Perameles papillon (Langnasenbeutler)

langnasenbeutler / verwandt mit perameles papillon
Das Bild von John Gould aus Mammals of Australia (1863) zeigt den gefährdeten Tasmanischen Langnasenbeutler (Perameles gunii). Perameles papillon trägt auf dem Hinterteil eine an einen Schmetterling erinnernde dunkle Zeichnung.
Perameles papillon – Steckbrief
lateinischer Name Perameles papillon
englische Namen Butterfly Bandicoot, Nullarbor Barred Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien
Zeitpunkt des Aussterbens zwischen 1920 und 1960

Perameles papillon: Erst 2018 wissenschaftlich beschrieben

Die Art Perameles papillon erhielt erst 2018 Artstatus – zu diesem Zeitpunkt war sie bereits ausgestorben. Das australische Beuteltier aus der Gattung der Langnasenbeutler (Perameles) wurde anhand von Material aus dem Natural History Museum in London und dem Western Australian Museum wissenschaftlich beschrieben.

Perameles papillon lebte ausschließlich in der Nullarbor-Ebene Südaustraliens. Die vorherrschende Vegetation besteht dort aus kleinem Gestrüpp und es gibt keine Bäume. Die Nullarbor-Wüste umfasst ein riesiges Gebiet und misst rund 200.000 Quadratkilometer.

In einer im Februar 2018 veröffentlichten Studie vergleichen der Paläontologe Kenny Travouillon und Matthew J. Phillips verschiedene Langnasenbeutler und stellen die neu entdeckte Spezies vor.

So unterscheidet sich die Art Perameles papillon von anderen Tieren der Gattung in erster Linie durch ein dunkles Muster auf ihrem Hinterteil, welches an einen Schmetterling erinnert. Daher auch der Name Papillon oder Butterfly.

Zudem sind bei der neu entdeckten Art die Weibchen viel größer als die Männchen, was nicht bei alles Langnasenbeutler-Arten der Fall ist. Unter Säugetieren kommt es laut Travouillon und Phillips generell relativ selten vor, dass weibliche Tiere größer als die männlichen sind.

Die amerikanische Zoologin Katherine Ralls hat sich 1976 in ihrer Studie Mammals in which Females are larger than Males mit dem Thema befasst. Sie stellt die These auf, dass der Größenunterschied auf ein stärkere Konkurrenz um Ressourcen unter den Weibchen als unter den Männchen beruhen könnte. Dies könnte mit der Zeit aufgrund natürlicher Selektion zu größeren Weibchen geführt haben. Insbesondere in so trockenen Gebieten wie der Nullarbor-Wüste spielen wahrscheinlich Ressourcen eine wichtige Rolle in der Biologie der Tiere.

Eingeschleppte Räuber rotteten Perameles papillon aus

Wann genau der Langnasenbeutler Perameles papillon ausgestorben ist, steht nicht fest. Hier gibt es unterschiedliche Informationen. So heißt es manchmal, er sei in den 1940er-Jahren ausgestorben. Andere wiederum vermuten, es sei zwischen 1920 und 1960 gewesen, wie ein Artikel des Western Australian Museum von Februar 2018.

Bei den möglichen Gründen für das Verschwinden der neuen Art scheinen Experten sich allerdings einig zu sein. Sie gehen einvernehmlich davon aus, dass wilde fleischfressende Tiere zunehmend Jagd auf Perameles papillon gemacht haben.

Im Allgemeinen sind Langnasenbeutler seit der Ankunft der Europäer in Australien stark gefährdet. Neben den eingeschleppten Räubern, wie Füchse oder Katzen, spielt oft auch Lebensraumverlust aufgrund der Schaffung landwirtschaftlicher Flächen eine große Rolle.

Neben Perameles papillon sind in der Neuzeit noch zwei weitere Arten der Gattung Perameles ausgestorben: der Wüsten-Langnasenbeutler (Perameles eremiana) wurde zuletzt im Jahre 1943 gesichtet und der Mausschwanzbändernasenbeutler (Perameles myosuros) starb Anfang des 20. Jahrhunderts aus.