Archiv der Kategorie: Fische

Lost Shark (Carcharhinus obsoletus)

Carcharhinus obsoletus

Der schlanke Körper des Lost Shark ist an der Oberseite grau gefärbt und an der Unterseite heller. Seine Augen sind groß, der Kopf breit. (© Lindsay Marshall (www.stickfigurefish.com.au), CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)

Lost Shark – Steckbrief
lateinische Namen Carcharhinus obsoletus, Carcharhinus obsolerus
englische Namen Lost Shark, False Smalltail Shark
ursprüngliches Verbreitungsgebiet unklar, vermutlich Südchinesisches Meer
Zeitpunkt des Aussterbens unklar, frühestens 1934
Ursachen für das Aussterben Überfischung, langsame Reproduktionsrate

Lost before found – Carcharhinus obsoletus: 2019 als neue Spezies identifiziert und schon ausgestorben?

Die Identität des Lost Shark oder Carcharhinus obsoletus basiert gerade einmal auf drei in den 1930er-Jahren gesammelten Museumsexemplaren, von denen eines ein in Ethanol eingelegter Embryo ist. Lange Zeit nahmen Wissenschaftler an, die Museumstiere seien Borneohaie (Carcharhinus borneensis). Neuere Analysen der im Museum wiederentdeckten, konservierten Fische wiesen aber morphologische Merkmale auf, die sich von Borneohaien unterscheiden.

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Tristramella intermedia (Buntbarsch)

tristramella simonis

Zeichnung von Tristramella simonis aus dem Jahr 1883. Biologen sind sich uneinig, ob es sich bei Tristramella intermedia und T. simonis um dieselbe Art handelt. (© Louis Charles Émile Lortet, Public domain, via Wikimedia Commons)

Tristramella intermedia – Steckbrief
lateinische Namen Tristramella intermedia, Tristramella simonis intermedia, Tristramella simonis
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Hulasee (Israel)
Zeitpunkt des Aussterbens 1970er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust durch Trockenlegung von See und Sumpf

Tristramella intermedia – Ausgestorben oder nicht?

Die Fischgattung Tristramella umfasst Buntbarsche (Cichlidae) des Nahen Ostens. Die Fische leben beispielsweise im See Genezareth, im Hulasee oder im Jordan und seinen Nebenflüssen. Eine dieser Buntbarscharten lebte im nordisraelischen Hulasee, verschwand aber, nachdem der See und die ihn umgebenden Marsch- und Sumpfgebiete in den 1950er-Jahren bis auf kleine Teile trockengelegt wurden. Die Frage ist nun: Gab es diese Art nur im Hulasee und ist sie mit der Zerstörung ihres Lebensraums ausgestorben? Oder ist lediglich die Population aus dem Hulasee verschwunden, die Art existiert aber noch in anderen Gewässern? Beim Karpfenfisch Acanthobrama hulensis wissen wir es sicher, den gab es nur im Hulasee, bevor er verschwand.

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Acanthobrama hulensis (Karpfenfisch)

acanthobrama telavivensis

Von Acanthobrama hulensis existieren kaum Abbildungen. Das Foto zeigt den zur selben Gattung gehörigen Fisch Acanthobrama telavivensis aus Israel. (© MERRYcristhmas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Acanthobrama hulensis – Steckbrief
lateinische Namen Acanthobrama hulensis, Mirogrex hulensis, Mirogrex terraesanctae hulensis, Alburnus sellal
englischer Name Hula Bream
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Hulasee (Israel)
Zeitpunkt des Aussterbens 1975
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust durch Trockenlegung von See und Sumpf

Trockenlegung von See und Sumpfland führte zum Aussterben der Fauna

Das Sumpfland rund um den 20 Quadratkilometer großen Hulasee (auch: Hula-See, Chulasee oder Chula-See) in Israel wurde in den 1950er-Jahren zur Schaffung landwirtschaftlicher Flächen künstlich trockengelegt. Innerhalb weniger Jahre starb die endemische Fauna des Sees – darunter auch der Karpfenfisch Acanthobrama hulensis.

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Féra

fera

Eine Zeichnung der Féra aus dem Jahr 1876. (©Boulart, R.; Gervais, H.; Gervais, Paul, Public domain, via Wikimedia Commons)

Féra– Steckbrief
alternative Bezeichnung Fera
lateinischer Name Coregonus fera
englischer Name True Fera
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Genfersee (Frankreich, Schweiz)
Zeitpunkt des Aussterbens 1950er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Eutrophierung des Sees, Kreuzung mit anderen Fischen, Überfischung

Die echte Fera ist ausgestorben

Die Fera und die Kleine Fera – auch Gravenche genannt – gehörten im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Genfersee zu den am meisten gefangenen Fischen. Um 1890 betrug die Fangquote dieser beiden Arten sogar 68 Prozent aller der im Gewässer gefangenen Speisefische, so Ross D. E. MacPhee 1999 in Extinctions in Near Time.

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Jaunet

salvelinus alpinus

Verschiedene Saibling-Arten (Salvelinus alpinus, Salvelinus colii und Salvelinus grayi), gemalt 1879 von Alexander Francis Lydon. Vom Jaunet existieren nur wenige Fotos, er besaß gelbliche Flanken. (© Alexander Francis Lydon (1836-1917), Public domain, via Wikimedia Commons)

Jaunet – Steckbrief
lateinische Namen Salvelinus neocomensis, (Salmo fario profundus), (Salvelinus salvelinus profundus)
englische Namen Lake Neuchâtel Deepwater Char, Lake Neuchâtel Deepwater Charr
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Neuenburgersee (Schweiz)
Zeitpunkt des Aussterbens 1904 oder später
Ursachen für das Aussterben nicht bekannt, eventuell sich verändernde Wasserqualität

Jaunet: Nur drei Exemplare bekannt

Der Süßwasserfisch Jaunet, der zur Gattung der Saiblinge (Salvelinus) und zur Familie der Lachsfische (Salmonidae) gehört, ist nur von drei Exemplaren bekannt. Die Tiere wurden in den Jahren 1896, 1902 und 1904 gesammelt – seither gab es kein Lebenszeichen von dieser Fischart.

