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Weihnachtsinsel-Ratte

weihnachtsinsel-ratte Rattus nativitatus
Ein Bild der heute ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Ratte aus dem Buch A Monograph of Christmas Island (Indian Ocean) von 1900. Ihr Fell war dunkelbraun und sie hatte auf dem Rücken eine Fettschicht.
Weihnachtsinsel-Ratte – Steckbrief
lateinische Namen Rattus nativitatis, (Mus nativitatis)
englische Namen Bulldog Rat, Christmas Island Burrowing Rat
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Weihnachtsinsel (Australien)
Zeitpunkt des Aussterbens 1903
Ursachen für das Aussterben auf Insel eingeschleppte Hausratten mitsamt Parasiten

Eingeschleppter Parasit rottete heimische Ratten aus

Auf der Weihnachtsinsel waren einst auch Ratten endemisch, wie die Weihnachtsinsel-Ratte und die Maclear-Ratte (Rattus macleari). Beide sind heute ausgestorben – höchswahrscheinlich aus demselben Grund.

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Riesenfossa

riesenfossa
Zeichnung einer Riesenfossa. Das Raubtier soll bis auf die Größe identisch mit den heute auf Madagaskar lebenden Fossas gewesen sein. (© Daniel Burch Caballé)
Riesenfossa – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Schwarze Fossa, Antamba
lateinischer Name Cryptoprocta spelea
englische Namen Giant Fossa, Giant Fosa, Fosa Mainty
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1658 oder früher
Ursachen für das Aussterben nicht bekannt

Riesenfossas: In prähistorischer Zeit oder im 17. Jahrhundert ausgestorben?

Fraglich ist, ob die Riesenfossa in der Neuzeit ausgestorben ist. Gemeinhin wird nämlich davon ausgegangen, dass Riesenfossas spätestens 500 nach Christus ausgestorben sind, allerdings berichtet der Naturforscher Étienne de Flacourt 1658 in seiner Geschichte der großen Insel Madagaskar von einem Tier namens Antamba, welches von einigen Wissenschaftlern als Riesenfossa gedeutet wird, wie etwa von Samuel T. Turvey 2009 in Holocene Extinctions.

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Rauchgrauer Flughund

rauchgrauer flughund Pteropus subniger
Ein 1763 entstandenes Bild des Rauchgrauen Flughundes von den französischen Naturforschern Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon und Louis-Jean-Marie Daubenton.
Rauchgrauer Flughund – Steckbrief
lateinische Namen Pteropus subniger, (Pteropus rubricollis)
englische Namen Small Mauritian Flying Fox, Dark Flying Fox, Rougette, Rousette, Lesser Mascarene Flying-Fox
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion, Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1864 und 1873
Ursachen für das Aussterben Überjagung, Lebensraumverlust

Gejagt wegen des Fleisches, des Fetts und der Jungtiere

Der französische Amateur-Naturforscher Jean Baptiste Francois de la Nux schrieb 1772 im Letter on Rousettes and Rougettes über ein Tier namens Rauchgrauer Flughund: „Als ich hier ankam, waren diese Tiere häufig, sogar in den Gegenden, in denen sie heute selten geworden sind. Sie werden wegen ihres Fleisches, ihres Fetts, ihrer Jungtiere den ganzen Sommer, den ganzen Herbst und teilweise im Winter gejagt, von Weißen mit Waffen, von Schwarzen mit Netzen.“

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Achatinella buddii (Baumschnecke)

achatinella buddii
Drei Gehäuse der ausgestorbenen Schneckenart Achatinella buddii. Diese befinden sich im Museum Naturalis in Leiden, Niederlande.
Achatinella buddii – SteckbrieF
lateinische Namen Achatinella buddii, Achatinella buddi
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Oahu (Hawaii)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1900
Ursachen für das Aussterben Schneckensammler, langsame Reproduktionsrate, Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Pflanzen und Tiere (z.B. Ratten, Schweine)

Baumschnecken – „Die Juwelen des Waldes“

Einst, vor der Besiedlung durch Menschen, existierten auf den Hawaii-Inseln rund 750 verschiedene Arten von Landschnecken. Heute sind die meisten von ihnen vom Aussterben bedroht, mindestens 50 sind bereits ausgestorben – darunter Achatinella buddii.

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Féra

fera coregonus
Eine Zeichnung der echten Féra aus dem Jahr 1909. Ihr Rücken war leicht gebogen und braun-grau mit gelbem Schimmer. Die Flanken waren grün oder blau und der Kopf grün-gelb.
Féra– Steckbrief
alternative Bezeichnung Fera
lateinischer Name Coregonus fera
englischer Name True Fera
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Genfersee (Frankreich, Schweiz)
Zeitpunkt des Aussterbens 1950er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Eutrophierung des Sees, Kreuzung mit anderen Fischen, Überfischung

Die echte Fera ist ausgestorben

Die Fera und die Kleine Fera – auch Gravenche genannt – gehörten im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Genfersee zu den am meisten gefangenen Fischen. Um 1890 betrug die Fangquote dieser beiden Arten sogar 68 Prozent aller der im Gewässer gefangenen Speisefische, so Ross D. E. MacPhee 1999 in Extinctions in Near Time.

