Archiv der Kategorie: Reptilien

Viesca-Klappschildkröte

Viesca-Klappschildkröte – Steckbrief
lateinische Namen Kinosternon hirtipes megacephalum, Kinosternon megacephalum
englischer Name Viesca Mud Turtle
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Mexiko
Zeitpunkt des Aussterbens um 1970
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust durch Austrocknung, Gewässerverschmutzung

Auf der Suche nach den Klappschildkröten

Lake-Chapala-Klappschildkröte (Kinosternon hirtipes chapalaense)

Die Lake-Chapala-Klappschildkröte (Bild) ist wie die ausgestorbene Viesca-Klappschildkröte eine Unterart der Rauhfuß-Klappschildkröten. (© JohnnyFizzel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Da die Gewässer nahe der Ortschaft Viesca im mexikanischen Bundesstaat Coahuila in den 1960er-Jahren austrockneten, schlussfolgerten Biologen, dass die dort in ruhigen Flüssen und Sümpfen lebende Viesca-Klappschildkröte zu dieser Zeit ausgestorben sein muss. Allerdings hat niemand versucht, andere ganzjährige Gewässer in den umliegenden Gebieten zu finden, in denen die Viesca-Klappschildkröte möglicherweise noch vorkommt. Zumindest bis 2010 und 2011 – da begaben sich die Herpetologen Jacobo Reyes-Velasco, John B. Iverson und Oscar Flores-Villela in Nord- und Zentralmexiko auf die Suche nach überlebenden Klappschildkrötenpopulationen. Sie konzentrierten sich bei ihrer Expedition auf die Viesca-Klappschildkröte und zwei weitere Unterarten, die zu diesem Zeitpunkt seit 30 Jahren nicht mehr gesichtet wurden: die Lake-Chapala- (K. h. chapalaense) und die San-Juanico-Klappschildkröte (K. h. magdalense).

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Kapverdischer Riesenskink

Kapverdischer Riesenskink

Illustration des Kapverdischen Riesenskinks von J. Terrier aus dem Jahr 1885. Männchen konnten eine Körperlänge von rund 50 Zentimeter erreichen, die Weibchen von knapp 43 Zentimeter (inklusive Schwanz). Das Gewicht der Tiere lag bei fast einem halben Kilo. (© J. Terrier, Public domain, via Wikimedia Commons)

Kapverdischer Riesenskink – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Kapverden-Riesenskink, Lagarto
lateinische Namen Chioninia coctei, Macroscincus coctei, Charactodon coctei, Euprepes coctei, Gongylus coctei, Macroscincus coctaei
englische Namen Cape Verde Giant Skink, Bibron’s Skink, Cocteau’s Skink, Cocteau’s Lizard
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kapverdische Inseln (Atlantischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1912
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust, auf Inseln eingeschleppte Tiere, Trockenperioden, langsame Reproduktionsrate

Ilhas Desertas – Die Terra typica des Kapverdischen Riesenskinks

Lebewesen, die in isolierten Ökosystemen wie Inseln vorkommen, sind oft an die dort herrschenden extremen Bedingungen angepasst. Sie zeichnen sich zum Beispiel durch Verzwergung oder Gigantismus aus und oft fehlen ihnen aufgrund der Abwesenheit von Fressfeinden Verteidigungsmechanismen, was sie von ihren nahen Verwandten auf dem Festland unterscheidet. Die geografische und ökologische Isolation der Inseltiere macht sie gegenüber zahlreiche Einflüsse besonders empfindlich. Dazu gehören etwa die Bejagung, die Zerstörung ihres Lebensraums und auf die Insel eingeschleppte Raubtiere oder Nahrungskonkurrenten. In historischer Zeit sind vor allem viele vom Inselgigantismus betroffene Spezies ausgestorben, wie zum Beispiel die Rodrigues-Riesenschildkröte, die Galápagos-Riesenratte, der St.-Helena-Wiedehopf oder eben der Kapverdische Riesenskink.

