Der Gorilla

Gorilla gorilla
Gorilla

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Die Ordnung ist Primates und Gorillas gehören zur Familie der Pongidae und den Herrentieren und er ist ein Menschenaffe. Er ist verbreitet im afrikanischen Regenwaldgürtel nördlich und südlich vom Äquator. Der Bestand der Gorillas ist stark gefährdet.
Um 1860 brachte der englische Forschungsreisende John H. Speke aus Afrika die Nachricht von einem schrecklichen zottigen Ungeheuer mit, das in den Bergwäldern von Ruanda lebe. Die dortige farbige Bevölkerung nannte es "Ngila" und erzählte, dass das Tier aussehe wie ein Mensch, doch habe es so lange Arme, dass es damit einen Elefanten umfassen könnte.
Die Flachlandgorillas (gorilla gorilla gorilla), welche den Europäern schon seit Mitte vorigen Jahrhunderts bekannt sind, leben in Westafrika, vor allem in Gabun und Kamerun. Niemand hegte die Vermutung, dass auch in Zentralafrika Gorillas leben, die dazu auch noch weit größer sind. Die seltene Unterart, welche nur in den zentralafrikanischen Vulkangebirgen Zaires, Ruandas und einem Waldgebiet Ugandas vorkommt, der Berggorilla (gorilla gorilla beringei) kann fast 2 Meter groß werden und seine Arme haben eine Spannweite von etwa 3 Meter. Von diesen Tieren, die mir ihrem dichten Fell an die tieferen Temperaturen der Berge angepasst sind, wissen wir heute mehr als über die Flachlandart. Die Verhaltensforscherin Dian Fossey hat 20 Jahre unter den Berggorillas gelebt und ihre Beobachtungen über sie aufgeschrieben. Durch ihre Arbeit kennt die Fachwelt heute fast alle 450 lebenden Berggorillas persönlich und mit Namen, welche sie ihnen gegeben hatte.
Gorillas leben in Großfamilien, die von dem ältesten und erfahrensten Männchen angeführt werden, dem auch alle Frauen gehören. Diese Männchen erkennt man an ihrer Statur und den Silbergrauen Rücken, welcher ihnen auch ihren Namen verliehen hatte. Solche Tiere können bis zu 4 Zentner wiegen, während die Weibchen nur eineinhalb Zentner auf die Waage bringen. Gorillas sind reine Pflanzenfresser. Sie leben friedlich in Familiengruppen, welche sehr stabil sind. Zu einer Familie gehören mehrere Weibchen und Jungtiere, die von einem erwachsenen Männchen, dem so genannten "Silberrücken" angeführt werden.

aus: Harms-Sievert (1934)
Erdkundliches Arbeitsbuch,
Heft 2, 23. Auflage, Leipzig, S. 143

Durch die Vernichtung ihres Lebensraumes und durch Wilderei ist der Gorilla vom Aussterben bedroht, heute gibt es noch circa 50.000 Tiere in den dichten Urwäldern Zentralafrikas. Gorillas werden als äußerst bedroht angesehen. Strenge Schutzbemühungen haben wahrscheinlich nur eine vorübergehende Wirkung, so dass der Gorilla wohl seiner endgültigen Ausrottung entgegen geht. Im Kongo, in Uganda, Ruanda und Burundi werden sie wegen ihres Fleisches gejagt.
Da Gorilla-Weibchen die Aufzucht und Pflege von den Alttieren lernen, kommt es in Zoos vor, dass Erstgebärende ihre Jungen nicht annehmen, diese müssen dann von Tierpfleger großgezogen werden. Die Tragzeit beträgt ungefähr 260 Tage und die Anzahl der Jungtiere beschränkt sich auf eines. Das Höchstalter eines Gorillas ist 35 Jahre und mehr. Die Fellfarbe ist im Allgemeinen schwarz oder dunkelgrau. Der Gorilla verbringt etwa 80 % seiner Zeit am Erdboden. Beim Laufen hält er den Vorderteil des Körpers höher und stützt sich auf die Fingerknöchel und beim Bedrohen eines Angreifers stellt er sich auf die Hinterbeine und trommelt mit seinen Armen auf seine Brust.

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