Rēkohu shelduck (Tadorna rekohu) - Rēkohu-Gans
Die neu beschriebene Rēkohu-Gans (Tadorna rekohu) trägt ihren Namen nach der Moriori-Bezeichnung für die Chatham-Inseln. Der Name wurde vom Hokotehi Moriori Trust, den Vertretern des indigenen Volkes von Rēkohu, verliehen. Das Bild zeigt eine künstlerische Rekonstruktion der weiblichen Rēkohu-Gans mit dunklerem Gefieder, wie es bei isolierten Inselvögeln üblich ist. (© Sasha Votyakova/Te Papa CC BY 4.0)

Rēkohu-Gans: 2025 beschrieben, 1550 ausgestorben

Vögel auf Inseln entwickeln oft einzigartige Eigenschaften, die ihre nächsten Verwandten auf dem Festland nicht besitzen. Solch ein isoliertes Leben führt zu raschen Anpassungen und macht deutlich, wie stark die Umgebung die körperliche Gestalt eines Tieres prägen kann. Das können Merkmale sein, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind, wie ein längerer Schnabel oder ein breiteres Becken, aber manchmal sind es auch radikale Anpassungen wie der Verlust der Flugfähigkeit. Denn wo keine Raubtiere lauern, verliert das Fliegen seinen lebenswichtigen Nutzen.

Dass Inselvögel sich mitunter recht ungewöhnlich entwickeln können, zeigt ein Beispiel aus Hawaii: Auf der Insel Kauaʻi lebte einst Talpanas lippa, eine nachtaktive, fast blinde Ente mit einem schnabeltierähnlichen Schnabel, der vermutlich als Tastorgan diente. Flugunfähig und stark spezialisiert, gehörte sie zu den ersten einheimischen Arten, die verschwanden, als vor rund tausend Jahren die ersten polynesischen Siedler mit Schweinen, Hunden, Ratten und Hühnern auf die Inseln kamen.

Solche Insel-Anpassungen zeigen sich beispielsweise auf den entlegenen Chathaminseln östlich von Neuseeland. Obwohl der Archipel in seiner heutigen Form geologisch gesehen noch jung ist – er existiert seit weniger als drei Millionen Jahren –, entwickelte sich dort eine außergewöhnlich reiche Vogelwelt. Einst brüteten über 60 Arten auf den Inseln, von denen mehr als 30 endemisch waren, also nirgendwo sonst auf der Welt vorkamen. Doch mit der Ankunft des polynesischen Volkes der Moriori um 1500 n. Chr. in Rēkohu – so nannten sie die Inseln – verschwanden viele dieser Vogelarten: darunter die Dieffenbach-Ralle, die Chathamralle (Gallirallus modestus), der Chatham-Glockenhonigfresser und der Chatham-Kaka (Nestor chathamensis).

Nun reiht sich ein weiterer Name in diese Liste ein: die kürzlich wissenschaftlich beschriebene, bereits ausgestorbene Rēkohu-Gans1.

Rēkohu-Gans – Steckbrief

wissenschaftlicher NameTadorna rekohu
englische NamenRēkohu shelduck
ursprüngliches VerbreitungsgebietChatham Island (Chathaminseln, Neuseeland)
Zeitpunkt des Aussterbensnach 1500, vermutlich im 16. Jahrhundert
Ursachen für das AussterbenBejagung

1990er-Jahre: Die Entdeckung der Rēkohu-Gans

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von Tadorna rekohu erschien zwar erst im Juli 2025 im Zoological Journal of the Linnean Society, doch die Entdeckung liegt mehr als drei Jahrzehnte zurück: Im Januar 1993 stieß der Paläontologe Phil Millener vom Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa auf die fossilen Überreste einer bis dahin unbekannten Vogelart. Die Funde – einzelne Knochen und Teilskelette aus dem Holozän – stammten vom Maunganui Hill, einem erloschenen Vulkanhügel an der Nordwestküste der Hauptinsel Chatham Island, der als Typuslokalität gilt. Die Region ist geprägt von steilen Klippen, Grasland und Buschresten und war einst ein bedeutender Lebensraum für Seevögel und endemische Arten. Heute zählt Maunganui zu den wichtigsten Fundorten subfossilen Materials auf den Chathaminseln.

