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Madeira-Ringeltaube

madeira ringeltaube Columba palumbus maderensis
Konserviertes Exemplar einer weiblichen Madeira-Ringeltaube, die E. Schmitz 1904 gesammelt hat. Es befindet sich heute im Naturalis Biodiversity Center in Leiden, Niederlande. (© Huub Veldhuijzen van Zanten/Naturalis Biodiversity Center, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Madeira-Ringeltaube – Steckbrief
alternative Bezeichnung Madeirenser Ringeltaube
lateinischer Name Columba palumbus maderensis
englischer Name Madeiran Wood Pigeon
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madeira (Atlantischer Ozean, Portugal)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1904
Ursachen für das Aussterben unklar, vermutlich Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Ratten

Madeira-Ringeltaube übertraf kontinentale Form an Lebhaftigkeit der Färbung

Viktor von Tschusi zu Schmidhoffen war ein österreichischer Ornithologe und fasziniert von der paläarktischen Avifauna – also der Vogelwelt Europas, Asiens und Nordafrikas. So sammelte er Serien, die jeweils eine Vogelart abbildeten, wobei die Exemplare aus unterschiedlichen Verbreitungsgebieten stammten. Beim Vergleich der artgleichen Tiere untereinander bemerkte er schnell Unterschiede: Sie variierten etwa in Farbe, Größe, Schnabelform oder Brutplatzwahl. So kam es, dass Tschusi zahlreiche Unterarten von Vögeln wissenschaftlich beschrieb. Eine davon war die Madeira-Ringeltaube, eine Unterart der uns allseits bekannten Ringeltaube (Columba palumbus).

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Tristramella intermedia (Buntbarsch)

tristramella simonis
Zeichnung von Tristramella simonis aus dem Jahr 1883. Biologen sind sich uneinig, ob es sich bei Tristramella intermedia und T. simonis um dieselbe Art handelt. (© Louis Charles Émile Lortet, Public domain, via Wikimedia Commons)
Tristramella intermedia – Steckbrief
lateinische Namen Tristramella intermedia, Tristramella simonis intermedia, Tristramella simonis
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Hulasee (Israel)
Zeitpunkt des Aussterbens 1970er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust durch Trockenlegung von See und Sumpf

Tristramella intermedia – Ausgestorben oder nicht?

Die Fischgattung Tristramella umfasst Buntbarsche (Cichlidae) des Nahen Ostens. Die Fische leben beispielsweise im See Genezareth, im Hulasee oder im Jordan und seinen Nebenflüssen. Eine dieser Buntbarscharten lebte im nordisraelischen Hulasee, verschwand aber, nachdem der See und die ihn umgebenden Marsch- und Sumpfgebiete in den 1950er-Jahren bis auf kleine Teile trockengelegt wurden. Die Frage ist nun: Gab es diese Art nur im Hulasee und ist sie mit der Zerstörung ihres Lebensraums ausgestorben? Oder ist lediglich die Population aus dem Hulasee verschwunden, die Art existiert aber noch in anderen Gewässern? Beim Karpfenfisch Acanthobrama hulensis wissen wir es sicher, den gab es nur im Hulasee, bevor er verschwand.

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Kouprey

Kouprey Bos sauveli
Ein männlicher Kouprey im Vincennes Zoo in Paris 1937, dessen Hörner noch nicht voll entwickelt sind. Anhand dieses Exemplars wurde die Art beschrieben. Der Bulle verhungerte im 2. Weltkrieg 1941 im Zoo. (© [2], CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)
Kouprey – Steckbrief
lateinische Namen Bos sauveli, Bibos sauveli, Novibos sauveli
englische Namen Kouprey, Grey Ox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Kambodscha, Laos, Vietnam, (Thailand)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar, möglicherweise nach 1982
Ursachen für das Aussterben Wilderei, Krankheiten, Lebensraumverlust

Der Kouprey, ein zoologisches Mysterium

Der Kouprey, ein Rind, das einst im Regenwald des Dreiländerecks Vietnam, Kambodscha und Laos versteckt lebte, gab der Wissenschaft einige Rätsel auf. In zahlreichen Hypothesen versuchte man der Herkunft des Koupreys auf den Grund zu gehen: War der Kouprey eine Kreuzung aus Banteng mit Zebu, Gaur oder Wasserbüffel? War er ursprünglich ein Hausrind, das verwilderte? Sind Koupreys vielleicht eine vikariierende Banteng-Population? Oder handelt es sich beim Kouprey etwa um einen Nachfahren des Auerochsen, der ja eigentlich Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist? Eines ist (fast) sicher: Der Kouprey ist ausgestorben. Oder zumindest so selten geworden, dass man meinen könnte, er sei es.

