Archiv der Kategorie: Wirbellose

Pacifastacus nigrescens (Flusskrebs)

Pacifastacus nigrescens

Pacifastacus nigrescens war ein recht kleiner Süßwasserkrebs: Die männlichen Tiere maßen etwa zwischen 4,6 und 5,2 Zentimeter, die Weibchen ungefähr 3,5 Zentimeter. (© University of Washington, Public domain, via Wikimedia Commons)

Pacifastacus nigrescens – Steckbrief
lateinische Namen Pacifastacus nigrescens, Astacus nigrescens, Potamobius nigrescens, Pacifastacus nigrescens nigrescens, Gambelly nigrescens, Hobbsastacus nigrescens
englischer Name Sooty Crayfish
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kalifornien, USA
Zeitpunkt des Aussterbens vor 1900
Ursachen für das Aussterben eingeschleppte Krebsarten, Lebensraumverlust

Als der Signalkrebs nach Kalifornien kam…

Hätte der Flusskrebs Pacifastacus nigrescens einen anerkannten deutschen Trivialnamen wäre es wohl etwas wie Rußiger Krebs oder Rußkrebs. Pacifastacus nigrescens lebte einst in den Bächen rund um die Bucht von San Francisco im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien – bis der Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) wahrscheinlich im 19. Jahrhundert nach Kalifornien gelangte. Von da an ward bald kein Pacifastacus nigrescens mehr gesehen…

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Akrav israchanani (Höhlenskorpion)

Akrav israchanani

Vertrocknete Hülle des in Höhlen lebenden Skorpions Akrav israchanani aus der Ajalon-Höhle in Israel. (© Ayyalon_cave_critters.jpg: (a) N. Ben Eliahu; (b) D. Darom; (c) Israel Naaman; (d) Israel Naaman.derivative work: Hic et nunc, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)

Akrav israchanani – Steckbrief
lateinischer Name Akrav israchanani
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Ajalon- und Levana-Höhle, Israel
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1960 und 1991
Ursachen für das Aussterben unklar

Ein ausschließlich in Höhlen vorkommender Skorpion ohne Augen

Die Ajalon-Höhle (auch Ayyalon), die zwischen Tel Aviv und Jerusalem liegt und mit mehr als 2,7 Kilometern Länge die zweitgrößte Kalksteinhöhle Israels ist, wurde erst 2006 entdeckt. Wissenschaftler fanden im Salzwasser der Höhle verschiedene neuartige Bakterien, Einzeller und vier Krebstierarten. Im trockenen Bereich der Höhle entdeckten sie den Pseudoskorpion Ayyalonia dimentmani und Überreste des blinden Skorpions Akrav israchanani. Der israelische Biologe und Arachnologe Gershom Levy beschrieb Akrav israchanani 2007 erstmals wissenschaftlich.

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Pasadena-Süßwassergarnele

Stygiocaris stylifera gehört derselben Familie wie die Pasadena-Süßwassergarnele an

Das Bild zeigt Stygiocaris stylifera, eine in Australien beheimatete Art, die wie auch die Pasadena-Süßwassergarnele zur Familie der Süßwassergarnelen (Atyidae) gehört. (© Dr. Danny Tang, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons)

Pasadena-Süsswassergarnele – Steckbrief
lateinischer Name Syncaris pasadenae, Syncaris pasadenas, Caradina pasadenae, Syncaris Trewi
englische Namen Pasadena Freshwater Shrimp, Pasadena Shrimp
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Los Angeles (Kalifornien, USA)
Zeitpunkt des Aussterbens 1933
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Pasadena-Süßwassergarnele: Dort, wo sie einst lebte, wird heute der Super Bowl ausgetragen

J. S. Kingsley beschrieb die Pasadena-Süßwassergarnele 1897 wissenschaftlich anhand von Exemplaren, die an dem Ort entdeckt wurden, wo heute das Rose-Bowl-Stadion steht. Bis 1933 hat man noch rund hundert dieser Krebstiere sammeln können, danach kein einziges mehr. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN klassifiziert die Pasadena-Süßwassergarnele deshalb als ausgestorben.

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Achatinella buddii (Baumschnecke)

achatinella buddii

Drei Gehäuse der ausgestorbenen Schneckenart Achatinella buddii. Diese befinden sich im Museum Naturalis in Leiden, Niederlande. (© Naturalis Biodiversity Center, CC0, via Wikimedia Commons)

Achatinella buddii – SteckbrieF
lateinische Namen Achatinella buddii, Achatinella buddi
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Oahu (Hawaii)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1900
Ursachen für das Aussterben Schneckensammler, langsame Reproduktionsrate, Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Pflanzen und Tiere

Baumschnecken – Die Juwelen des Waldes

Einst, vor der Besiedlung durch Menschen, existierten auf den Hawaii-Inseln rund 750 verschiedene Arten von Landschnecken. Heute sind die meisten von ihnen vom Aussterben bedroht, mindestens 50 sind bereits ausgestorben – darunter Achatinella buddii.