Chathaminseln
Die Chathaminseln, ein aus elf Inseln bestehender Archipel, befinden sich etwa 785 Kilometer östlich des neuseeländischen Festlands. Die Hauptinseln sind Chatham Island und Pitt Island.
Alexrk, German translation by Furfur, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)

Schon damals vermutete Millener, dass die Knochen zu einer bislang unbeschriebenen Kasarka-Art gehörten, die sich deutlich von der neuseeländischen Paradiesgans (Tadorna variegata) unterscheidet. Kasarkas (Tadorna) gelten als „Halbgänse“: Sie gründeln wie Enten im flachen Wasser, weiden aber auch wie Gänse an Land. Damit nehmen sie eine ökologische Zwischenstellung ein. Heute sind sieben rezente Arten aus Eurasien, Afrika, Australien und der neuseeländischen Region bekannt – eine davon, die Schopfkasarka (Tadorna cristata), gilt seit den 1970er-Jahren als verschollen.

Millener ging zudem davon aus, dass die neue Art aufgrund inseltypischer Anpassungen schlechter fliegen konnte als die Paradiesente vom Festland. Belegen konnte er dies jedoch nicht, weil ihm nur sehr wenige Fossilien, darunter ein einzelner Schädel, zur Verfügung standen. Für eine umfassende morphometrische Analyse fehlte schlicht das Material – seine Hypothesen stützten sich vor allem auf qualitative Vergleiche.

Mangels moderner Analysemethoden blieb die taxonomische Einordnung der Kasarka-Knochen von den Chathaminseln lange offen. Die Überreste wurden archiviert, bis genetische Untersuchungen und detaillierte morphometrische Analysen schließlich 2025 bestätigten: Es handelt sich tatsächlich um eine eigenständige Art – die Rēkohu-Gans.

Alle bislang bekannten Überreste der ausgestorbenen Rēkohu-Gans befinden sich heute im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in Wellington. Erhalten sind Schädel, Unterkiefer, Brustbein, Arm- und Beinknochen sowie einige Wirbel – allerdings keine vollständigen Skelette. Der Holotyp (NMNZ S.32830) stammt von Milleners Fund am Maunganui Hill. Da alle Knochen bisher ausschließlich auf der Hauptinsel Chatham Island entdeckt wurden, gilt die Art als dort endemisch. Möglich ist jedoch, dass künftige Ausgrabungen auch auf den anderen Inseln des Archipels weitere Funde zutage fördern.

Anpassungen an das Inselleben

Um die Rēkohu-Gans taxonomisch einzuordnen, kombinierte das Team um den neuseeländischen Paläontologen Nicolas Rawlence (2025) morphometrische Analysen mit Untersuchungen alter DNA (aDNA). Vermessen wurden Schädel, Flügel- und Beinknochen, die anschließend mit gut erhaltenen Fossilien adulter Exemplare von den Chathaminseln sowie mit modernen Skelettteilen der Paradiesgans verglichen.

Knochen Rēkohu-Gans (Tadorna rekohu) im Vergleich zur Paradiesgans (Tadorna variegata)
Skelettelemente der Rēkohu-Gans (links) im Vergleich zur Paradiesgans (rechts): Sichtbar ist, dass die Rēkohu-Gans einen verlängerten Oberkiefer (A), einen längeren und schmaleren Schädel (B), kürzere und kräftigere Flügelknochen (D–H) sowie längere und robustere Beinknochen (I–K) besaß – Anpassungen an ein stärker bodengebundenes Leben auf den Chathaminseln.
(© Rawlence, N. J., Lubbe, P., et al. 2025, Zoological Journal of the Linnean Society, CC BY-NC-ND)

Ein wichtiger Punkt: Die Paradiesgans ist die einzige Kasarka-Art mit deutlich ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus – Männchen sind wesentlich größer als Weibchen. Deshalb wurden die Vergleichsdaten nach Geschlechtern getrennt ausgewertet. Bei den Fossilien von den Chathaminseln war das Geschlecht nicht mehr zu bestimmen, daher behandelte man sie als eine gemeinsame Gruppe. Die Knochenlängen der Rēkohu-Gans zeigten ein ähnliches Muster wie bei der Paradiesgans: kleine Weibchen und goße Männchen.