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Entenschnabelkärpfling

entenschnabelkärpfling Andrianichthys kruyti

Illustration des Entenschnabelkärpflings aus dem Buch The Fishes of the Indo-Australian Archipelago: V. 4 von Max Weber und Lieven Ferdinand de Beaufort (1922). (© Max Weber; L. F. de Beaufort, Public domain, via Wikimedia Commons)

Entenschnabelkärpfling – Steckbrief
lateinischer Name Adrianichthys kruyti
englische Namen Duck-billed Buntingi, Duckbilled Buntingi
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Poso-See (Sulawesi, Indonesien)
Zeitpunkt des Aussterbens 1983
Ursachen für das Aussterben in den See eingeschleppte Raubfische mitsamt Parasiten

Eingeschleppte Fischarten führten zum Verschwinden

Ausgestorben ist der Entenschnabelkärpfling, dessen überhängender Oberkiefer an einen Entenschnabel erinnert, höchstwahrscheinlich durch menschliches Zutun.

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Blauer Glasaugenbarsch

Stizostedion vitreum glaucum / blauer glasaugenbarsch

Der Blaue Glasaugenbarsch war am Rücken blau gefärbt, die Seiten waren silber-blau und die Unterseite silber-weiß. Seine Flossen waren blau-weiß. (© NOAA, Public domain, via Wikimedia Commons)

Blauer Glasaugenbarsch – Steckbrief
lateinische Namen Sander vitreus glaucus, Sander vitreum glaucus, Stizostedion vitreum glaucum
englische Namen Blue Walleye, Blue Pike
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Erie- und Ontariosee (Nordamerika)
Zeitpunkt des Aussterbens 1965 oder später
Ursachen für das Aussterben Eutrophierung der Seen, Überfischung, eingeschleppter Arktischer Stint

Blauer Glasaugenbarsch: Überfischung und Eutrophierung führten zum Aussterben

Die Fischart Blauer Glasaugenbarsch war im 19. Jahrhundert im Bereich der Großen Seen in Nordamerika noch sehr häufig, doch mit dem kommerziellen Fischfang begannen die Bestände stark zu sinken.

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Bodensee-Kilch

Bodensee-Kilch

Kilche und Tiefseesaibling (ein Tier unten links) von Emil Walter aus seinem Buch Unsere Süßwasserfische von 1913.(© Walter, Emil, Public domain, via Wikimedia Commons)

Bodensee-Kilch – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kilch
lateinische Namen Coregonus gutturosus, Coregonus acronius, (Salmo maraena gutturosa)
englischer Name Lake Constance Whitefish
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Bodensee (Deutschland, Österreich und Schweiz)
Zeitpunkt des Aussterbens 1970er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Eutrophierung des Bodensees

Bodensee-Kilch bewohnte tiefe Zonen des Sees

Der Süßwasserfisch Bodensee-Kilch war einst in den tiefen Bereichen des Bodensees heimisch. Der olivgrüne oder braune Fisch konnte eine Länge von rund 29 Zentimetern erreichen und wog etwa 125 Gramm.

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Gravenche

gravenche Coregonus hiemalis

Eine Zeichnung der Gravenche aus dem Buch The Fresh-Water Fishes of Europe von Harry Govier Seeley (1886). Die Art konnte eine Körperlänge von 25 bis 32 Zentimetern erreichen. (© Harry Govier Seeley, Public domain, via Wikimedia Commons)

Gravenche – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Kleine Fera, Kilch
lateinischer Name Coregonus hiemalis
englische Namen Gravenche, Lake Genevva Whitefish, Little Fera
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Genfersee (Frankreich, Schweiz)
Zeitpunkt des Aussterbens etwa 1950
Ursachen für das Aussterben Eutrophierung des Genfersees, Überfischung

Die Gravenche war nur im Genfersee heimisch

Bei der Gravenche oder der Kleinen Fera handelte es sich um einen Süßwasserfisch, der im Genfersee heimisch war. Leider gibt es von dieser Fischart keinerlei konservierte Museumsexemplare, sodass unklar ist, welcher Spezies sie genau angehört.

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Pogonichthys ciscoides (Karpfenfisch)

Scardinius erythrophthalmus

Die Rotfeder, ein Vertreter der Familie der Weißfische, zu denen auch der ausgestorbene Pogonichthys ciscoides gehört. (© Noel Burkhead, Public domain, via Wikimedia Commons)

Pogonichthys ciscoides – Steckbrief
lateinischer Name Pogonichthys ciscoides
englischer Name Clear Lake Splittail
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Clear Lake, Kalifornien (USA)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1970
Ursachen für das Aussterben eingeschleppter Gezeiten-Ährenfisch, Überfischung, Pestizide, Strömungsveränderungen

Pogonichthys ciscoides: Seit 1970 keine Sichtungen

Pogonichthys ciscoides wird erst seit 1973 als eigene Fischart angesehen. Heute gilt diese als ausgestorben. Seit 1970 konnten trotz Suchen keine Exemplare mehr gesichtet werden. Als offiziell ausgestorben deklarierte die IUCN den Fisch im Jahr 1986.

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