Mehr Pflanzenarten sind nicht automatisch gut
Mehr Grün bedeutet nicht zugleich mehr intakte Natur: Viele Pflanzengemeinschaften Europas verändern sich zugunsten robuster Generalisten. Bild: Doreen Fräßdorf

Biodiversität: Wenn mehr Pflanzenarten kein gutes Zeichen sind

Auf den ersten Blick klingt es wie eine gute Nachricht: In vielen europäischen Lebensräumen gibt es lokal heute mehr Pflanzenarten als früher. Eine internationale Studie unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat dafür 57.390 Vegetations-Zeitreihen aus ganz Europa ausgewertet. Insgesamt flossen 199.282 einzelne Vegetationsaufnahmen ein; einige Zeitreihen reichen über mehr als

Weiterlesen
Stieglitz auf Löwenzahn

Natur vor der Haustür: Warum wir viele Arten kaum noch kennen

Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnessel oder Spatz – diese Arten können viele Menschen noch benennen. Doch wie sieht es mit den Pflanzen und Vögeln aus, die typisch für Wiesen, Weiden, Feldränder und Äcker sind? Eine neue Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) über Artenkenntnis zeigt: Viele charakteristische Arten der Agrarlandschaft sind den

Weiterlesen
Moorfrosch (Rana arvalis) - Moore als Lebensraum

Mehr als Kohlenstoffspeicher: Moore als Lebensräume bedrohter Arten

Moore gelten seit jeher als geheimnisvolle, schwer zugängliche Landschaften. In Geschichten und Filmen erscheinen sie oft als gefährliche Orte mit schwankendem Boden, dunklem Wasser und Nebel – Orte, an denen man versinken oder spurlos verschwinden könnte. Ökologisch sind sie jedoch weit mehr als diese alte Vorstellung: Sie zählen zu den

Weiterlesen
Plant Blindness: Zwergkrug (Cephalotus follicularis)

Plant Blindness: Warum das Pflanzensterben oft unbeachtet bleibt

Viele Menschen nehmen Pflanzen kaum bewusst wahr. Auf einer Theaterbühne wären sie gewissermaßen die Hintergrundkulisse, während Tiere als eigentliche Akteure im Vordergrund stehen. Pflanzen erscheinen oft nur als „grüne Masse“, nicht als eigenständige Lebewesen mit individuellen Arten, komplexen Anpassungen und einer eigenen Evolutionsgeschichte. Dieses Phänomen wird als Plant Blindness oder

Weiterlesen
Tierarten mit weniger als 50 Individuen
Einige der seltensten Tierarten der Welt: Vom nahezu ausgestorbenen Vaquita über den Rotwolf bis hin zur Jangtse-Riesenweichschildkröte, der Okinawa-Stachelratte und dem Nördlichen Breitmaulnashorn. Diese Arten überleben heute nur noch in winzigen Populationen.

Weniger als 50 Individuen: Diese Tierarten sind fast verschwunden

Weltweit existieren Tierarten, deren Population inzwischen auf wenige Dutzend oder sogar nur noch einzelne Individuen geschrumpft ist. Viele von ihnen stehen unmittelbar vor dem Aussterben und überleben lediglich in kleinen Rückzugsgebieten oder durch aufwendige Schutzprogramme. Hauptursache für ihren Rückgang ist der Mensch – etwa durch Lebensraumzerstörung, Wilderei, invasive Arten oder

Weiterlesen
Blaubock: Colossal plant die Wiederauferstehung
Eines der wenigen bekannten Blaubock-Exemplare im Muséum national d’histoire naturelle in Paris – keines ist vollständig erhalten, was die genetische Rekonstruktion erheblich erschwert. Bild: Doreen Fräßdorf

Die Wiederauferstehung des Blaubocks? – Neue Pläne von Colossal Biosciences

Vor über 200 Jahren verschwand der Blaubock aus dem südlichen Afrika. Nun arbeitet das US-Biotech-Unternehmen Colossal Biosciences daran, diese ausgestorbene Art zumindest teilweise wieder zum Leben zu erwecken. Der Ansatz wird als De-Extinktion bezeichnet Der Blaubock (Hippotragus leucophaeus) war eine Antilope, die ausschließlich in den offenen Graslandschaften des südwestlichen Südafrikas

Weiterlesen
Folgen des Klimawandels: Brände

Klimawandel-Studie: Wie Extremereignisse zunehmen und Tiere künftig mehrfach betroffen sind

Während einer extremen Hitzewelle in Australien starben innerhalb weniger Tage über 72.000 Flughunde. Die verheerenden Brände im Pantanal 2019/20 töteten schätzungsweise 17 Millionen Wirbeltiere. Solche Ereignisse sind keine Einzelfälle mehr. Eine neue Studie, veröffentlicht in Nature Ecology & Evolution und geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), zeigt: Klimatische Extremereignisse werden

Weiterlesen
bodenabhängige Arten: Regenwürmer

Unsichtbares Artensterben im Boden: Jede fünfte Art ist gefährdet (IUCN)

Unter unseren Füßen liegt eines der wichtigsten und zugleich am wenigsten verstandenen Ökosysteme der Erde. In einer einzigen Handvoll Boden leben Milliarden von Mikroorganismen, Pilzen und wirbellosen Tieren – sogenannte bodenabhängige Arten, die einen Großteil ihres Lebens im Boden oder in der Streuschicht verbringen. Sie treiben zentrale Prozesse wie Zersetzung,

Weiterlesen
Wiederentdeckung von Anolis laevis in der Region San Martín in Peru

Peru: Echse mit Nasenfortsatz nach über 150 Jahren wiederentdeckt – Anolis laevis

Im Jahr 1876 beschrieb der amerikanische Naturforscher Edward Drinker Cope eine kleine Echse aus den Bergwäldern im Nordosten Perus. Auffällig war vor allem ein ungewöhnlicher Fortsatz an der Schnauzenspitze – ein Merkmal, das sie von den meisten anderen Arten unterschied. Cope beschrieb die Art ursprünglich unter einem anderen Gattungsnamen; heute

Weiterlesen
Saiga-Antilope (Saiga tatarica)

Wandernde Tierarten unter Druck: Fast jede zweite Art nimmt weltweit ab

Wandernde Tierarten gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen der Natur. Jedes Jahr legen Vögel, Fische und Säugetiere oft tausende Kilometer zurück – zwischen Brutgebieten, Nahrungsräumen und Überwinterungsquartieren. Doch genau diese Mobilität macht sie besonders verletzlich: Sie sind entlang ihrer gesamten Wanderroute auf intakte Lebensräume angewiesen. Der UN-Bericht State of the World’s

Weiterlesen