Makaronesien
Landschaft auf São Miguel (Azoren) – Teil der Region Makaronesien, die für ihre einzigartige Artenvielfalt bekannt ist. Doch gerade hier sind zahlreiche endemische Tiere bereits ausgestorben – von flugunfähigen Rallen bis zu seltenen Schneckenarten. Matias Constantineau, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Makaronesien: Über 220 einzigartige Arten bereits ausgestorben

Zu den Makaronesischen Inseln oder Makaronesien zählen fünf Inselgruppen vulkanischen Ursprungs im Atlantik: die Azoren, Madeira mit den unbewohnten Selvagens, die Kanarischen Inseln und die Kapverden. Politisch gehören die Azoren und Madeira zu Portugal, die Kanaren zu Spanien, während die Kapverden ein unabhängiger afrikanischer Staat sind. Geographisch liegen alle Archipele vor der nordwestafrikanischen Küste und bilden zusammen eine biogeographische Einheit mit einer außergewöhnlich hohen Zahl endemischer Arten.

Viele Tiere und Pflanzen, die auf den Makaronesischen Inseln leben, gibt oder gab es also nirgendwo sonst auf der Welt. Doch genau das ist in Gefahr. Eine neue Studie in PNAS Nexus zeigt: Makaronesien hat bereits erhebliche Biodiversitätsverluste erlitten.

Viele Arten für immer verschwunden

Artensterben in Makaronesien
Die biogeographische Region Makaronesien umfasst fünf Inselgruppen im Atlantik: die Azoren, Madeira mit den Selvagens, die Kanarischen Inseln und die Kapverden.
User:ArnoldPlaton, User:MacedonianBoy, User:DK2EO, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Das Forscherteam um Jairo Patiño und José María Fernández-Palacios hat erstmals eine vollständige Übersicht aller bekannten terrestrischen Aussterbefälle in Makaronesien erstellt – inklusive ursprünglicher Verbreitung, Aussterbezeitpunkt und mutmaßlicher Ursachen.

Das Ergebnis: 220 endemische Arten sind bereits verschwunden, das entspricht 3,1 % aller bekannten Endemiten. Besonders stark betroffen waren:

  • Landschnecken: 111 Arten (50,4 %)
  • Gliederfüßer (vor allem Käfer): 51 Arten (23,2 %)
  • Vögel: 27 Arten (12,3 %)
  • Reptilien: 15 Arten (6,8 %)
  • Säugetiere: 3 Arten (1,4 %)
  • Gefäßpflanzen: 11 Arten (5 %)
  • Moose: 2 Arten (0,9 %)

Proportional am stärksten betroffen sind Wirbeltiere: Die Hälfte aller endemischen Vögel (50 %) ist verschwunden, ebenso 43 % der Säugetiere und 28 % der Reptilien. Regional betrachtet verzeichnen die Kanarischen Inseln 86 Verluste, Madeira und Selvagens 58, die Kapverden ebenfalls 58 und die Azoren 19.

Warum Insekten und Pflanzen scheinbar weniger betroffen sind? Vermutlich liegt es am Nachweisproblem: Von vielen Arten bleiben kaum verwertbare Reste wie Knochen oder Schalen. Ihre Verluste erscheinen deshalb in den Daten seltener, obwohl es sie durchaus gegeben haben dürfte. Schnecken (mit harten Schalen) und Wirbeltiere (mit Knochen) hinterlassen dagegen ein besseres Fossilarchiv. Der Eindruck, dass vor allem diese Gruppen ausgestorben sind, ist daher teilweise eine „optische Täuschung“.

Zwei Welten des Aussterbens

Die Studie macht deutlich: Es gibt zwei ganz unterschiedliche „Welten des Aussterbens“ in Makaronesien – eine vor und eine nach der Ankunft des Menschen.

Vor der Besiedlung verschwanden Arten fast ausschließlich durch natürliche Ursachen: Klimaschwankungen am Ende der Eiszeit, Vulkanausbrüche oder andere geologische Prozesse. Besonders gut dokumentiert ist dies bei den Landschnecken auf den Kanaren und Madeira. Ihr reiches Fossilarchiv reicht bis ins Pliozän und Pleistozän zurück und belegt zahlreiche natürliche Aussterbeereignisse.

