Archiv der Kategorie: Insekten&Spinnen

Perrins Höhlentauchkäfer

Iberoporus pluto: ebenfalls ein Grundwasstier wie Perrins Höhlentauchkäfer

Der 2019 in Portugal entdeckte Iberoporus pluto ist wie auch Perrins Höhlentauchkäfer blind und fast farblos. DNA-Analysen zeigen, dass die Arten miteinander verwandt sind. (© Ribera I, Reboleira ASPS (2019). ZooKeys 813: 21-38, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)

Perrins Höhlentauchkäfer – Steckbrief
lateinischer Name Siettitia balsetensis
englische Namen Perrin’s Cave Beetle, Perrin’s Cave Coleoptera
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Südfrankreich
Zeitpunkt des Aussterbens 1945
Ursachen für das Aussterben unklar

Der weltweit erste bekannte Grundwasserkäfer

In der kleinen Gemeinde Le Beausset in Südfrankreich entdeckte ein Apotheker 1904 in einem tiefen Brunnen einen augenlosen, hellen, braungelblichen Käfer. Dem bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten nur 2,25 Millimeter großen Schwimmkäfer verlieh der Hobby-Entomologe Elzéar Abeille de Perrin später den Namen Siettitia balsetensis oder Perrins Höhlentauchkäfer.

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Amerikanische Sackmotte

Coleophoridae / Familie Amerikanische Sackmotte

Ein Tier aus der Familie der Sackträgermotten, der auch die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorbene Amerikanische Sackmotte angehört. (© Ilia Ustyantsev from Russia, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Amerikanische Sackmotte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kastanien-Sackträgermotte
lateinischer Name Coleophora leucochrysella
englische Namen Chestnut Casebearer Moth, Chestnut Casebearer, Chestnut Case-bearer Moth, Chestnut Case-bearer, American Coleophorid Moth
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Indiana, Pennsylvania, Virginia (USA)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1904 und 1950
Ursachen für das Aussterben aus Asien eingeschleppter Kastanienrindenpilz

Ein Rindenpilz aus Ostasien zerstörte nicht nur die Amerikanische Kastanie

Die Amerikanische Sackmotte oder Kastanien-Sackträgermotte war zum Überleben auf die in Nordamerika heimische Amerikanische Kastanie (Castanea dentata) angewiesen. Nur diese Laubbaumart konnte ihren Raupen als Wirtspflanze dienen, was der hochspezialisierten Schmetterlingsart letztendlich zum Verhängnis wurde.

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Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege

Emperoptera mirabilis Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege

Eine Zeichnung der ausgestorbenen Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege aus Fauna Hawaiiensis (1899 bis 1913). (© various authors, Public domain, via Wikimedia Commons)

Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege – Steckbrief
lateinische Namen Emperoptera mirabilis, Campsicnemus mirabilis
englischer Name Koolau Spur-winged Long-legged Fly
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Oahu (Hawaii)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1907
Ursachen für das Aussterben
auf Insel eingeschleppte Großkopfameisen, Lebensraumverlust

Die Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege: Eine Fliege, die nicht fliegen konnte

Die winzige, zwischen 15 und 18 Millimeter lange Koolau-Spornflügel-Langbeinfliege besaß keine Flügel und war damit flugunfähig. Anstelle ihrer Flügel besaß sie rund ein Millimeter lange Sporne.

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Sloans Uraniafalter

sloans uraniafalter / urania sloanus

Sloans Uraniafalter, gezeichnet von William Swainson und 1829 in den Zoological Illustrations (Band 3) veröffentlicht. (© William Swainson, Public domain, via Wikimedia Commons)

Sloans Uraniafalter – Steckbrief
lateinische Namen Urania sloanus, Papilio sloanus, Papilio sloaneus, Cydimon sloanus, Leilus occidentalis
englische Namen Sloane’s Urania, Sloan’s Urania, Jamaican Sunset Moth
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Jamaika
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Verschwinden der Hauptfutterpflanze, Umwelteinflüsse (z.B. Hurrikans)

Sloans Uraniafalter: Eine tagaktive Motte

Sloans Uraniafalter, ein auffallend schöner Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von bis zu 7,6 Zentimetern, starb vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts aus, da er keine Futterpflanzen mehr für seine Raupen fand.

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Madeira-Kohlweißling

madeira-kohlweißling

Weiblicher Madeira-Kohlweißling aus dem Buch The Butterflies and Moths of Teneriffe (1894) von A. E. und Rashleigh Holt White.A. E. Holt White, Rashleigh Holt White, Public domain, via Wikimedia Commons)

Madeira-Kohlweißling – Steckbrief
lateinische Namen Pieris brassicae wollastoni, Pieris wollastoni, Pieris cheiranti wollastoni, Ganoris wollastoni
englische Namen Madeiran Large White, Large White
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madeira (Atlantischer Ozean, Portugal)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1977
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppter Kleiner Kohlweißling mitsamt Virus oder eingeschleppte Parasiten

Madeira-Kohlweißling: Führte ein Virus oder ein Parasit zum Aussterben?

Der Madeira-Kohlweißling wurde zum ersten Schmetterling erklärt, der aufgrund menschlichen Eingreifens in die Natur in Europa ausgestorben ist, so Lewis Smith 2007 in einem Artikel der britischen Times. Warum genau der Madeira-Kohlweißling ausgestorben ist, steht allerdings nicht fest.

