Das Sumatra-Orang-Utan

Pongo pygmaeus
Orang-Utan

Zu den echten Menschenaffen und damit zu unseren nächsten verwandten im Tierreich gehört der Orang-Utan. Diese langhaarigen Affen mit dem rostroten Fell findet man heute nur noch auf den Südostasiatischen Inseln Borneo und Sumatra in freier Wildbahn. Orang-Utans haben im Verhältnis zu ihren Beinen sehr lange Arme. Orang-Utans sind die einzigen Menschenaffen, die nicht gesellig leben, sondern ein richtiges Einsiedlerleben in den Urwäldern ihrer Heimat führen. Männchen und Weibchen treffen sich nur gelegentlich und eher zufällig bei der Nahrungssuche oder ziehen einige Tage in einer Art Kurzehe gemeinsam durch die Wälder. Dauerhafte Zusammenschlüsse zu Gruppen finden sich nur bei Müttern mit ihren Babys und halberwachsenen Kindern statt. Weil Orang-Utans, wie andere Menschenaffen auch, eine jahrelange Kindheitsentwicklung durchlaufen, bis sie selbstständig sind, ist die innige Fürsorge und das Vorbild der Mutter über 5 bis 8 Jahre erforderlich. Im Umgang mit Werkzeug und Gegenständen sind Orang-Utans im übrigen noch geschickter als Gorillas oder Schimpansen. Zum Beispiel halten sie bei Regen eine große Blattpflanze wie einen Schirm über den Kopf, um ihr langes Haar trocken zu halten. Orang-Utan heißt übersetzt Waldmensch.

Quelle unbekannt

Malaien und Indonesier erzählen ihren Kindern scherzhaft, dass Orang-Utans Menschen seien, die nur darum nicht sprechen, weil sie sonst auch arbeiten müssten. Erwachsene Orang-Utan Männchen sind mehr als doppelt so schwer wie die Weibchen. Mit diesem Gewicht sind sie für ein reges Baumleben nicht mehr gut geeignet - so leben sie die meiste Zeit am Boden. Mit zunehmendem Alter entwickeln die Männchen dann massige Kehl- und Backenwulste.
Orang-Utans geben gewöhnlich nur leise Grunzlaute von sich. Die erwachsenen Männchen jedoch markieren ihr Revier mit ohrenbetäubenden Lauten, welche kilometerweit zu hören sind. Dieses Geschrei erzeugen sie mit Hilfe ihrer luftgefüllten, dehnbaren Kehlsäcke.

Orang-Utans spielen, fressen, trinken und paaren sich auf den Bäumen. Sie ernähren sich von Früchten, Blättern, Knospen und Rinde, manchmal auch von Vogeleiern oder kleinen Halbaffen. Auch können sie unreife Früchte verdauen. Dadurch haben sie ein Vorteil bei der Futtersuche gegenüber allen anderen Früchte fressenenden Affenarten, die im Geäst viel schneller sind, wie zum Beispiel die Gibbons. Die Orang-Utans finden auch ihr Trinkwasser auf den Bäumen, nämlich in den Achsen der Blätter. Selbst aus Bächen trinken sie von oben kopfüber an einem Ast hängend, da sie sich selten auf dem Boden aufhalten. Jeden Abend bauen sie mit Zweigen auf den Bäumen ein Schlafnest mit Überdachung. Die größten baumbewohnenden Affen hangeln sich von Ast zu Ast, indem sie ihr Gewicht möglichst auf allen vier Gliedmaßen gleichmäßig verteilen. Der Fuß mit der abspreizbaren Daumenzehe ist ein zusätzliches Greiforgan, das dieser Lebensweise angepasst ist. Heutzutage ist das Überleben des Orang-Utan höchstgefährdet, denn es existieren nur mehr etwa 1000 Exemplare in freier Wildbahn. Neben der Zerstörung seines Lebensraumes durch die fortschreitende Entwaldung spielt auch die Jagd eine wichtige Rolle für den drastischen Rückgang der Population. Leider hat in der Vergangenheit auch der Bedarf der Zoos an jungen Orang-Utans dazu geführt, dass Mütter abgeschossen wurden, da man sonst nicht an die Jungtiere kam. Der Sumatra Orang-Utan (Pongo pygmaeus abeli) lebt auf Sumatra und für ihn und auch für andere Orang-Utans bildet die Abholzung des Tropenwalds zu Gunsten von Plantagen eine große Gefahr.


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