Nach der Ankunft des Menschen änderte sich die Situation. Mit den Siedlern kamen Weidetiere, Feuerrodungen, Landwirtschaft und Jagd – und vor allem eingeschleppte Arten wie Ratten, Mäuse, Katzen oder Ziegen. Sie fraßen Eier, jagten Jungtiere, zerstörten Vegetation oder verdrängten einheimische Arten. Besonders Wirbeltiere waren dieser neuen Bedrohung schutzlos ausgeliefert: Viele waren flugunfähig, zutraulich oder lebten nur in sehr kleinen Beständen.

Das Ergebnis: Die Hälfte aller dokumentierten Aussterben fällt in die Zeit nach menschlicher Besiedlung, darunter fast alle verschwundenen Vögel, Reptilien und Säugetiere.

Wie viel schneller starben Arten nach der Ankunft des Menschen?

Die Forschenden haben die Aussterberaten berechnet:

  • Wirbeltiere: Vor der Besiedlung verschwand im Schnitt nur eine Art alle 662.000 Jahre. Seit der Ankunft des Menschen verschwindet alle 54 Jahre eine Art – eine 12.000-fache Beschleunigung.
  • Mollusken: Statt eine Art alle 52.000 Jahre geht heute alle 220 Jahre eine Art verloren – das entspricht dem 236-Fachen der natürlichen Rate.

Insgesamt liegen die Aussterberaten in Makaronesien seit der Besiedlung zwei bis vier Größenordnungen über dem natürlichen Hintergrund – ein Beleg für den menschlichen Einfluss auf Inselökosysteme.

Aussterbeursachen und -zeitpunkte in Makaronesien

Die Studie zeigt: Jeder Archipel Makaronesiens folgt seinem eigenen Aussterbemuster – abhängig davon, wann die Inseln besiedelt wurden, welche Arten dort vorkamen und welche Einflüsse dominierten.

Azoren: Verluste fast nur nach menschlicher Ankunft

Azoren-Zwergohreule
Die Azoren-Zwergohreule starb wahrscheinlich im 15. Jahrhundert aus.
El fosilmaníaco, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Auf den Azoren ereigneten sich fast alle dokumentierten Aussterben erst nach der portugiesischen Kolonisation im 15. Jahrhundert. Besonders betroffen waren die Vögel: Mindestens zehn Arten verschwanden, darunter sechs, teils noch nicht beschriebene, flugunfähige Rallen (Rallus spp.), die Azoren-Zwergohreule (Otus frutuosoi), ein großer Gimpel (Pyrrhula crassa) sowie vermutlich zwei bislang unbeschriebene Wachteln (Coturnix spp.).

Die Ursachen sind typisch für Inselökosysteme: eingeschleppte Ratten, Mäuse und Katzen, kombiniert mit Rodungen, Feuer und Jagd. Auch einige Insekten und eine Pflanzenart gingen verloren. Die Forschenden vermuten zudem eine Aussterbeschuld“ – Arten, die zwar noch vorkommen, deren Lebensräume aber so stark zerstört sind, dass ihr Verschwinden nur eine Frage der Zeit ist.

Madeira & Selvagens: Schnecken früh, Vögel spät

5 auf Madeira und den Azoren ausgestorbene Rallen
Fünf auf Madeira und den Azoren ausgestorbene Rallen: a) Pico-Ralle (R. montivagorum), b) São-Jorge-Ralle (R. nanus), c) São-Miguel-Ralle (R. carvaoensis), d) Madeira-Ralle (R. lowei), e) Porto-Santo-Ralle (R. adolfocaesaris).
El fosilmaníaco, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Auf Madeira und den Selvagens lassen sich zwei Wellen des Aussterbens unterscheiden:

  • Schnecken: Viele Arten verschwanden schon vor der menschlichen Ankunft, vermutlich durch Klimaschwankungen oder Vulkanismus. Nach der portugiesischen Kolonisation starben jedoch weitere neun Arten aus – teils verdrängt durch eingeschleppte Arten wie die Mittelmeer-Sandschnecke (Theba pisana).
  • Vögel: Sieben Arten gingen verloren, darunter die Madeira-Ralle (Rallus lowei), die Porto-Santo-Ralle (R. adolfocaesaris), mehrere teils unbeschriebene Wachteln (Coturnix spp.) sowie die Madeira-Zwergohreule (Otus mauli). Ihre Verluste lassen sich klar auf Habitatzerstörung, Übernutzung und invasive Räuber zurückführen.