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Corquin-Raubfrosch

corquin raubfrosch
So sah der heute vermutlich ausgestorbene Corquin-Raubfrosch aus. Charakteristisch sind der gesprenkelte Rücken und die dunkle Bänderung an den Beinen. (© 2003 Wilson and McCranie in The Conversation Status of the Herpetofauna of Honduras)
Corquin-Raubfrosch – Steckbrief
lateinische Namen Craugastor anciano, Eleutherodactylus anciano
englischer Name Corquin Robber Frog
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Honduras
Zeitpunkt des Aussterbens 1990
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Pilzerkrankung, Erdrutsche, Wasserverschmutzung

Honduranische Froschart mit kleinem Verbreitungsgebiet

Im stets nebligen und feuchten Bergregenwald, in einer Höhe von 1.400 bis 1.840 Metern über dem Meeresspiegel, im Nationalpark Montaña de Celaque im Westen von Honduras lebte der Corquin-Raubfrosch. Sein einstiges Verbreitungsgebiet im Gebirgszug Cordillera de Celaque, wo er lediglich an zwei Orten gesichtet wurde, wird auf 97 Quadratkilometer geschätzt. Die IUCN listet den Corquin-Raubfrosch als ausgestorben, denn die beiden letzten bestätigten Sichtungen erfolgten 1987 und 1990.

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Gouldsmaragdkolibri

gouldsmaragdkolibri
Ausschnitt aus John Goulds Tafel zum Gouldsmaragdkolibri, die er 1861 als Teil seiner Kolibritafeln in A Monograph of the Trochilidae, or Family of Humming-Birds Vol. 5 veröffentlichte. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)
Gouldsmaragdkolibri – Steckbrief
lateinische Namen Chlorostilbon elegans, Riccordia elegans, Chlorostilbon bracei elegans, Erythronota elegans, Amazilia elegans
englische Namen Gould’s Emerald, Elegant Emerald, Caribbean Emerald, Brace’s Emerald (Carribean)
ursprüngliches Verbreitungsgebiet vermutlich Jamaika, Bahamas (Karibik)
Zeitpunkt des Aussterbens nach 1860
Ursachen für das Aussterben unklar (möglicherweise Lebensraumverlust, eingeschleppte Tiere, Aussterben der bevorzugten Futterpflanze)

Gouldsmaragdkolibri: Ein sehr eleganter Vogel

Der britische Vogelkundler John Gould, der vor allem für seine Tiermalerei bekannt war, beschrieb den Gouldsmaragdkolibri 1860 als Erythronota elegans anhand eines Exemplars wissenschaftlich. Woher das Typusexemplar stammte und wer es gesammelt hatte, wusste Gould nicht. Bis zum heutigen Tag weiß das niemand und es ist bei diesem einzigen Exemplar geblieben. Der Vogel befindet sich jetzt im Walter Rothschild Zoological Museum in Tring, 50 Kilometer nordwestlich von London. Gouldsmaragdkolibri weiterlesen

Darwin-Reisratte

galapagos-reisratte / verwandte der darwin-reisratte
Die auf der Galápagos-Insel San Cristóbal einst heimische Reisratte Aegialomys galapagoensis galapagoensis (Bild) ist ebenso wie die Darwin-Reisratte von Santa Cruz ausgestorben. (© Richard Owen 1838, Public domain, via Wikimedia Commons)
Darwin-Reisratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Darwins Reisratte
lateinischer Name Nesoryzomys darwini 
englische Namen Darwin’s Galápagos Mouse, Darwin’s Nesoryzomys
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz (Galápagos-Inseln)
Zeitpunkt des Aussterbens 1930er-Jahre
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Tiere

Darwin-Reisratte: The name darwini seems appropriate

Das erste auf den Galápagos-Inseln heimische Nagetier sammelte der Naturforscher Charles Darwin 1835 auf San Cristóbal: Mus galapagoensis. In der Folge entdeckte man sieben weitere Arten endemischer Nager auf vier anderen Inseln des Galápagos-Archipels. Wenigstens vier dieser Arten sind heute ausgestorben; so auch die Darwin-Reisratte.

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Amerikanische Sackmotte

Coleophoridae / Familie Amerikanische Sackmotte
Ein Tier aus der Familie der Sackträgermotten, der auch die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorbene Amerikanische Sackmotte angehört. (© Ilia Ustyantsev from Russia, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)
Amerikanische Sackmotte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kastanien-Sackträgermotte
lateinischer Name Coleophora leucochrysella
englische Namen Chestnut Casebearer Moth, Chestnut Casebearer, Chestnut Case-bearer Moth, Chestnut Case-bearer, American Coleophorid Moth
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Indiana, Pennsylvania, Virginia (USA)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1904 und 1950
Ursachen für das Aussterben aus Asien eingeschleppter Kastanienrindenpilz

Ein Rindenpilz aus Ostasien zerstörte nicht nur die Amerikanische Kastanie

Die Amerikanische Sackmotte oder Kastanien-Sackträgermotte war zum Überleben auf die in Nordamerika heimische Amerikanische Kastanie (Castanea dentata) angewiesen. Nur diese Laubbaumart konnte ihren Raupen als Wirtspflanze dienen, was der hochspezialisierten Schmetterlingsart letztendlich zum Verhängnis wurde.

