Galapagos-Riesenratte

galapagos-riesenratte Megaoryzomys curioi
Das Foto zeigt einen Schädel der ausgestorbenen Galapagos-Riesenratte. (© Geni)
GalApagos-Riesenratte – Steckbrief
alternative Bezeichnung Galápagos-Riesenratte
lateinischer Name Megaoryzomys curioi
englische Namen Galapagos Giant Rat, Galápagos Giant Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Santa Cruz, Isabela (Galápagos)
Zeitpunkt des Aussterbens Anfang des 20. Jahrhunderts

Galapagos-Riesenratte: Größe dem Inselgigantismus geschuldet

Eine lebendige Galapagos-Riesenratte wurde nie gesichtet oder gar gesammelt. Jochen Niethammer beschrieb das mäuseartige Nagetier aus der Gruppe der Neuweltmäuse 1964 auf Basis von drei Knochenfragmenten, die man in einer Höhle auf Santa Cruz fan. Später wurden noch weitere fossile Überreste, allesamt auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela, entdeckt.

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Vietnamesisches Nashorn

vietnamesisches nashorn Rhinoceros sondaicus annamiticus
Kopf eines männlichen Vietnamesischen Nashorns, welches um 1930 in Perak auf der Malaiischen Halbinsel geschossen wurde. Es befindet sich heute im Raffles Museum in Singapur.
Vietnamesisches Nashorn – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Annamitisches Java-Nashorn, Annamiten-Nashorn
lateinische Namen Rhinoceros sondaicus annamiticus, Rhinoceros sondaicus annamiticu
englische Namen Vietnamese Javan Rhinoceros, Vietnamese Rhinoceros, Javanese Javan Rhinoceros
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Vietnam (zuvor auch Süd-China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia)
Zeitpunkt des Aussterbens 2009

Ausgestorben geglaubte Unterart 1988 wiederentdeckt

Die ausgestorben geglaubte Unterart des Java-Nashorns (Rhinoceros sondaicus), das Annamitische Java-Nashorn oder Annamiten-Nashorn (auch: Vietnamesisches Nashorn) wurde erst 1988 wiederentdeckt. Zunächst nahm man an, dass die Nashorn-Art, die einst einen großen Teil Südostasiens besiedelte, durch die Folgen des Vietnamkrieges ausgestorben war.

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Atlasbär

atlasbär ursus arctos crowtheri
Ein römisches Mosaik, welches wahrscheinlich den heute ausgestorbenen Atlasbären zeigt. Es gibt fast nur Quellen aus römischer Zeit über diese Bärenart aus Nordafrika.
Atlasbär – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Berberbär, Nandibär
lateinische Namen Ursus arctos crowtheri, Ursus crowtheri
englische Namen Atlas Bear, African Bear, North African Brown Bear, Atlas Brown Bear
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Nordafrika (Algerien, Marokko, Libyen)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1869

Atlasbär war Teil von Tierhetzen im Römischen Reich

Der Atlasbär soll im nordafrikanischen Atlasgebirge und in den angrenzenden Regionen Libyens, Algeriens und Marokko gelebt haben. Von ihm existieren keine Fotos, keine wissenschaftlichen Abbildungen, keine Exemplare in Museen und keine vollständigen Skelette. Was vom Atlasbären blieb, sind subfossile Knochen aus Höhlen, alte Reiseberichte und antike Quellen.

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Kleiner Samoa-Flugfuchs

Pteropus_conspicillatus / verwandt mit Kleiner Samoa-Flugfuchs
Der Brillenflughund (Pteropus conspicillatus) aus Nordaustralien gehört ebenfalls der Gattung Pteropus an. (© Mnolf)
Kleiner Samoa-Flugfuchs – Steckbrief
alternative Bezeichnung Kleiner Samoischer Flugfuchs
lateinischer Name Pteropus allenorum
englischer Name Small Samoan Flying Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Samoa (Pazifischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1856

Kleiner Samoa-Flugfuchs: 153 Jahre im Regal verstaubt

Ein Kleiner Samoa-Flugfuchs – das einzig bekannte und vielleicht auch letzte Exemplarsaß 153 Jahre konserviert in einem Glas in einem Museumsregal, bevor er schließlich als neue Spezies identifiziert wurde. Und dann bemerkte man, er ist ausgestorben.

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Perameles papillon (Langnasenbeutler)

langnasenbeutler / verwandt mit perameles papillon
Das Bild von John Gould aus Mammals of Australia (1863) zeigt den gefährdeten Tasmanischen Langnasenbeutler (Perameles gunii). Perameles papillon trägt auf dem Hinterteil eine an einen Schmetterling erinnernde dunkle Zeichnung.
Perameles papillon – Steckbrief
lateinischer Name Perameles papillon
englische Namen Butterfly Bandicoot, Nullarbor Barred Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1920 und 1960

Perameles papillon: Erst 2018 wissenschaftlich beschrieben

Die Art Perameles papillon erhielt erst 2018 Artstatus – zu diesem Zeitpunkt war sie bereits ausgestorben. Das australische Beuteltier aus der Gattung der Langnasenbeutler (Perameles) wurde anhand von Material aus dem Natural History Museum in London und dem Western Australian Museum wissenschaftlich beschrieben.