Kanaren: Natürliches & menschengemachtes Sterben

Die Kanarischen Inseln zeigen ein zweigeteiltes Bild:

Chloris aurelioi - ausgestorbener Grünfink von Teneriffa
Der erst 2010 beschriebene und auf Teneriffa endemische Grünfink Chloris aurelioi starb vermutlich mit der menschlichen Besiedlung der Kanaren aus.
A. Bonner, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons)
  • Schnecken: Bis zu 60 Arten starben schon vor menschlicher Ankunft (Pliozän–Holozän) – Ursachen waren wohl Klimawandel oder vulkanische Ereignisse.
  • Vögel: Neun Arten verschwanden nach der Erstbesiedlung im 2. Jahrhundert n. Chr. und verstärkt nach der kastilischen Eroberung ab 1402. Beispiele:
    • Der Dünensturmtaucher (Puffinus holeae) verschwand zeitgleich mit den ersten Siedlern.
    • Der Olson-Sturmtaucher (P. olsoni) starb mit der europäischen Kolonisation aus.
    • Die Ammer-Art Emberiza alcoveri, der Trias-Grünfink (Chloris triasi) und die Kanaren-Wachtel (Coturnix gomerae) starben sehr wahrscheinlich nach der Ankunft der Menschen.
    • Der Grünfink Chloris aurelioi von Teneriffa ist zeitlich unsicher einzuordnen, doch auch hier sind menschliche Ursachen wahrscheinlich.
    • Der Kanaren-Austernfischer (Haematopus meadewaldoi) hielt am längsten durch. Er verschwand erst im frühen 20. Jahrhundert – ausgelöscht durch Überjagung seiner Hauptbeute (Napfschnecken), Habitatzerstörung und Sammeln.
  • Reptilien:
    • Die Riesenschildkröten der Gattung Centrochelys starben lange vor Menschen aus, wohl durch Vulkanismus.
    • Die La-Palma-Rieseneidechse (Gallotia auaritae) und die Teneriffa-Rieseneidechse (G. goliath) verschwanden dagegen nach menschlicher Ankunft durch Jagd, Habitatzerstörung und invasive Räuber.
  • Säugetiere: Drei endemische Nager sind ausgestorben. Die Teneriffa-Riesenratte (Canariomys bravoi) lebte noch bis etwa 400 v. Chr., starb dann mit der Erstbesiedlung aus. Die Kanarische Lavamaus (Malpaisomys insularis) überlebte bis ins späte Mittelalter, verschwand dann durch die Konkurrenz mit der Hausratte (Rattus rattus).
Teneriffa-Rieseneidechse
Die Teneriffa-Rieseneidechse war mit über 1,20 Meter Länge das größte Reptil der Kanaren. Sie überlebte bis ins 15. Jahrhundert. Mit der kastilischen Eroberung und der Einführung von Katzen und Ratten starb sie aus.
Sanek Paleoloh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Kapverden: Verluste fast nur nach Kolonisation

Auf den Kapverden erfolgten die meisten Verluste erst nach der portugiesischen Kolonisation:

