Gelingt Wissenschaftlern die Elfenbeinspecht-Wiederbelebung bis 2025?
Elfenbeinspechte waren vor allem in den Südstaaten Nordamerikas verbreitet. Als Hauptursachen für ihren Populationsrückgang gelten die Bejagung der Vögel sowie der Verlust ihres Lebensraums. (© Doreen Fräßdorf, fotografiert im Natural History Museum in London, England, 2024)

Biotech-Unternehmen plant Elfenbeinspecht-Wiederbelebung bis 2025

Das US-amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Colossal Biosciences kündigte am 1. Oktober an, die Elfenbeinspecht-Wiederbelebung für das Jahr 2025 zu planen – inmitten der fortdauernden Debatte über das mögliche Aussterben dieser ikonischen Vogelart.

Der Elfenbeinspecht war einst eine Schlüsselart in den Wäldern des Südens der USA, der eine bedeutende Rolle bei der Schaffung von Lebensräumen für andere Waldtiere spielte. Doch im 19. Jahrhundert führte die massive Abholzung seiner Lebensräume zu einem drastischen Rückgang der Population. Nur wenige Exemplare überlebten ins 20. Jahrhundert, und nach der letzten bestätigten Sichtung 1944 galt die Art lange als ausgestorben.

Obwohl es immer wieder Berichte über Sichtungen und sogar Videoaufnahmen gab, die seine Existenz beweisen sollten, schlug der U.S. Fish and Wildlife Service (FWS) im Jahr 2021 vor, die Art offiziell als ausgestorben zu erklären. Nach einer Fristverlängerung für die Entscheidungsfindung wurde die Entscheidung im Oktober 2023 erneut vertagt, da noch Unklarheiten darüber bestehen, ob die Art tatsächlich verschwunden ist. Ungeachtet dieser Unsicherheiten bleibt Colossal Biosciences entschlossen, die Elfenbeinspecht-Wiederbelebung durch modernste Technologien der Genbearbeitung zu ermöglichen, um die verlorene Rolle des Vogels im Ökosystem wiederherzustellen.

So soll die Elfenbeinspecht-Wiederbelebung funktionieren

Elfenbeinspecht, Fotografie 1935 - Gelingt die Elfenbeinspecht-Wiederbelebung bis 2025?
Fotografie des damals schon seltenen Elfenbeinspechts aus dem Jahr 1935. (© Arthur A. Allen, Public domain, via Wikimedia Commons)

Die Wiederbelebung des amerikanischen Elfenbeinspechts ist ein zentrales Projekt der neu gegründeten Colossal Foundation, die die Forschung zur DNA-Analyse finanziert, um den Weg für die Wiederbelebung und Wiedereinführung im Jahr 2025 zu ebnen. Dabei arbeitet die Colossal Foundation eng mit lokalen Organisationen, der Avian Genomics Group und privaten Förderern zusammen.

Laut Colossal Biosciences basiert die Technologie zur Wiederbelebung ausgestorbener Arten derzeit vorwiegend auf Klonmethoden, wie sie bei Dolly, dem Schaf, 1996 eingesetzt wurden. Für Vögel wie den Elfenbeinspecht wird jedoch ein anderer Ansatz verfolgt: Die Forscher sequenzieren das Genom und analysieren die DNA der nächsten lebenden Verwandten des Spechts. Ziel ist es, das Erbgut verwandter Vogelarten so zu verändern, dass es den genetischen Merkmalen des Elfenbeinspechts entspricht. Welche lebende Vogelart dabei als nächster Verwandter herangezogen wird, wurde bislang noch nicht öffentlich gemacht.

Das 2021 gegründete Unternehmen Colossal Biosciences konzentriert sich auf die Wiederbelebung ausgestorbener Arten wie das Wollhaarmammut, den Beutelwolf oder den Dodo mittels fortschrittlicher Genbearbeitungstechnologien. Trotz Kritik an möglichen ökologischen Risiken verfolgen die Wissenschaftler die Idee, ausgestorbene Arten zurückzubringen, mit dem Ziel, durch die Wiedereinführung dieser Tiere das ökologische Gleichgewicht in den Lebensräumen wiederherzustellen und den Artenschutz zu fördern.

Über die Autorin: Doreen Fräßdorf

Doreen Fräßdorf ist Autorin und Betreiberin von artensterben.de. Sie recherchiert und schreibt über ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Arten in der Neuzeit – mit Schwerpunkt auf Roten Listen, wissenschaftlichen Studien, historischen Quellen und aktuellen Schutzbemühungen. Ziel ist eine verständliche, faktenbasierte Einordnung komplexer Entwicklungen rund um Biodiversitätsverlust und Artenschutz.
Sie ist außerdem Autorin eines Sachbuchs über ausgestorbene Säugetiere der Neuzeit.

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