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Brasilianischer Riesenregenwurm

Megascolides australis

Neben Megascolides australis (Bild) zählt Rhinodrilus fafner zu den längsten Würmern. Die Zeichnung von Arthur Bartholomew befindet sich im Buch Natural History of Victoria von Frederick McCoy (1885). (© Arthur Bartholomew (1833—1903), Public domain, via Wikimedia Commons)

Brasilianischer Riesenregenwurm – Steckbrief
lateinischer Name Rhinodrilus fafner
englischer Name Giant Brazilian Earthworm
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Brasilien
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1912
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Brasilianischer Riesenregenwurm: Mehr als zwei Meter lang

Im Jahre 1912 wurde in der Nähe von Belo Horizonte in Brasilien ein 210 Zentimeter langer Wurm entdeckt: Rhinodrilus fafner, ein Brasilianischer Riesenregenwurm.

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Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe

Halarachnidae

Eine Milbe aus der Familie Halarachnidae, zu der auch die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe gehört. Zum Bild: 1 Körper, 2 Mundöffnung, 3 Beine, 4 Beine enden mit Pulvillus (Haftlappen) und Klauen, 5 Brustbeinplatte, 6 Hülle (© Acarologiste, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe – Steckbrief
lateinischer Name Halarachne americana
englische Namen Caribbean Monk Seal Nasal Mite
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Karibik
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1952
Ursachen für das Aussterben
Aussterben des Wirtes (Karibische Mönchsrobbe)

Die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe verschwand zusammen mit ihrem Wirt – der Karibischen Mönchsrobbe

Genau wie bei der Wandertaube und der einst auf ihr lebenden Wandertaubenmilbe starb zusammen mit der Karibischen Mönchsrobbe auch die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe aus.

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Plegma duponti (Landschnecke)

plegma duponti landlungenschnecke

Gehäuse von Plegma duponti, einer ausgestorbenen Landlungenschneckenart von Mauritius. Das Exemplar befindet sich im Museum Naturalis in Leiden. (© Naturalis Biodiversity Center, CC0, via Wikimedia Commons)

Plegma duponti – Steckbrief
lateinische Namen Plegma duponti, Helix duponti, Nanina sulcifera, Helix sulcifera
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 19. Jahrhundert
Ursachen für das Aussterben nicht bekannt, eventuell Lebensraumverlust

Plegma duponti lebte an Land und atmete Sauerstoff aus der Luft

Die ausgestorbene Schneckenart Plegma duponti ähnelt unseren heutigen Weinbergschnecken (Helix pomatia) etwas. Denn bei beiden Arten handelt es sich um Landlungenschnecken mit einem Gehäusedurchmesser von bis zu fünf Zentimetern.

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Wandertaubenmilbe

milbenbefall

Von der Wandertaubenmilbe selbst existiert kein Foto. Das Bild zeigt Milben, die einen Mistkäfer als Transportmittel nutzen. (© Heiko Wagner, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Wandertaubenmilbe – Steckbrief
lateinischer Name Diplaegidia gladiator
englischer Name Passenger Pigeon Mite
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kanada
Zeitpunkt des Aussterbens 1914
Ursachen für das Aussterben Aussterben des Wirtes (Wandertaube)

Das Aussterben von Arten löst Kettenreaktionen aus

Beim Aussterben von Tier- oder Pflanzenarten wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt. Oft stirbt mit einem Lebewesen auch mindestens ein anderes aus. So ist mit der Wandertaube (Ectopistes migratorius) 1914 auch die Wandertaubenmilbe ausgestorben.

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Tropidophora carinata (Landschnecke)

Tropidophora carinata

Gehäuse der ausgestorbenen, einst auf den Inseln Réunion und Mauritius endemischen Landschnecke Tropidophora carinata. (© Jjargoud, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Tropidophora carinata – Steckbrief
lateinischer Name Tropidophora carinata
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion, Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1881
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Tropidophora carinata: Landdeckelschnecke mit Kiemen

Wirklich viel findet man zu Tropidophora carinata nicht, eine Landschnecke, die einst auf den Inseln Mauritius und Réunion im Indischen Ozean gesammelt wurde.

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Namibcypris costata (Muschelkrebs)

Namibcypris costata

Nachbildung des vermutlich ausgestorbenen Muschelkrebses Namibcypris costata. (© Apokryltaros, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Namibcypris Costata – Steckbrief
lateinische Namen Namibcypris costata, Namibocypris costata
englischer Name Namibian Candonid Crustacean
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Namibia (Afrika)
Zeitpunkt des Aussterbens spätestens 1996
Ursachen für das Aussterben vermutlich Lebensraumverlust durch Reinigung von Quellen

Namibcypris costata sah aus wie eine kleine Muschel

Bei Namibcypris costata aus der Familie Candonidae handelt es sich um einen bereits ausgestorbenen Muschelkrebs – auch als Ostrakode bezeichnet. Muschelkrebse verdanken ihren Namen dem muschelförmigen Panzer, der ihren Weichkörper schützt.

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