3 ausgestorbene Wachteln aus Makaronesien
Drei auf den Kapverden und Madeira ausgestorbene Wachtelarten: a) Madeira-Wachtel (C. lignorum), b) Porto-Santo-Wachtel (C. alabrevis) von Madeira, c) C. centensis von São Vicente (Kapverden).
El fosilmaníaco, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
  • Gliederfüßer: 44 Arten, überwiegend Käfer, verschwanden vermutlich erst im 19. Jahrhundert – ein Hinweis auf sehr junges, menschlich bedingtes Artensterben.
  • Reptilien: Besonders betroffen waren die Riesenskinke (Chioninia). Sie wurden „zu Tode gesammelt“ – der Kapverdische Riesenskink (C. coctei) verschwand Ende des 19. Jahrhunderts; das letzte Tier starb 1940 in Gefangenschaft. Auch mehrere Geckos gingen verloren.
  • Riesenschildkröten: Auf Sal starb eine Art bereits in tiefer Vergangenheit, während eine andere Art von Maio erst nach 1462, also nach menschlicher Ankunft, verschwand.
  • Vögel: Die Wachtel Coturnix centensis von der Insel São Vicente überlebte bis zur europäischen Besiedlung, fiel dann aber den menschlichen Eingriffen zum Opfer.
  • Auch einige Pflanzen und Schnecken verschwanden erst nach der Kolonisation.

Während auf Madeira und den Kanaren viele Verluste schon vor menschlicher Ankunft durch natürliche Prozesse ausgelöst wurden, markiert die Kolonisation ab dem 15. Jahrhundert auf den Azoren und Kapverden den klaren Wendepunkt. Ab diesem Zeitpunkt waren es fast ausschließlich menschliche Aktivitäten und eingeschleppte Arten, die das Artensterben beschleunigten.

Warum gerade Inseln & warum diese Arten?

Inseln sind Labore der Evolution: Hier entstehen viele einzigartige Arten, die es nirgendwo sonst gibt. Doch gerade diese Besonderheit macht sie auch außergewöhnlich verletzlich. Endemische Inselarten teilen eine Reihe typischer Merkmale, die ihr Aussterberisiko deutlich erhöhen:

  • Kleine Verbreitungsgebiete & winzige Bestände
    Viele Inselarten leben nur auf einer einzigen Insel – manche sogar nur in einem einzigen Tal. Ihre Populationen sind entsprechend klein. Schon ein lokales Ereignis wie ein Feuer, eine Dürre oder das Auftreten neuer Räuber kann sie an den Rand des Verschwindens bringen.
  • Langsame Fortpflanzung
    Arten mit wenigen Nachkommen können Verluste schlechter ausgleichen. Besonders größere Vögel, Reptilien und Säugetiere waren dadurch extrem gefährdet, sobald Jagd oder Beutegreifer ins Spiel kamen.
  • Flugunfähigkeit & Inselzahmheit
    Viele Inselvögel haben im Laufe der Evolution die Fähigkeit zu fliegen verloren – schlicht, weil sie keine Feinde hatten. Zugleich zeigten sie kaum Scheu vor Menschen oder eingeschleppten Räubern. Diese „Naivität“ machte sie zu leichten Opfern.
  • Große Körpergröße & Spezialisierung
    Große Tiere waren für Jäger besonders attraktiv, weil sie viel Fleisch oder wertvolle Felle lieferten. Hinzu kam, dass viele Inselarten ökologisch stark spezialisiert waren – etwa auf bestimmte Pflanzen oder Lebensräume. Wenn genau diese Ressourcen verschwanden, hatten sie keine Ausweichmöglichkeiten.
  • Eingeschleppte Räuber & Konkurrenten
    Der wohl folgenreichste Faktor waren Tiere, die Menschen unabsichtlich oder absichtlich mitbrachten: Ratten und Mäuse fraßen Eier und Jungvögel, Katzen erbeuteten ausgewachsene Tiere, Ziegen zerstörten die Vegetation. Selbst andere Schneckenarten, die eingeschleppt wurden, konnten einheimische Arten verdrängen.
Madeira-Ringeltaube - ausgestorbene Unterart
Die Madeira-Ringeltaube (Columba palumbus maderensis) starb im frühen 20. Jahrhundert aus. In der aktuellen Übersichtsstudie wird sie nicht aufgeführt, da sie als Unterart gilt. Ihr Beispiel zeigt jedoch, dass die Zahl der Verluste in Makaronesien tatsächlich noch höher liegt als die dokumentierten 220 Arten.
Huub Veldhuijzen van Zanten/Naturalis Biodiversity Center, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Mehr als nur Artenverlust