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Weihnachtsinsel-Ratte

weihnachtsinsel-ratte Rattus nativitatus
Ein Bild der heute ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Ratte aus dem Buch A Monograph of Christmas Island (Indian Ocean) von 1900. Ihr Fell war dunkelbraun und sie hatte auf dem Rücken eine Fettschicht.
Weihnachtsinsel-Ratte – Steckbrief
lateinische Namen Rattus nativitatis, (Mus nativitatis)
englische Namen Bulldog Rat, Christmas Island Burrowing Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Weihnachtsinsel (Australien)
Zeitpunkt des Aussterbens 1903

Eingeschleppter Parasit rottete heimische Ratten aus

Auf der Weihnachtsinsel waren einst auch Ratten endemisch, wie die Weihnachtsinsel-Ratte und die Maclear-Ratte (Rattus macleari). Beide sind heute ausgestorben – höchswahrscheinlich aus demselben Grund.

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Riesenfossa

riesenfossa
Zeichnung einer Riesenfossa. Das Raubtier soll bis auf die Größe identisch mit den heute auf Madagaskar lebenden Fossas gewesen sein. (© Daniel Burch Caballé)
Riesenfossa – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Schwarze Fossa, Antamba
lateinischer Name Cryptoprocta spelea
englische Namen Giant Fossa, Giant Fosa, Fosa Mainty
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1658 oder früher

Riesenfossas: In prähistorischer Zeit oder im 17. Jahrhundert ausgestorben?

Fraglich ist, ob die Riesenfossa in der Neuzeit ausgestorben ist. Gemeinhin wird nämlich davon ausgegangen, dass Riesenfossas spätestens 500 nach Christus ausgestorben sind, allerdings berichtet der Naturforscher Étienne de Flacourt 1658 in seiner Geschichte der großen Insel Madagaskar von einem Tier namens Antamba, welches von einigen Wissenschaftlern als Riesenfossa gedeutet wird, wie etwa von Samuel T. Turvey 2009 in Holocene Extinctions.

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Rauchgrauer Flughund

rauchgrauer flughund Pteropus subniger
Ein 1763 entstandenes Bild des Rauchgrauen Flughundes von den französischen Naturforschern Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon und Louis-Jean-Marie Daubenton.
Rauchgrauer Flughund – Steckbrief
lateinische Namen Pteropus subniger, (Pteropus rubricollis)
englische Namen Small Mauritian Flying Fox, Dark Flying Fox, Rougette, Rousette, Lesser Mascarene Flying-Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion, Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1864 und 1873

Gejagt wegen des Fleisches, des Fetts und der Jungtiere

Der französische Amateur-Naturforscher Jean Baptiste Francois de la Nux schrieb 1772 im Letter on Rousettes and Rougettes über ein Tier namens Rauchgrauer Flughund: „Als ich hier ankam, waren diese Tiere häufig, sogar in den Gegenden, in denen sie heute selten geworden sind. Sie werden wegen ihres Fleisches, ihres Fetts, ihrer Jungtiere den ganzen Sommer, den ganzen Herbst und teilweise im Winter gejagt, von Weißen mit Waffen, von Schwarzen mit Netzen.“

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Honshū-Wolf

honshu-wolf zeichnung
Eine alte Zeichnung des Honshu-Wolfes, angefertigt vom Künstler Carl Hubert de Villeneuve zwischen 1826 und 1830.
Honshu-Wolf – Steckbrief
alternative Bezeichnung Japanischer Wolf
lateinische Namen Canis lupus hodophilax, Canis japonicus, Canis hodophylax
englische Namen Japanese Wolf, Honshū Wolf
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Honshū, Shikoku, Kyūshū (Japan)
Zeitpunkt des Aussterbens 1905

Inselverzwergung führte zur kleinsten Unterart des Wolfes

Der ausgestorbene Honshu-Wolf, der nur auf den japanischen Inseln Honshū, Shikoku und Kyūshū vorkam, gilt als die kleinste Unterart des Wolfes. Seine Körperlänge betrug etwa 90 und seine Schulterhöhe lag bei 56 Zentimetern.

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Lemerles Flusspferd

Hippopotamus lemerlei / Lemerles Flusspferd
Skelett von Lemerles Flusspferd im Museum für Naturkunde in Berlin. (© FunkMonk)
Lemerles Flusspferd – Steckbrief
lateinischer Name Hippopotamus lemerlei
englischer Name Lemerle’s Hippopotamus
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 15. Jahrhundert oder später

Madagassische Folklore: Mangarsahoc, Tsy-Aomby-Aomby, Omby-Rano und Kilopilopitsofy

Trotzdem keine fossilen Überreste von Flusspferden auf Madagaskar auf die letzten 1.000 Jahre datiert werden konnten, ist Lemerles Flusspferd in mündlichen Überlieferungen der Madagassen bis zum heutigen Tage präsent.

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