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Bola-Batu-Hirscheber

babiroussa / Bola-Batu-Hirscheber
Zeichnung eines Hirschebers vom Naturmaler Jean-Charles Werner (1830). Babirusas besitzen – wie Wildschweine (Sus scrofa) auch – zwei untere Hauer, die seitlich aus dem Maul herauswachsen. Zusätzlich haben Hirscheber zwei besonders große obere Hauer, die den Rüssel durchbrechen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. (© Sitron, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Bola-Batu-Hirscheber – Steckbrief
lateinische Namen Babyrousa bolabatuensis, Babyrousa babyrussa bolabatuensis, (Babyrousa celebensis)
englischer Name Bola Batu Babirusa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Sulawesi (Indonesien)
Zeitpunkt des Aussterbens unklar
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust

Bola-Batu-Hirscheber: Halb Hirsch, halb Schwein

Bei dem Tier mit dem merkwürdig klingenden Namen Bola-Batu-Hirscheber handelt es sich um eine vermutlich ausgestorbene Art der Hirscheber (Babyrousa), auch Babirusa genannt – eine Kombination der indonesischen Wörter für Hirsch und Schwein. Wissenschaftler sind sich uneinig, ob die auf der indonesischen Insel Sulawesi gefundene Art ausgestorben ist oder noch lebt und ob es sich überhaupt um eine eigene Art handelt.

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Nacktbrustkänguru

Caloprymnus campestris
Eine vor 1881 entstandene Illustration des Nacktbrustkängurus von John Gould für sein Buch Mammals of Australia. (© John Gould, Public domain, via Wikimedia Commons)
Nacktbrustkänguru – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Steppenkänguruhratte, Steppenkängururatte, Oolacunta
lateinischer Name Caloprymnus campestris 
englische Namen Desert Rat Kangaroo, Buff-nosed Rat-kangaroo, Plains Rat-kangaroo, Desert Bettong
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Zentralaustralien
Zeitpunkt des Aussterbens 1935
Ursachen für das Aussterben Bejagung, Lebensraumverlust, eingeschleppte Tiere

Das Nacktbrustkänguru: Gefunden, verloren, gefunden und wieder verloren…

Den Wangkangurru, ein Aborigines-Volk, war das Nacktbrustkänguru als Ngudlukanta seit Jahrtausenden schon bekannt. Die westliche Wissenschaft erfuhr von der Beutelsäugerart erst 1942, als der damalige Gouverneur  von South Australia, George E. Grey, drei Individuen an John Gould nach England schickte. Gould, eigentlich ein Ornithologe, erkannte eine neue Tierart und beschrieb sie 1843 als erster wissenschaftlich. Danach war es still um das Nacktbrustkänguru und es ward 88 Jahre lang nicht mehr gesehen.

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Südinsel-Kokako

Nordinsel-Kokako und Südinsel-Kokako
Die Illustration von Walter L. Buller zeigt im Vordergrund einen Nordinsel-Kokako und im Hintergrund einen Südinsel-Kokako. (© By J. G. Keulemans, in W.L. Buller’s A History of the Birds of New Zealand. 2nd edition. Published 1888., Public domain, via Wikimedia Commons)
Südinsel-Kokako – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Südinsel-Kōkako, Südinsel-Lappenkrähe
lateinische Namen Callaeas cinereus, Callaeas cinerea, Callaeas cinereus cinereus, Callaeas cinerea cinerea, Glaucopis cinerea
englische Namen South Island Kokako, South Island Kōkako, Cinereous Wattlebird, Orange-wattled Crow
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Südinsel Neuseelands
Zeitpunkt des Aussterbens nach 2007
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Tiere, Überjagung

Südinsel-Kokako: Gesucht. Am liebsten lebendig. 

Nachdem die letzte bestätigte Sichtung des Südinsel-Kokakos schon eine Weile her war, nämlich 1967, erklärte das Department of Conservation (DOC) die Vogelart 2007 für ausgestorben. Mit dem Bekanntwerden einer bestätigten Sichtung des Südinsel-Kokakos noch im selben Jahr an der Westküste der Südinsel Neuseelands wandelte das DOC den Status in ‚unzureichende Datenlage‘ um.

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