Martinique-Ameive

martinique-ameive
Eine Zeichnung der Martinique-Ameive von den französischen Zoologen André Marie Constant Duméril und Gabriel Bibron aus dem Jahr 1839. Diese haben die Echse auch als erste wissenschaftlich beschrieben.
Martinique-Ameive – Steckbrief
lateinische Namen Pholidoscelis major, Ameiva major
englische Namen Martinique Ameiva, Martinique Giant Ameiva
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Martinique oder Îles de la Petite Terre (Kleine Antillen)
Zeitpunkt des Aussterbens spätestens 1825 oder um 1928

Selbst Herkunft der Martinique-Ameive ist umstritten

Es ist wirklich nicht viel über die Martinique-Ameive bekannt und das, was man einst dachte, zu wissen, wurde von der Wissenschaft revidiert. So trägt die Martinique-Ameive vielleicht sogar ihren Namen zu Unrecht.

Wissenschaftler nehmen an, die Martinique-Ameive, eine Echse aus der Familie der Schienenechsen (Teiidae), war auf der Insel Martinique heimisch. Die Karibik-Insel gehört zu den Kleinen Antillen und ist ein Überseedépartement Frankreichs.

Doch es gibt auch Experten wie etwa Michel Breuil in Histoire naturelle des Amphibiens et Reptiles terrestres de l’archipel Guadeloupéen (2002), die die Herkunft der Echse bestreiten und sie auf die Îles de la Petite Terre ansiedeln. Bei der Îles de la Petite Terre handelt es sich um eine unbewohnte, aus zwei Inseln bestehende Inselgruppe, die ebenfalls zu den Kleinen Antillen und zum französischen Überseedépartement Guadeloupe gehören.

Auch Robert Powell und Robert W. Henderson platzieren in ihrem Artikel Conservation Status of Lesser Antillean Reptiles (2005) die Martinique-Ameive auf die Inselgruppe Îles de la Petite Terre. Der Grund hierfür sind historische Korrespondenzen über diese Tierart aus dem 19. Jahrhundert.

Martinique-Ameive: Von drei Museumsexemplaren bekannt

Die Ameive ist nur anhand von Museumsexemplaren, gesammelt von frühen europäischen Entdeckern, bekannt. Es gibt keine Informationen zur Lebensweise und zum Verhalten dieser ausgestorbenen Echsenart.

Fest steht, dass zwei der Exemplare, die Breuil in einem Pariser Museum fand, hat man vor 1825 gesammelt. Ein weiteres Exemplar entdeckte er in einem anderen Museum, welches diesem 1965 übergeben wurde. Keines der Exemplare ist mit Orts- oder Sammlungsdaten versehen.

Gründe für das Aussterben unklar

Warum die Martinique-Ameive ausgestorben ist, ist unklar und auch schwierig zu bestimmen, da das Verbreitungsgebiet umstritten ist, so die Weltnaturschutzorganisation IUCN.

Viele verwandte Arten sind durch invasive, auf Inseln eingeschleppte Tierarten (beispielsweise Mungos, Ratten oder Katzen) ausgestorben. Allerdings träfe das auf die Îles de la Petite Terre kaum zu, da diese unbewohnt ist und dort keine Tiere eingeschleppt wurden. Für die Insel Martinique würde diese Ursache aber einen Sinn ergeben.

Manche Experten vermuten, die Martinique-Ameive sei – wie auch die verwandte Guadeloupe-Ameive – aufgrund des Okechobee-Hurrikans ausgestorben. Dieser zog im September 1928 unter anderem über Guadeloupe und teils über die Kleinen Antillen.

Aber auch diese These ist fraglich, denn laut IUCN etwa gab es keinerlei Sichtungen der Martinique-Ameive seit mehr als 200 Jahren – und das war lange vor dem Hurrikan. Breuil hingegen hält sowohl invasive Spezies als auch den Hurrikan für mögliche Gründe.

Im Allgemeinen sind sich Experten einig, dass die Martinique-Ameive, ganz gleich wo sie endemisch war, ausgestorben ist, doch beim Zeitpunkt herrscht wiederum Uneinigkeit. Das zuletzt aufgetauchte Exemplar von 1965 könnte nämlich darauf hindeuten, dass die Tierart lange nach 1825 ausgestorben ist.