Wenn eine Art verschwindet, geht nicht nur das Tier oder die Pflanze selbst verloren, auch ihre ökologische Rolle bricht weg. Vögel und Reptilien sorgten etwa für die Samenverbreitung oder Bestäubung; mit ihrem Aussterben litten auch die Pflanzen, die auf sie angewiesen waren. Manche verschwanden gleich mit. Forschende sprechen hier von Ko-Extinktion: Stirbt eine Art aus, reißt sie ihre ökologischen Partner mit – etwa wirtspezifische Parasiten oder Bestäuber.

Was bedeutet das für den Artenschutz?

Die aktuelle Studie macht deutlich: Inseln wie die Azoren, Madeira, die Kanaren oder die Kapverden sind nicht nur Hotspots der Artenvielfalt, sondern zugleich Hotspots des Artensterbens. Damit sich die Verluste nicht weiter fortsetzen, sind also gezielte Schutzmaßnahmen wichtig:

Puffinus olsoni – ausgestorbener Sturmtaucher von Fuerteventura und Lanzarote (Kanaren)
Der Olson-Sturmtaucher war auf den Kanareninseln Fuerteventura und Lanzarote endemisch. Er verschwand vermutlich nach der Ankunft der europäischen Siedler im 15. Jahrhundert.
El fosilmaníaco, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
  • Eingeschleppte Arten konsequent managen
    Ratten, Mäuse, Katzen und Ziegen gehören zu den größten Gefahren für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Ein striktes Management – von gezielten Bekämpfungsprogrammen bis zur konsequenten Verhinderung neuer Einschleppungen – ist daher entscheidend. Jede weitere fremde Art könnte das fragile Gleichgewicht ins Wanken bringen.
  • Lebensräume wiederherstellen
    Viele Inselarten sind auf ganz bestimmte Wälder angewiesen: die immergrünen Lorbeerwälder (Laurisilva) auf den Azoren, Madeira und den Kanaren oder die wärmeliebenden Wälder auf Madeira, den Kanaren und den Kapverden. Durch Rodung, Feuer und Weidedruck sind diese Lebensräume stark geschrumpft. Ihre Renaturierung ist entscheidend, damit die verbliebenen Endemiten überleben können.
  • Frühwarnsysteme etablieren
    Gerade bei Insekten und Pflanzen drohen sogenannte „unsichtbare Verluste“ – Arten, die schon kurz vor dem Aussterben stehen, ohne dass es jemand bemerkt. Ein engmaschiges Monitoring kann helfen, solche Gefahren frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
  • Dunkle Aussterben sichtbar machen
    Viele Verluste bleiben unsichtbar, weil es keine Fossilien oder Belege gibt. Neue Methoden wie die Analyse von paläoökologischer DNA oder systematische Nachforschungen können solche „dunklen Aussterben“ sichtbar machen. Das ist wichtig, um das wahre Ausmaß der Biodiversitätskrise zu erfassen.

Auch wenn „nur“ die Hälfte der dokumentierten Aussterben zeitlich mit der Ankunft des Menschen zusammenfällt, sind die Zahlen eindeutig: Seit der Besiedlung liegen die Aussterberaten mehrere Größenordnungen über dem natürlichen Hintergrund.

Der Mensch ist der entscheidende Faktor; er trägt die Verantwortung, den Trend umzukehren. Inseln sind verletzlich, aber sie können auch Vorbilder für erfolgreichen Artenschutz sein. Dort, wo Lebensräume renaturiert und invasive Arten unter Kontrolle gebracht werden, haben selbst extrem seltene Inselarten noch eine Chance auf Zukunft.

Quelle

  • Fernández-Palacios, J. M., Fructuoso, M., Illera, J. C., et al. (2025). A synthesis of terrestrial species extinctions in the Macaronesian Islands and their correspondence with human occupancy. PNAS Nexus, 4(8), pgaf215. https://doi.org/10.1093/pnasnexus/pgaf215

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