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Rodrigues-Riesenschildkröte

Cylindraspis peltastes Rodrigues-Riesenschildkröte

Zeichnung der Rodrigues-Riesenschildkröte, entstanden um 1770. (© Paul Jossigny, Public domain, via Wikimedia Commons)

Rodrigues-Riesenschildkröte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Rodriguez-Riesenschildkröte
lateinische Namen Cylindraspis peltastes, Geochelone peltastes, Geochelone (Geochelone) rotunda, Testudo peltastes, Chersine rotunda, Testudo rotunda
englische Namen Domed Rodrigues Giant Tortoise, Domed Rodriguez Giant Tortoise
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Rodrigues (Maskarenen, Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens  1802
Ursachen für das Aussterben Bejagung, auf Insel eingeschleppte Tiere, Lebensraumverlust

Eine der kleinsten Riesenschildkröten im Indischen Ozean

Angesichts ihrer eigentlichen Körpergröße ist der Name Rodrigues-Riesenschildkröte wirklich irreführend. Tatsächlich erreichte die Art nämlich lediglich eine Panzerlänge von 40 Zentimetern und ein Gewicht von knapp zwölf Kilogramm. Sie gehörte damit zu den kleinsten Riesenschildkröten des Indischen Ozeans.

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Antigua-Glattkopfleguan

Der ausgestorbene Antigua-Glattkopfleguan gehört wie auch der heute noch existierende Rollschwanz-Leguan Leiocephalus carinatus (Bild) zur Gattung der Glattkopfleguane. (© Ianaré Sévi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Antigua-Glattkopfleguan – Steckbrief
alternative Bezeichnung Barbuda-Glattkopfleguan
lateinischer Name Leiocephalus cuneus
englischer Name Antiguan Curly-tailed Lizard
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Anguilla, Antigua und Barbuda, Guadeloupe (Kleine Antillen)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens im 15. Jahrhundert
Ursachen für das Aussterben
auf Insel eingeschleppte Tiere

Ein Reptil von ekelhaftem Aussehen

Eine Mrs. Lanaghan (auch Lanagan) lieferte 1844 in Antigua and the Antiguans eine Beschreibung eines Reptils, welches der Antigua-Glattkopfleguan sein könnte. Sie beschrieb eine auf dem Boden lebende Echse, die „wesentlich größer“ als jene auf Bäumen sei. An ihrem Körper verlaufen „in Längsrichtung blutrote Streifen und sie ist „von ekelhaftem Aussehen“ mit einem „Schwanz von extremer Länge“, sodass die Bewegungen des Tieres schlangenartig wirken würden.

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Guadeloupe-Ameive

ameiva fuscata

Ein Foto der heute noch existierenden, mit der Guadeloupe-Ameive verwandten Dominikanischen Ameive (Ameiva fuscata). (© Postdlf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Guadeloupe-Ameive – Steckbrief
lateinische Namen Pholidoscelis cineraceus, Ameiva cineracea
englischer Name Guadeloupe Ameiva
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Guadeloupe (Kleine Antillen)
Zeitpunkt des Aussterbens 1928
Ursachen für das Aussterben Hurrikan, auf Insel eingeschleppte Mangusten, Lebensraumverlust

Ein Hurrikan führte zum Aussterben der letzten Guadeloupe-Ameiven

Letztendlich verantwortlich für das Verschwinden der zur Familie der Schienenechsen (Teiidae) zählenden Guadeloupe-Ameive war der Okeechobee-Hurrikan, welcher im September 1928 auf der Insel Guadeloupe wütete.

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Martinique-Ameive

ameiva major

Eine Zeichnung der Martinique-Ameive von den französischen Zoologen André Marie Constant Duméril und Gabriel Bibron aus dem Jahr 1839. Diese haben die Echse auch als erste wissenschaftlich beschrieben. (© Mougoot, Dumeril, Bibron, Public domain, via Wikimedia Commons)

Martinique-Ameive – Steckbrief
lateinische Namen Pholidoscelis major, Ameiva major
englische Namen Martinique Ameiva, Martinique Giant Ameiva
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Martinique oder Îles de la Petite Terre (Kleine Antillen)
Zeitpunkt des Aussterbens spätestens 1825 oder um 1928
Ursachen für das Aussterben unklar; vermutlich auf Insel eingeschleppte Tiere oder Hurrikan

Selbst Herkunft der Martinique-Ameive ist umstritten

Es ist wirklich nicht viel über die Martinique-Ameive bekannt und das, was man einst dachte, zu wissen, wurde von der Wissenschaft revidiert. So trägt die Martinique-Ameive vielleicht sogar ihren Namen zu Unrecht.