Anhand dieser Daten konnten die Forschenden auch prüfen, ob die Chatham-Form besondere Insel-Merkmale zeigt – also typische Anpassungen wie kürzere, kräftigere Flügelknochen und längere Beine, die auf eine eingeschränkte Flugfähigkeit hindeuten.

Die Analysen zeigten, dass sich die Rēkohu-Gans in mehreren Körperproportionen deutlich von ihrer Verwandten auf Neuseeland unterschied. Ihr Schädel war länger und schmaler als bei der Paradiesgans, die Flügelknochen dagegen kürzer, aber an den Enden kräftiger gebaut. Besonders auffällig waren die Beine: Sowohl Oberschenkel- als auch Unterschenkelknochen waren länger und stabiler als bei der Festlandsart. Diese Merkmale deuten darauf hin, dass die Rēkohu-Gans stärker an ein Leben am Boden angepasst war – mit robusteren Beinen zum Laufen und Gründeln, während ihre Flügel an Flugkraft verloren.

Noch nicht ganz flugunfähig

Die Untersuchungen ergaben, dass die Rēkohu-Gans zwar flugreduziert, aber nicht völlig flugunfähig war. Vermutlich befand sie sich jedoch auf dem evolutionären Weg zum Flugverlust – ein Muster, das sich zum Beispiel bei manchen pazifischen Inselvögeln beobachten lässt.

Auf den Chathaminseln gab es reichlich Nahrung, starke Winde und vor allem keine großen bodenbewohnenden Räuber wie auf Neuseeland. Anders als dort musste sich die Rēkohu-Gans nicht vor Beutegreifern wie dem Haastadler, dem Adzebill (Aptornithidae) oder dem Weißwangenkauz (Ninox albifacies) schützen. Unter diesen Bedingungen lohnte sich das energetisch kostspielige Fliegen weniger und sie verlagerten ihr Leben zunehmend in Bodennähe. Mit der Zeit wurden die Flügelknochen kürzer und robuster, die Beinknochen länger und kräftiger. Ohne die Ankunft des Menschen wäre die Rēkohu-Gans mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem dauerhaft flugunfähigen Inselvogel geworden.

Nah verwandt mit der Paradiesgans

Paradiesgans (weiblich)
Weibliche Paradiesgans: Verglichen mit der Rekonstruktion der weiblichen Rēkohu-Gans wirkt sie zierlicher und heller gefärbt. Die Kontraste zwischen weißem Kopf, weißem Flügelfeld und farbigen Partien sind deutlicher ausgeprägt als bei der dunkler gefärbten Rēkohu-Gans.
Sid Mosdell from New Zealand, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Um die Verwandtschaft der Rēkohu-Gans zu klären, untersuchten Wissenschaftler alte DNA aus Fossilknochen der Chathaminseln sowie aus Museumsexemplaren der Paradiesgans. Mit modernen Stammbau-Analysen bestätigten sie, was Millener schon 1993 vermutet hatte: Die Rēkohu-Gans ist genetisch klar von der Paradiesgans des neuseeländischen Festlands unterscheidbar und gilt daher als eigenständige Schwesterart.