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Xerces-Bläuling

xerces-bläuling Glaucopsyche xerces
Verschiedene Exemplare des ausgestorbenen Xerces-Bläuling aus der Sammlung des Field Museum of Natural History in Chicago. (© Brianwray26)
Xerces-Bläuling – Steckbrief
lateinischer Name Glaucopsyche xerces
englischer Name Xerces Blue
ursprüngliches Verbreitungsgebiet San Francisco
Zeitpunkt des Aussterbens 1940er-Jahre
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Verschwinden der Hauptfutterpflanze

Ich dachte immer, da wären noch mehr.

Als der Entomologe W. Harry Lange am 23. März 1941 am einstigen Militärstützpunkt Presidio in San Francisco Insekten sammelte, fing Lange unwissentlich den Xerces-Bläuling, der heute als der letze seiner Art angesehen wird. Lange äußerte sich später dazu und sagte: „Ich dachte immer, da wären noch mehr. Ich lag falsch.“

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Honshū-Wolf

honshu-wolf zeichnung
Eine alte Zeichnung des Honshu-Wolfes, angefertigt vom Künstler Carl Hubert de Villeneuve zwischen 1826 und 1830.
Honshu-Wolf – Steckbrief
alternative Bezeichnung Japanischer Wolf
lateinische Namen Canis lupus hodophilax, Canis japonicus, Canis hodophylax
englische Namen Japanese Wolf, Honshū Wolf
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Honshū, Shikoku, Kyūshū (Japan)
Zeitpunkt des Aussterbens 1905
Ursachen für das Aussterben Überjagung, Tollwut

Inselverzwergung führte zur kleinsten Unterart des Wolfes

Der ausgestorbene Honshu-Wolf, der nur auf den japanischen Inseln Honshū, Shikoku und Kyūshū vorkam, gilt als die kleinste Unterart des Wolfes. Seine Körperlänge betrug etwa 90 und seine Schulterhöhe lag bei 56 Zentimetern.

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Madagaskar-Kronenadler

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Der in Afrika heimische Kronenadler Stephanoaetus coronatus (Bild) ist ein naher Verwandter des ausgestorbenen Madagaskar-Kronenadlers. (© Tom Tarrant)
Madagaskar-Kronenadler – SteckbrieF
lateinischer Name Stephanoaetus mahery
englische Namen Malagasy Crowned Eagle, Madagascar Crowned Hawk-Eagle
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 16. Jahrhundert
Ursachen für das Aussterben Lebensraumverlust, Überjagung von Beutetieren des Adlers

Madagaskar-Kronenadler – Der Ursprung der Legende vom Riesenvogel Roch?

In der Geschichte von Sindbad und in Erzählungen von Marco Polo etwa kommt ein riesiger Vogel namens Roch (auch Roc, Rokh, Ruch oder Rock) vor. Autoren brachten Roch häufig mit dem ausgestorbenen Madagaskar-Strauß oder Elefantenvogel in Verbindung, wiederum andere sahen in ihm einen Greifvogel. Sollte Roch jemals existiert haben, so könnte der Madagaskar-Kronenadler der Ursprung der Legende gewesen sein.

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Elefantenvogel

elefantenvogel rekonstruktion
Eine vor 1923 entstandene Rekonstruktion des Elefantenvogels Aepyornis maximus. Er konnte eine Körperhöhe von etwa drei Metern erreichen.
Elefantenvogel – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Madagaskar-Strauß, Madagaskarstrauß, Madagassischer Riesenstrauß, Vorompatra, Worompatra
lateinischer Name Aepyornis maximus
englischer Name Great Elephantbird
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens um 1650
Ursachen für das Aussterben Überjagung, Absammeln der Eier, Lebensraumverlust, auf Insel eingeschleppte Hühner-Krankheiten

Der vielleicht schwerste Vogel der Welt

Aepyornis bedeutet allergrößter Vogel, doch war der Elefantenvogel nicht der größte Vogel, der in der Neuzeit gelebt hat, denn das war der weibliche Südinsel-Riesenmoa. Dennoch besaß der Elefantenvogel mit einer Körperhöhe von drei Metern eine stattliche Größe und mit einem Gewicht von 450 Kilogramm gilt er zumindest als schwerster Vogel.

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Lemerles Flusspferd

Hippopotamus lemerlei / Lemerles Flusspferd
Skelett von Lemerles Flusspferd im Museum für Naturkunde in Berlin. (© FunkMonk)
Lemerles Flusspferd – Steckbrief
lateinischer Name Hippopotamus lemerlei
englischer Name Lemerle’s Hippopotamus
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Madagaskar (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 15. Jahrhundert oder später
Ursachen für das Aussterben klimatische Veränderungen, Lebensraumverlust, Bejagung

Madagassische Folklore: Mangarsahoc, Tsy-Aomby-Aomby, Omby-Rano und Kilopilopitsofy

Trotzdem keine fossilen Überreste von Flusspferden auf Madagaskar auf die letzten 1.000 Jahre datiert werden konnten, ist Lemerles Flusspferd in mündlichen Überlieferungen der Madagassen bis zum heutigen Tage präsent.

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