Kouprey

Kouprey Bos sauveli
Ein männlicher Kouprey im Vincennes Zoo in Paris 1937, dessen Hörner noch nicht voll entwickelt sind. Anhand dieses Exemplars wurde die Art beschrieben. Der Bulle verhungerte im 2. Weltkrieg 1941 im Zoo. (© [2], CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)
Kouprey – Steckbrief
lateinische Namen Bos sauveli, Bibos sauveli, Novibos sauveli
englische Namen Kouprey, Grey Ox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kambodscha, Laos, Vietnam, (Thailand)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar, möglicherweise nach 1982
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Krankheiten, Lebensraumverlust

Der Kouprey, ein zoologisches Mysterium

Der Kouprey, ein Rind, das einst im Regenwald des Dreiländerecks Vietnam, Kambodscha und Laos versteckt lebte, gab der Wissenschaft einige Rätsel auf. In zahlreichen Hypothesen versuchte man der Herkunft des Koupreys auf den Grund zu gehen: War der Kouprey eine Kreuzung aus Banteng mit Zebu, Gaur oder Wasserbüffel? War er ursprünglich ein Hausrind, das verwilderte? Sind Koupreys vielleicht eine vikariierende Banteng-Population? Oder handelt es sich beim Kouprey etwa um einen Nachfahren des Auerochsen, der ja eigentlich Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist? Eines ist (fast) sicher: Der Kouprey ist ausgestorben. Oder zumindest so selten geworden, dass man meinen könnte, er sei es.

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Darwin-Reisratte

galapagos-reisratte / verwandte der darwin-reisratte
Die auf der Galápagos-Insel San Cristóbal einst heimische Reisratte Aegialomys galapagoensis galapagoensis (Bild) ist ebenso wie die Darwin-Reisratte von Santa Cruz ausgestorben. (© Richard Owen 1838, Public domain, via Wikimedia Commons)
Darwin-Reisratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Darwins Reisratte
lateinischer Name Nesoryzomys darwini 
englische Namen Darwin’s Galápagos Mouse, Darwin’s Nesoryzomys
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens 1930er-Jahre
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Darwin-Reisratte: The name darwini seems appropriate

Das erste auf den Galápagos-Inseln heimische Nagetier sammelte der Naturforscher Charles Darwin 1835 auf San Cristóbal: Mus galapagoensis. In der Folge entdeckte man sieben weitere Arten endemischer Nager auf vier anderen Inseln des Galápagos-Archipels. Wenigstens vier dieser Arten sind heute ausgestorben; so auch die Darwin-Reisratte.

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Bola-Batu-Hirscheber

babiroussa / Bola-Batu-Hirscheber
Zeichnung eines Hirschebers vom Naturmaler Jean-Charles Werner (1830). Babirusas besitzen – wie Wildschweine (Sus scrofa) auch – zwei untere Hauer, die seitlich aus dem Maul herauswachsen. Zusätzlich haben Hirscheber zwei besonders große obere Hauer, die den Rüssel durchbrechen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. (© Sitron, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Bola-Batu-Hirscheber – Steckbrief
lateinische Namen Babyrousa bolabatuensis, Babyrousa babyrussa bolabatuensis, (Babyrousa celebensis)
englischer Name Bola Batu Babirusa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Sulawesi (Indonesien)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust

Bola-Batu-Hirscheber: Halb Hirsch, halb Schwein

Bei dem Tier mit dem merkwürdig klingenden Namen Bola-Batu-Hirscheber handelt es sich um eine vermutlich ausgestorbene Art der Hirscheber (Babyrousa), auch Babirusa genannt – eine Kombination der indonesischen Wörter für Hirsch und Schwein. Wissenschaftler sind sich uneinig, ob die auf der indonesischen Insel Sulawesi gefundene Art ausgestorben ist oder noch lebt und ob es sich überhaupt um eine eigene Art handelt.

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Nacktbrustkänguru

Caloprymnus campestris
Eine vor 1881 entstandene Illustration des Nacktbrustkängurus von John Gould für sein Buch Mammals of Australia. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)
Nacktbrustkänguru – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Steppenkänguruhratte, Steppenkängururatte, Oolacunta
lateinischer Name Caloprymnus campestris 
englische Namen Desert Rat Kangaroo, Buff-nosed Rat-kangaroo, Plains Rat-kangaroo, Desert Bettong
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Zentralaustralien
Zeitpunkt des Aussterbens 1935
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust, eingeschleppte Tiere

Das Nacktbrustkänguru: Gefunden, verloren, gefunden und wieder verloren…

Den Wangkangurru, ein Aborigines-Volk, war das Nacktbrustkänguru als Ngudlukanta seit Jahrtausenden schon bekannt. Die westliche Wissenschaft erfuhr von der Beutelsäugerart erst 1942, als der damalige Gouverneur  von South Australia, George E. Grey, drei Individuen an John Gould nach England schickte. Gould, eigentlich ein Ornithologe, erkannte eine neue Tierart und beschrieb sie 1843 als erster wissenschaftlich. Danach war es still um das Nacktbrustkänguru und es ward 88 Jahre lang nicht mehr gesehen.

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Galapagos-Riesenratte

galapagos-riesenratte Megaoryzomys curioi
Das Foto zeigt den Schädel der ausgestorbenen Galapagos-Riesenratte. (© Geni, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
GalApagos-Riesenratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Galápagos-Riesenratte
lateinischer Name Megaoryzomys curioi
englische Namen Galapagos Giant Rat, Galápagos Giant Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz, Isabela (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Galapagos-Riesenratte: Größe dem Inselgigantismus geschuldet

Eine lebendige Galapagos-Riesenratte wurde nie gesichtet oder gar gesammelt. Jochen Niethammer beschrieb das mäuseartige Nagetier aus der Gruppe der Neuweltmäuse 1964 auf Basis von drei Knochenfragmenten, die man in einer Höhle auf Santa Cruz fand. Später wurden noch weitere fossile Überreste, allesamt auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela, entdeckt.