Zur Absicherung entschlüsselten die Forscher zusätzlich das komplette Mitogenom. Dadurch ließ sich auch der Zeitpunkt der Besiedlung eingrenzen: Die Vorfahren der Rēkohu-Gans gelangten erst vor rund 390.000 Jahren, also im späten Pleistozän, auf die Chathaminseln. Trotz dieser relativ kurzen Zeitspanne reichte die Isolation aus, um sich genetisch und morphologisch an das Leben auf isolierten Inseln anzupassen und von einer eigenen Art zu sprechen.

Die gesamte Gattung Tadorna entstand vor etwa fünf Millionen Jahren und breitete sich in den Eiszeiten weit aus. Fossilfunde belegen sogar noch ältere, bereits ausgestorbene Vorläufer aus dem Miozän in Neuseeland.

Auch andere Vogelarten der Chathaminseln trennten sich im Pleistozän von ihren Festlandsverwandten – darunter die Chathamschnepfe (Coenocorypha pusilla), der Chathamsittich (Cyanoramphus forbesi), der Chatham-Albatros (Thalassarche eremita) und der Chatham-Austernfischer (Haematopus chathamensis).

Warum die Rēkohu-Gans verschwand

Mittels Radiokarbondatierung menschlicher Hinterlassenschaften konnten die Paläoökologin Janet Wilmshurst und ihre Kollegen im Rahmen einer Studie (2011) herausfinden, dass die Vorfahren der Moriori die Chathaminseln relativ spät um 1500 n. Chr. und binnen kurzer Zeit besiedelten. Alles deutet darauf hin, dass die Rēkohu-Gans zu diesem Zeitpunkt noch Teil der Avifauna war. Funde ihrer Knochen in frühen Moriori-Siedlungsabfällen sprechen dafür, dass ihr Verschwinden vor allem auf Jagd zurückzuführen ist.

Die Art war groß, schwer, lebte viel am Boden und hatte ihre Flugfähigkeit bereits stark eingebüßt – diese Eigenschaften machten sie auch besonders verwundbar: Ein Vogel, der nur eingeschränkt fliegen kann und sich viel am Boden aufhält, ist für Menschen eine leichte Beute. Von anderen ausgestorbenen Vögeln weiß man, dass vor allem große, terrestrische Vögel häufig schon kurz nach der Ankunft des Menschen auf abgelegenen Inseln verschwanden. Die Bejagung und möglicherweise auch das Sammeln der Eier führten in rasch zu drastischen Bestandsrückgängen. Wahrscheinlich erging es der Rēkohu-Gans ähnlich wie anderen Inselarten und sie wurde bereits in der ersten Welle menschlicher Besiedlung ausgerottet.

Natürliche Feinde

Neben der direkten Verfolgung könnten auch einheimische Prädatoren zur Bestandsminderung beigetragen haben. Auf den Chathaminseln lebten nur wenige Beutegreifer: der Maorifalke (Falco novaeseelandiae) und die ungewöhnlich große, flugunfähige Hawkins-Ralle (Diaphorapteryx hawkinsi). Wissenschaftler vermuten, dass letztere mit ihrem kräftigen Schnabel möglicherweise in der Lage war, nicht nur Insekten, sondern auch kleinere Wirbeltiere oder am Boden lebende Küken zu erbeuten.

Die verlängerten Beine der Rēkohu-Gans interpretierten Rawlence et al. (2025) daher nicht nur als Anpassung an ein höheres Körpergewicht, sondern auch als Schutzmechanismus gegenüber Fressfeinden: Sie erleichterten einerseits vermutlich das schnellere Laufen am Boden, andererseits ein rascheres Abheben, um Luftangriffen von Falken oder anderen Greifvögeln besser entkommen zu können. Solche Anpassungen sind typisch für Lebensräume, in denen Greifvögel die Hauptbedrohung darstellen.

Weitere Einflussfaktoren

Noch ist nicht vollständig geklärt, welche Rolle ökologische Konkurrenz spielte. Zukünftige Isotopenanalysen könnten laut Rawlence Hinweise dazu liefern, welche Nahrung die Rēkohu-Gans bevorzugte und inwieweit sie sich die ökologische Nische mit anderen Wasservögeln teilte. Genetische Untersuchungen könnten zudem präzisieren, wann genau ihre Vorfahren die Inseln erreichten – und warum ihre Entwicklung so fragil verlief.

