Himalayawachtel

himalayawachtel Ophrysia superciliosa
Gemälde eines Himalayawachtel-Pärchens von John Gould aus dem Jahr 1883. Weibchen sind kleiner und heller; Männchen haben dunklere Federn und eine weiße Stirn.
Himalayawachtel – Steckbrief
alternative Bezeichnungen Himalajawachtel, Hangwachtel
lateinische Namen Ophrysia superciliosa, (Malacortyx superciliaris)
englische Namen Himalayan Quail, Mountain Quail
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Himalaya (Nordindien)
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1876

Himalayawachtel: Ausgestorben oder vom Aussterben bedroht?

Als letzte nachgewiesene Sichtung der Himalayawachtel gilt 1876, das ist über 140 Jahre her. Auch diverse Suchexpeditionen waren ohne Erfolg. Dennoch listet die Weltnaturschutzorganisation IUCN diese Vogelart als „vom Aussterben bedroht“.

Sicher ist, die Wachtelart ist die einzige ihrer Gattung und sie kommt ausschließlich im Himalaya vor, einem asiatischen Hochgebirge zwischen Indien im Süden und dem Tibetischen Hochland im Norden.

Die Himalayawachtel wurde vor allem in Uttar Pradesh, einem Staat in Nordindien, beobachtet. Als Gründe für das Verschwinden der Art sehen Experten heute in erster Linie Bejagung und Lebensraumverlust an, denn die Region, in der man die Museumsbälge fand, hat sich stark verändert. Weidewirtschaft sorgt dafür, dass Grashänge heute überweidet sind.

Allerdings geht die IUCN in der Annahme, dass die Himalayawachtel überlebt haben könnte. Es handelt sich nämlich um einen Vogel aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae), der sich meist in dichtem Unterholz und an steilen Hängen aufhält. Zeitzeugen beschrieben die Wachteln als sehr scheu, dichtes Gras bevorzugend und ungern auffliegend. Das spricht dafür, dass es nicht einfach ist, diese Vögel zu beobachten.

Zudem gab es in den letzten Jahren eine Reihe unbestätigte Sichtungen etwa 1984 in Suwakholi, 2003 in Nainital und 2010 habe ein Jäger ein Himalayawachtel-Weibchen gesichtet, so die IUCN.

Die in den Sichtungen beschriebenen Hühnervögel gleichen Himalayawachteln. Somit ist es möglich, dass eine sehr kleine Restpopulation in abgelegenen Regionen des unteren oder mittleren Himalaya-Gebirges überlebt hat. Nichtsdestotrotz: Vom Aussterben bedroht wäre diese dann auch.

Wissenschaftler um Jonathan C. Dunn der Newcastle University errechneten in einer 2015 erschienenen Studie, dass die Himalayawachtel noch existiert und dass 2023 möglicherweise das Jahr sein wird, in dem sie aussterben wird.

Himalayawachtel: Zu kleine Flügel für weite Strecken

Der britische Zoologe John Edward Gray beschrieb die Himalayawachtel 1846 anhand lebender Exemplare aus der Sammlung des damaligen Earl of Derby in Knowsley Hall, England. Als Fundstelle gab er Indien an, war sich aber nicht sicher. Erst 1865 wurden die Vögel dann erstmals in freier Wildbahn gesichtet.

Anhand gesammelter Museumsexemplare lässt sich die Art gut beschreiben. Die Himalayawachtel konnte eine Körperlänge von 25 Zentimetern erreichen, wobei die Weibchen etwas kleiner waren. Auch von der Farbe der Federn her unterschieden sich Männchen und Weibchen. Ausgewachsene Männchen waren insgesamt dunkler und hatten eine weiße Stirn.

Himalayawachteln haben im Gegensatz zu anderen Wachteln rote Beine und einen roten Schnabel. Die kurzen Füße und der Schnabel sind kräftig. Auch die weißen Flecken vor und hinter den Augen machen diese Wachtelart einzigartig.

Der Vogelkundler Frank Finn vermutete in seinem Buch The Game Birds of India and Asia (1911) zunächst, dass es sich bei der Himalayawachtel um einen Zugvogel handelt, der in den Sommermonaten nach Norden in die höheren Bergregionen gezogen ist. Allerdings ließen Form und Größe der Flügel darauf schließen, dass die Tierart kaum in der Lage war, weite Strecken zurückzulegen.