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Vietnamesisches Nashorn

vietnamesisches nashorn Rhinoceros sondaicus annamiticus
Kopf eines männlichen Vietnamesischen Nashorns, das um 1930 in Perak auf der Malaiischen Halbinsel geschossen wurde. Es befindet sich heute im Raffles Museum in Singapur. (© Kloss, C. Boden, Public domain, via Wikimedia Commons)
Vietnamesisches Nashorn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Annamitisches Java-Nashorn, Annamiten-Nashorn
lateinische Namen Rhinoceros sondaicus annamiticus, Rhinoceros sondaicus annamiticu
englische Namen Vietnamese Javan Rhinoceros, Vietnamese Rhinoceros, Javanese Javan Rhinoceros
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Vietnam (zuvor auch Süd-China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia)
Zeitpunkt des Aussterbens 2009
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Lebensraumverlust

Ausgestorben geglaubte Unterart 1988 wiederentdeckt

Die ausgestorben geglaubte Unterart des Java-Nashorns (Rhinoceros sondaicus), das Annamitische Java-Nashorn oder Annamiten-Nashorn (auch: Vietnamesisches Nashorn) wurde erst 1988 wiederentdeckt. Zunächst nahm man an, dass die Nashorn-Art, die einst einen großen Teil Südostasiens besiedelte, durch die Folgen des Vietnamkrieges ausgestorben war.

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Atlasbär

atlasbaer
So mag der Atlasbär möglicherweise ausgesehen haben. (© Nicolas Maréchal, Public domain, via Wikimedia Commons)
Atlasbär – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Berberbär, Nandibär
lateinische Namen Ursus arctos crowtheri, Ursus crowtheri
englische Namen Atlas Bear, African Bear, North African Brown Bear, Atlas Brown Bear
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Nordafrika (Algerien, Marokko, Libyen)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1869
Ursachen fürdas Aussterben Überjagung

Atlasbär war Teil von Tierhetzen im Römischen Reich

Der Atlasbär soll im nordafrikanischen Atlasgebirge und in den angrenzenden Regionen Libyens, Algeriens und Marokko gelebt haben. Von ihm existieren keine Fotos, keine wissenschaftlichen Abbildungen, keine Exemplare in Museen und keine vollständigen Skelette. Was vom Atlasbären blieb, sind subfossile Knochen aus Höhlen, alte Reiseberichte und antike Quellen.

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Kleiner Samoa-Flugfuchs

pteropus conspicillatus
Der Brillenflughund (Pteropus conspicillatus) aus Nordaustralien (auf dem Foto mit Baby) gehört wie auch der Kleine Samoa-Flugfuchs der Gattung Pteropus an. (© Mnolf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Kleiner Samoa-Flugfuchs – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kleiner Samoischer Flugfuchs
lateinischer Name Pteropus allenorum
englischer Name Small Samoan Flying Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Samoa (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1856
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Überjagung

Kleiner Samoa-Flugfuchs: 153 Jahre im Regal verstaubt

Ein Kleiner Samoa-Flugfuchs – das einzig bekannte und vielleicht auch letzte Exemplarsaß 153 Jahre konserviert in einem Glas in einem Museumsregal, bevor er schließlich als neue Spezies identifiziert wurde. Und dann bemerkte man, er ist ausgestorben.

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Perameles papillon (Langnasenbeutler)

perameles gunnii
Das Bild von John Gould aus Mammals of Australia (1863) zeigt den gefährdeten Tasmanischen Langnasenbeutler (Perameles gunnii). Perameles papillon trägt auf dem Hinterteil eine an einen Schmetterling erinnernde dunkle Zeichnung. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)
Perameles papillon – Steckbrief
lateinischer Name Perameles papillon
englische Namen Butterfly Bandicoot, Nullarbor Barred Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1920 und 1960
Ursachen für das Aussterben eingeschleppte Raubtiere

Perameles papillon: Erst 2018 wissenschaftlich beschrieben

Die Art Perameles papillon erhielt erst 2018 Artstatus – zu diesem Zeitpunkt war sie bereits ausgestorben. Das australische Beuteltier aus der Gattung der Langnasenbeutler (Perameles) wurde anhand von Material aus dem Natural History Museum in London und dem Western Australian Museum wissenschaftlich beschrieben.

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Weihnachtsinsel-Ratte

weihnachtsinsel-ratte Rattus nativitatus
Ein Bild der heute ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Ratte aus dem Buch A Monograph of Christmas Island (Indian Ocean) von 1900. Ihr Fell war dunkelbraun und sie hatte auf dem Rücken eine Fettschicht. (© Biodiversity Heritage Library, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)
Weihnachtsinsel-Ratte – Steckbrief
lateinische Namen Rattus nativitatis, (Mus nativitatis)
englische Namen Bulldog Rat, Christmas Island Burrowing Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Weihnachtsinsel (Australien)
Zeitpunkt des Aussterbens 1903
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Hausratten mitsamt Parasiten

Eingeschleppter Parasit rottete heimische Ratten aus

Auf der Weihnachtsinsel waren einst auch Ratten endemisch, wie die Weihnachtsinsel-Ratte und die Maclear-Ratte (Rattus macleari). Beide sind heute ausgestorben – höchstwahrscheinlich aus demselben Grund.

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