Diese Analysen würden auch helfen, herauszufinden, ob die nah verwandte Paradiesgans als ökologischer Ersatz dienen könnte. Einige Forschende schlagen vor, solche „funktionalen Stellvertreter“ in Renaturierungsprojekte einzubeziehen, um zumindest Teile der verlorenen ökologischen Rolle wiederherzustellen.

Verlust einer ganzen Vogelwelt

Die prähistorischen Chathaminseln waren ein Hotspot für Entenvögel: Neun Arten und Unterarten von Schwänen, Enten und Kasarkas lebten hier. Doch die Besiedlung der Inseln durch die Moriori und später durch Europäer und Māori führte zur Auslöschung vieler dort lebender Vogelarten – durch Jagd, Lebensraumzerstörung und eingeschleppte Säugetiere. Dauerhaft überlebt hat allein die Augenbrauenente (Anas superciliosa). Mit der wissenschaftlichen Beschreibung von Tadorna rekohu wächst die Zahl der endemischen Entenvogelarten (Anatidae) auf vier, doch keine dieser Arten existiert mehr.

Wann ist die Rēkohu-Gans ausgestorben?

Paradiesgans (männlich)
So sieht die mit der Rēkohu-Gans nah verwandte männliche Paradiesgans aus. Auffällig sind das dunkle, fast schwarze Gefieder, der grünlich schimmernde Kopf sowie die rostbraunen Flügelpartien. Im Vergleich zur weiblichen Paradiesgans ist das Männchen größer, kräftiger gefärbt und kontrastreicher.
Michal Klajban, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Das Aussterben der Rēkohu-Gans lässt sich zeitlich recht genau eingrenzen: Es erfolgte nach der Besiedlung der Chathaminseln durch die Moriori um 1500 n. Chr., jedoch noch vor den ersten dauerhaften Kontakten mit Europäern und Māori im 19. Jahrhundert. Die Moriori lebten über Jahrhunderte weitgehend isoliert, ehe europäische Schiffe ab 1791 regelmäßig die Inseln erreichten und 1835 die Invasion durch Ngāti Mutunga und Ngāti Tama Māori die Gesellschaft der Moriori tiefgreifend veränderte.

Wie bei vielen größeren, flugreduzierten Inselvögeln gilt die erste Welle menschlicher Besiedlung als ausschlaggebend für das Verschwinden der Art. Überjagung und möglicherweise auch die Nutzung der Eier führten vermutlich dazu, dass die Rēkohu-Gans schon wenige Jahrzehnte nach der Ankunft der Moriori verschwand. Bislang gibt es keine Belege dafür, dass sie die ersten Jahrhunderte menschlicher Präsenz überdauerte. Fachleute gehen daher davon aus, dass sie im 16. Jahrhundert ausstarb; der britische Ornithologe Julian P. Hume nennt in Extinct Birds (2017) als ungefähres Datum „um 1550“.

Das Schicksal der Rēkohu-Gans steht damit exemplarisch für die Zerbrechlichkeit von Inselökosystemen: Eine Art, die über Jahrtausende hinweg perfekt an ihre Umgebung angepasst war, verschwand binnen weniger Jahrzehnte nach der Ankunft des Menschen.

Quellen

  1. Der englische Trivialname der neu beschriebenen Art lautet „Rēkohu shelduck“. Da für die Gattung Tadorna im Deutschen überwiegend Bezeichnungen mit „-gans“ gebräuchlich sind (etwa Paradiesgans, Brandgans), verwende ich hier den eingedeutschten Namen „Rēkohu-Gans“. Dieser deutsche Name ist bislang nicht offiziell etabliert, sondern eine eigene Übersetzung in Anlehnung an die wissenschaftliche Erstbeschreibung (Tadorna rekohu) und die englische Bezeichnung. ↩︎

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

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