Blauaugenlemur (Eulemur flavifrons)

Lemuren vor dem Aussterben: Warum 95 % der Arten bedroht sind – und wie der Fleischhandel das Sterben beschleunigt

Seit über 50 Millionen Jahren leben Lemuren ausschließlich auf Madagaskar, wo sie sich in völliger Isolation zu mehr als 100 heute bekannten Arten entwickelt haben – vom winzigen Mausmaki bis zum imposanten Indri. Auf keinem anderen Kontinent und keiner anderen Insel existieren sie in freier Wildbahn. Doch ausgerechnet in ihrem

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Amphibien in der Krise: Bob's Robber Frog (Craugastor punctariolus)

Globale Amphibienkrise: Neue Studie zeigt Rückgänge bei 788 Arten in 40 Jahren

Amphibien gehören zu den empfindlichsten Wirbeltieren der Erde – und zu den am stärksten gefährdeten. Als Frühwarnsysteme für den Zustand von Gewässern und ganzen Ökosystemen reagieren sie besonders rasch auf Umweltveränderungen. Heute gilt laut IUCN bereits 41 % aller Arten weltweit als bedroht. Eine neue globale Analyse in Nature Reviews

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Wiederentdeckung: Killifisch Moema claudiae

„Verlorene Schönheit“: Ausgestorben geglaubter Killifisch nach 20 Jahren wiederentdeckt

Als Forscher im Frühjahr 2024 einen unscheinbaren, flachen Tümpel am Rand eines abgelegenen Waldrestes in Bolivien untersuchten, ahnten sie nicht, genau dort – unter Blättern, grauem Schlamm und umgeben von ausgedehnten Agrarflächen – eine Art zu finden, die viele bereits für ausgestorben hielten: Moema claudiae, ein saisonaler Killifisch, der seit

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Osterinsel (Rapa Nui) – Wie Pazifische Ratten die Insel entwaldeten
Ein einzelner Moai vor der Ahu-Tongariki-Plattform auf Rapa Nui: Die ikonischen Steinstatuen stehen heute in einer weitgehend baumlosen Landschaft – ein deutlicher Kontrast zu den dichten Palmenwäldern, die die Insel einst bedeckten, bevor invasive Ratten und menschliche Nutzung das Ökosystem grundlegend veränderten.

Osterinsel: Wie eingeschleppte Ratten die Wälder von Rapa Nui zum Verschwinden brachten

Als der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen am Ostersonntag des Jahres 1722 als erster Westeuropäer die Küste einer abgelegenen Insel im Südpazifik erreichte, dürfte er überrascht gewesen sein. Vor ihm lag eine subtropische Vulkaninsel – doch anstelle dichter Wälder, wie man sie in dieser Region erwarten würde, bot sich ihm ein

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Ein Beispiel für vom Aussterben bedrohte und wenig erforschte Inselreptilien: Príncipe-Smaragdnatter (Hapsidophrys principis)

Inselreptilien: Vom Aussterben bedroht und kaum erforscht – neue Studie enthüllt großes Wissensdefizit

Isoliert, einzigartig – und hochgradig gefährdet: Reptilien, die nur auf Inseln leben, stehen besonders unter Druck. Eine neue internationale Studie unter Leitung der University of Oxford zeigt, dass rund 30 % dieser Inselreptilien vom Aussterben bedroht sind – doppelt so viele wie bei Festlandsarten. Viele von ihnen verschwinden sogar, bevor

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Nutztiere machen 60 % der globalen Säugetier-Biomasse

Neue Studie zeigt: Die Biomasse wilder Säugetiere ist seit 1850 um 90 % zurückgegangen

Vor 200 Jahren war die Erde noch im Gleichgewicht: Die Masse aller wilden Säugetiere entsprach in etwa der von Menschen und ihren Nutztieren zusammen. Heute ist davon kaum etwas übrig: Nur noch ein winziger Bruchteil der Säugetier-Biomasse besteht aus Wildtieren – der Rest ist vom Menschen geschaffen. Eine neue Studie

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Hochland-Riesenratte (Mallomys istapantap) - Kamerafallenfoto von František Vejmělka 2024
Die Hochland-Riesenbaumratte (Mallomys istapantap) wurde durch den Nagetierexperten František Vejmělka erstmals lebend in freier Wildbahn dokumentiert. Das Kamerafallenfoto entstand im Oktober 2019 kurz nach Sonnenuntergang am Mount Wilhelm in Neuguinea. (© František Vejmělka / Mammalia (2025). Mit freundlicher Genehmigung des Autors.)

Erstmals lebend dokumentiert: Die Hochland-Riesenbaumratte von Papua-Neuguinea

Versteckt in den kalten Nebelwäldern Neuguineas lebt ein Nagetier, das fast niemand je zu Gesicht bekam – so groß wie eine Hauskatze, rund zwei Kilogramm schwer und mit dichtem Wollfell: die Hochland-Riesenbaumratte (Mallomys istapantap). Mehr als drei Jahrzehnte lang gab es keine neuen Nachweise der Art – bis der tschechische

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Socorrotaube – eine Studie zeigt, das Artensterben verlangsamt sich, die Socorrotaube ist dennoch in der Wildnis ausgestorben

Artensterben verlangsamt sich – neue Studie wirft kritischen Blick auf Massensterben-These

Kaum ein Thema steht so sehr für die ökologische Krise unserer Zeit wie das Artensterben. Zahlreiche Studien warnten vor einem rasanten Verlust der Biodiversität und prognostizierten ein mögliches sechstes Massenaussterben. Eine neue Analyse der Biologen Kristen E. Saban und John J. Wiens von der University of Arizona zeichnet nun jedoch

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Rotfuchs als invasiver Räuber

Von 60 auf 1,7 Millionen: Wie der Rotfuchs Australien in nur 60 Jahren eroberte

Als europäische Siedler britischer Herkunft ab etwa 1870 den Rotfuchs (Vulpes vulpes) nach Australien brachten, dachten sie an Tradition, nicht an ökologische Folgen. Die Jagd auf Füchse mit Hundemeuten – damals in England ein fest verankertes Gesellschaftsritual, heute verboten – sollte auch in der neuen Heimat gepflegt werden. Niemand ahnte,

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Die letzten Riesenalke? Gemälde von Errol Fuller

Lösung eines alten Rätsels: Forschende finden das letzte Riesenalk-Weibchen wieder

Am 3. Juni 1844 endete auf der isländischen Felseninsel Eldey ein Kapitel der Naturgeschichte: Die letzten Riesenalke der Welt wurden getötet. Ihr Tod markierte das endgültige Verschwinden einer Art, die einst die Küsten des gesamten Nordatlantiks bewohnte – von Neufundland über Grönland bis nach Schottland und Norwegen. Am Vortag war

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