senken, während der jährliche Energieverlust meist unter einem Prozent lag. Weitere Feldstudien bestätigen, dass erhöhte Einschaltgeschwindigkeiten die Zahl der Fledermausopfer je nach Standort und Art um etwa 50 bis über 90 % reduzieren können.
Standortwahl: Konflikte vermeiden, bevor sie entstehen
Der größte Hebel zur Risikominimierung liegt vor dem Bau von Windenergieanlagen. Besonders konfliktträchtig sind Standorte in der Nähe von Zugkorridoren, Waldrändern, Gewässern oder bekannten Quartieren.
Für Vögel spielen artspezifische Mindestabstände zu Brut-, Rast- und Nahrungsgebieten eine zentrale Rolle – insbesondere bei Greifvögeln und anderen sensiblen Arten. Auch das sogenannte Repowering bestehender Standorte kann naturschutzfachlich sinnvoll sein: Dabei werden ältere, leistungsschwächere Windräder durch moderne Anlagen ersetzt. So lassen sich höhere Stromerträge erzielen, ohne zusätzliche Flächen zu erschließen – vorausgesetzt, aktuelle Schutzstandards werden konsequent angewendet.
Vögel: Technische Maßnahmen als Ergänzung
Neben planerischen Ansätzen können auch technische Maßnahmen das Kollisionsrisiko für Vögel senken. Eine Feldstudie von May et al. (2020) am norwegischen Windpark Smøla zeigte, dass das Anstreichen eines Rotorblattes in Schwarz die Kollisionsrate um rund 70 % reduzierte, vermutlich weil die Rotorbewegung für Vögel besser wahrnehmbar ist. Solche Ansätze gelten als vielversprechend, ihre Übertragbarkeit auf andere Standorte und Arten muss jedoch weiter geprüft werden.
Ergänzend kommen ereignisbezogene Abschaltungen zum Einsatz. Dazu zählen automatische Abschaltungen, wenn sich Vögel bestimmter, besonders kollisionsgefährdeter Arten in der Nähe einer Anlage aufhalten (sogenannte Anti-Kollisionssysteme), sowie zeitlich begrenzte Abschaltungen bei kurzfristig erhöhtem Vogelaufkommen. Letzteres kann etwa während der Mahd oder bei intensiver Bodenbearbeitung relevant sein, wenn Greifvögel und andere Arten verstärkt zur Nahrungssuche in die Fläche einfliegen.
Studien und Übersichtsarbeiten zeigen, dass kamerabasierte und KI-gestützte Systeme große Vögel grundsätzlich erkennen und Abschaltungen auslösen können. Ihre Wirksamkeit ist jedoch stark von Wetter- und Lichtbedingungen abhängig, Fehlalarme sind häufig, und für Fledermäuse sind diese Systeme kaum geeignet. Entsprechend gelten sie derzeit eher als Zusatzinstrument für besonders konfliktträchtige Standorte, nicht als flächendeckende Standardlösung.
Das zeigt, dass hier noch erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht. Verbesserungen bei der Artidentifikation, der Erkennungszuverlässigkeit und der Reaktionsgeschwindigkeit sind entscheidend, damit solche Systeme künftig gezielter eingesetzt werden können.
Grenzen und offene Fragen
Trotz nachgewiesener Erfolge bleiben Unsicherheiten. Für viele Arten fehlen belastbare Langzeitdaten zur Populationsentwicklung, und mögliche kumulative Effekte – etwa wenn Zugvögel oder wandernde Fledermäuse auf ihrem Weg mehrere Windparks nacheinander passieren – sind bislang nur unzureichend untersucht.
Zudem können neben direkter Mortalität auch indirekte Effekte eine Rolle spielen. Studien wie jene von Scholz, Klein & Voigt (2025) zeigen, dass Fledermäuse in der Nähe von Anlagen bestimmte Jagd- und Trinkplätze seltener nutzen. Das deutet darauf hin, dass Windenergie nicht nur durch Kollisionen wirkt, sondern auch über Verhaltensänderungen – und unterstreicht die Bedeutung von Standortwahl und Landschaftskontext.

(© Canva Pro)
Schadet Windkraft der Tierwelt – oder schützt sie sie langfristig?
Die Studienlage zeichnet ein differenziertes Bild: Windenergie ist mit lokalen Risiken verbunden, kann aber – bei sorgfältiger Planung – Teil einer Lösung sein, die langfristig deutlich größere Bedrohungen für die Biodiversität reduziert, insbesondere den Klimawandel sowie Formen von Habitatverlust und Umweltverschmutzung, die aus fossiler Energiegewinnung und -nutzung resultieren.
Kollisionen von Vögeln mit Windenergieanlagen sind real, doch spielt Windkraft im Vergleich zu anderen menschengemachten Todesursachen eine deutlich untergeordnete Rolle. Vögel sterben in weit höherer Zahl durch Verkehr, Gebäudeglas, Stromleitungen oder Hauskatzen. Zudem sind Konflikte stark standort- und artabhängig sind. Bei Fledermäusen ist das Risiko besser belegt und an vielen Standorten höher, zugleich zeigt die Forschung, dass sich die Mortalität durch gezielte Abschaltungen wirksam senken lässt. Für das Insektensterben gibt es bislang keine belastbaren Hinweise darauf, dass Windenergie eine zentrale Rolle spielt. Die Hauptursachen des globalen Biodiversitätsverlustes liegen nach übereinstimmender Studienlage in großflächigen Landnutzungsänderungen, intensiver Landwirtschaft mit Pestizideinsatz, Umweltverschmutzung und dem Klimawandel.
Gerade der Klimawandel stellt eine der größten langfristigen Bedrohungen für die biologische Vielfalt dar. Er verändert Lebensräume, verschiebt Verbreitungsgebiete und beschleunigt Bestandsrückgänge zahlreicher Arten. In diesem Kontext kommt der Windenergie eine indirekte, aber zentrale Schutzfunktion zu: Als Bestandteil der Energiewende trägt sie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei und hilft damit, eine der gravierendsten Ursachen künftiger Artenverluste zu begrenzen.
Windkraft schadet der Tierwelt dort, wo sie schlecht geplant, ungünstig platziert oder ohne Schutzmaßnahmen für sensible Arten betrieben wird. Richtig umgesetzt kann sie jedoch Teil einer Lösung sein, die dazu beiträgt, die weit größeren, systemischen Bedrohungen für die Biodiversität einzudämmen. Der Schlüssel liegt nicht im Verzicht auf Windenergie, sondern in einem Ausbau, der Klima-, Arten- und Naturschutz konsequent zusammendenkt.
Quellen
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- Arnett, E. B., Baerwald, E. F., Mathews, F., et al. (2015). Impacts of wind energy development on bats: A global perspective. In C. C. Voigt & T. Kingston (Eds.), Bats in the Anthropocene: Conservation of bats in a changing world (pp. 295–323). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-319-25220-9_11
- Baerwald, E. F., D’Amours, G. H., Klug, B. J., & Barclay, R. M. R. (2008). Barotrauma is a significant cause of bat fatalities at wind turbines. Current Biology, 18(16), R695–R696. https://doi.org/10.1016/j.cub.2008.06.029
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- Erickson, W. P., Wolfe, M. M., Bay, K. J., et al. (2014). A comprehensive analysis of small-passerine fatalities from collision with turbines at wind energy facilities. PLOS ONE, 9(9), e107491. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0107491
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