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Mauritius-Riesenskink

mauritius-riesenskink / f Leiolopisma mauritiana

Knochen des Mauritius-Riesenskinks, dokumentiert von Hans Gadow im Jahr 1893. Anhand dieser subfossilen Überreste konnten Wissenschaftler das Reptil rekonstruieren. (© Hans Gadow, Public domain, via Wikimedia Commons)

Mauritius-Riesenskink – Steckbrief
lateinische Namen Leiolopisma mauritiana, Didosaurus mauritianus
englischer Name Mauritian Giant Skink
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1600 oder 1650
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Mauritius-Riesenskink – einige Knochen landeten auf dem Müll

Der Mauritius-Riesenskink ist nur von einem unvollständigen Exemplar und vereinzelten Knochen bekannt. Einem Gerücht nach, soll ein ehemaliger Direktor des Mauritian Institute einige Knochen des Reptils weggeworfen haben und Schuld daran tragen, dass es heute kein vollständiges Skelett gibt.

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Mauritiusboa

mauritiusboa Bolyeria multocarinata

Eine Zeichnung der Mauritiusboa; entstanden zwischen 1700 und 1880. Die Schlange war im Durchschnitt etwa ein Meter lang. (© UBA01:IZ11900105, Iconographia Zoologica: een papieren dierenrijk, Universiteit van Amsterdam, Public domain, via Wikimedia Commons)

Mauritiusboa – Steckbrief
lateinische Namen Bolyeria multocarinata, Eryx multocarinata
englischer Name Round Island Burrowing Boa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Round Island, früher auch Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1975
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere, extrem kleines Verbreitungsgebiet

Mauritiusboa: Extrem kleines Verbreitungsgebiet

Rund 22,5 Kilometer östlich von Mauritius befindet sich die unbewohnte, nur knapp 1,7 Quadratkilometer kleine Insel Round Island. Dort lebte die Mauritiusboa, die zur Familie der Bolyerschlangen (Bolyeriidae) gehört.

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Réunion-Riesenschildkröte

reunion-riesenschildkroete / Cylindraspis indica

Zeichnung der Réunion-Riesenschildkröte aus Historia Testudinum: Iconibus Illustrata von Johann David Schoepf aus dem Jahre 1792. (© Johann David Schoepf, Public domain, via Wikimedia Commons)

Réunion-Riesenschildkröte – Steckbrief
lateinische Namen Cylindraspis indica, Cylindraspis borbonica, Chersina grayi, Testudo graii, Testudo indica u.a.
englischer Name Réunion Giant Tortoise
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion (Maskarenen, Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1840er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Überjagung, auf Insel eingeschleppte Tiere

Reunion-Riesenschildkröte: Ihr Fleisch galt als Delikatesse

Die Reunion-Riesenschildkröte war im 17. und frühen 18. Jahrhundert noch sehr häufig, doch mit der Ankunft europäischer Seefahrer auf der Insel Réunion wurden unzählige dieser Tiere getötet.

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Rabida-Riesenschildkröte

Galapagos Geochelone nigra porteri

Von der Rabida-Riesenschildkröte gibt es keine Bilder. Das Foto zeigt die heute noch existierende Santa-Cruz-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra porteri). Beide sind Unterarten der Galápagos-Riesenschildkröte (C. nigra). (© Pandanus, Public domain, via Wikimedia Commons)

Rabida-Riesenschildkröte – Steckbrief
lateinischer Name Chelonoidis nigra wallacei
englischer Name Rábida Island Tortoise
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Rábida (Galápagosinseln)
Zeitpunkt des Aussterbens 1906
Ursachen für das Aussterben unklar

Eine Unterart der Galápagos-Riesenschildkröte

Die Rabida-Riesenschildkröte soll eine Unterart der Galápagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra) gewesen sein, von der insgesamt 15 Unterarten existieren, wobei vier bereits ausgestorben sind: die Santa-Fe-Riesenschildkröte (unbenannt), die Floreana-Riesenschildkröte (C. nigra nigra), die Fernandinha-Riesenschildkröte (C. nigra phantastica) und eben die Rabida-Riesenschildkröte.

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