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Riesen-Heidelibelle

heidelibelle

Weibliche Vertreterin der Gattung der Heidelibellen, fotografiert in Norddeutschland. Von der ausgestorbenen Riesen-Heidelibelle existieren kaum Abbildungen. (©Lung, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons)

Riesen-Heidelibelle – Steckbrief
alternative Bezeichnung St.-Helena-Heidelibelle
lateinische Namen Sympetrum dilatatum, (Diplax dilatata)
englische Namen Saint Helena Darter, Saint Helena Dragonfly, St. Helena Darter, St. Helena Dragonfly
ursprüngliches Verbreitungsgebiet St. Helena (Südatlantik)
Zeitpunkt des Aussterbens 1963
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust

Riesen-Heidelibelle: Großer Vertreter der Gattung der Heidelibellen

Die Riesen-Heidelibelle oder St.-Helena-Heidelibelle war vermutlich die einzige Libellenart, die jemals auf der knapp 123 Quadratkilometer großen Insel Sankt Helena – einstiger Verbannungsort Napoleons – endemisch war. Das braun-gelbe Insekt gehörte mit einer Länge von 3 bis 3,6 Zentimetern zu einem der größten Vertreter der Gattung der Heidelibellen (Sympetrum).

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Xerces-Bläuling

xerces-bläuling Glaucopsyche xerces

Verschiedene Exemplare des ausgestorbenen Xerces-Bläuling aus der Sammlung des Field Museum of Natural History in Chicago. (© Brianwray26, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Xerces-Bläuling – Steckbrief
lateinischer Name Glaucopsyche xerces
englischer Name Xerces Blue
ursprüngliches Verbreitungsgebiet San Francisco, Kalifornien (USA)
Zeitpunkt des Aussterbens 1940er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Verschwinden der Hauptfutterpflanze

Ich dachte immer, da wären noch mehr.

Als der Entomologe W. Harry Lange am 23. März 1941 am einstigen Militärstützpunkt Presidio in San Francisco Insekten sammelte, fing Lange unwissentlich den Xerces-Bläuling, der heute als der letze seiner Art angesehen wird. Lange äußerte sich später dazu und sagte: „Ich dachte immer, da wären noch mehr. Ich lag falsch.“

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Laysan-Eule

laysan-eule Agrotis-laysanensis

Eine Zeichnung der ausgestorbenen Laysan-Eule aus dem Jahr 1895. Die weiblichen Tiere hatten eine dunklere Färbung als die männlichen. (© Werner & Winter, Public domain, via Wikimedia Commons)

Laysan-Eule – Steckbrief
lateinische Namen Agrotis laysanensis, Prodenia laysanensis
englische Namen Miller, Miller Moth, Laysan Noctuid Moth
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Laysan (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1911
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Kaninchen zerstörten Nahrungsquelle

Mit der Laysan-Eule starb auch der Laysan-Rohrsänger aus

Die Laysan-Eule, ein im Englischen als Miller oder Miller Moth bezeichneter Nachtfalter, war die Hauptnahrungsquelle des Laysan-Rohrsängers oder Laysan Millerbird. Mit dem Aussterben des Falters verschwand auch der Laysan-Rohrsänger.

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Levuana-Motte

levuana-motte (Levuana iridescens)

Die tagaktive Levuana-Motte hatte eine Flügelspannweite von 16 Millimetern. Kopf und Brustkorb waren stahlblau, Bauch und Beine ockerfarben. (© Rosa Henderson, Landcare Research, CC BY 3.0 AU, via Wikimedia Commons)

Levuana-Motte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kokosnuss-Motte
lateinische Namen Levuana iridescens, Levuana irridescens
englische Namen Levuana Moth, Purple Leaf Moth, Coconut Moth, Cocoanut Moth
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Viti Levu (Südpazifik)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1925
Ursachen für das Aussterben
biologisches Kontrollprogramm

Levuana-Motte: Eine Plage für die Kokosnuss-Industrie

Etwa seit den 1870er-Jahren begannen Mottenschwärme Kokosplantagen zu vernichten. So wurde die Levuana-Motte zu einem ernstzunehmenden Schädling der Kokosnusspflanzen auf Viti Levu, der Hauptinsel der Fidschi-Gruppe im Südpazifik.

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Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe

Halarachnidae

Eine Milbe aus der Familie Halarachnidae, zu der auch die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe gehört. Zum Bild: 1 Körper, 2 Mundöffnung, 3 Beine, 4 Beine enden mit Pulvillus (Haftlappen) und Klauen, 5 Brustbeinplatte, 6 Hülle (© Acarologiste, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe – Steckbrief
lateinischer Name Halarachne americana
englische Namen Caribbean Monk Seal Nasal Mite
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Karibik
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1952
Ursachen für das Aussterben
Aussterben des Wirtes (Karibische Mönchsrobbe)

Die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe verschwand zusammen mit ihrem Wirt – der Karibischen Mönchsrobbe

Genau wie bei der Wandertaube und der einst auf ihr lebenden Wandertaubenmilbe starb zusammen mit der Karibischen Mönchsrobbe auch die Karibik-Mönchsrobben-Nasenmilbe aus.

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