Das Kouprey-Rind
Bos sauveli
Gemeinsam mit dem Gaur gehören der Banteng, der Gayal und der Kouprey zur Untergattung Bibos, eine der 3 Untergattungen, in welche die echten Rinder eingeteilt werden. Alle sind sehr kraftvolle Tiere, die nur unter besonderen Umständen von Großkatzen wie dem Tiger, seltener dem Leoparden, überwältigt werden können. Der Kouprey gehört zu den am spätesten beschriebenen Säugetieren, denn es wurde erst 1935 entdeckt. Seine Herkunft ist noch unsicher und man hält ihn für ein domestiziertes Rind, das zum Leben in freier Wildbahn zurückgekehrt ist. Vermutlich geht er auf eine während der Blütezeit der Khmer domestizierte Rinderform zurück. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Vorfahren des Kouprey verwilderte Hausrinder sind, und es sich demzufolge nicht um ein echtes Wildrind handelt. Seine Hörner sind wie die Form eines Yaks gebogen. Die starke Krümmung der Spitzen nach innen dieser Hörner verhindert anscheinend das Abstreifen der juvenilen Hornscheiden, wie es bei anderen Rindern geschieht. Der Kouprey nimmt eine Mittelstellung zwischen Gaur und Banteng ein und er hat auch die gleiche Färbung (das kurze Fell ist dunkelbraun oder grau, die Unterseite und die Beine sind heller grau). Der Kouprey hat eine Kopfrumpflänge von 2,2 m und eine Schulterhöhe von etwa 1,8 m. Er wiegt zwischen 700 und 900 kg. Auffällig an diesem Rind ist ein langer Hautlappen, welcher vom Hals bis zu den Vorderbeinen und bei alten Männchen bis fast zum Boden reichen kann. Der Kouprey ist auf ein Gebiet im Nordosten Kambodschas im Grenzbereich zu Laos und Vietnam beschränkt und vom Aussterben bedroht. Er bewohnt hügeliges, offenes Land mit eingestreuten Waldinseln, tagsüber grast er auf Wiesen, nachts oder zur Mittagshitze zieht er sich zum Schutz vor Feinden in die Wälder zurück. Die gut 20 Tiere umfassenden Herden wandern täglich bis zu 15 Kilometer. Paarungszeit ist im April und von Dezember bis Januar werden die Kälber geboren. Mutter und Kalb bleiben bis einen Monat nach der Geburt von der Herde getrennt. 1986 wurden einige isolierte Populationen wieder aufgefunden, aber der Kouprey bleibt vom Aussterben bedroht. Der heutige Bestand wird auf etwa 200 Tiere geschätzt. |