Goldkröte

goldkröte bufo periglenes
Das Foto zeigt ein Goldkröten-Männchen. Die Weibchen waren schwarz-gelb gefärbt mit roten, gelb umrandeten Flecken. (© Charles H. Smith)
Goldkröte – Steckbrief
lateinische Namen Incilius periglenes, Bufo periglenes
englische Namen Golden Toad, Alajualea Toad, Monte Verde Golden Toad, Monte Verde Toad, Orange Toad
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Costa Rica
Zeitpunkt des Aussterbens 1989

Goldkröte: Gründe für das Aussterben unklar

Warum die Goldkröte ausgestorben ist, kann bis heute nur vermutet werden. Da man sie ausschließlich in einem rund vier Quadratkilometer großen Gebiet im Bergnebelwald Costa Ricas nachweisen konnte, war ihr Verbreitungsgebiet vermutlich sehr klein. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Aussterben einer Population oder Tierart aufgrund äußerer Einflüsse.

Zudem machte eine kurze Laichzeit die Goldkröte anfällig, denn: Je kürzer die Laichzeit, desto größere Auswirkungen haben auch hier äußere Einflüsse. Starkregen etwa könnte dazu geführt haben, dass die Larven aus den Laichgewässern heraus ans Land gespült wurden. Bei zu wenig Niederschlag sind Gewässer ausgetrocknet. Trockenheit kann dann die Metamorphose bei Kaulquappen verhindern.

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN schreibt, dass die Goldkröten einmal eine häufig anzutreffende Tierart waren. Bis 1987 lag die Populationsgröße der Goldkröte bei etwa 1.500 ausgewachsenen Tieren, schreibt Jennifer J. Neville der Case Western Reserve University in einem Bericht. Doch bereits 1988 konnten nur noch acht Männchen und zwei Weibchen bei einer Auszählung nachgewiesen werden. Und 1989 schließlich nur noch ein einziges, männliches Exemplar. Auch intensive Suchen blieben ohne Erfolg.

Einige Experten gehen in der Annahme, dass die globale Erwärmung und damit einhergehende, sich verändernde Witterungsbedingungen eine Rolle beim Verschwinden der Goldkröte haben. Wissenschaftler bestätigen eine Beeinträchtigung des Nebels in dieser Gegend, der eigentlich als Feuchtigkeitsspender dient. Ohne diesen könnten die Eier der Goldkröte vertrocknet sein.

Amphibien reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen des Klimas, weshalb sehr viele von ihnen heute vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben sind. Das Hamburger Abendblatt schätzt in einer Meldung von 2008, dass etwa 33 Prozent der 6.000 bekannten Amphibien-Arten auf der Roten Liste stehen, also stark gefährdet sind.

Männliche und weibliche Goldkröten sehr unterschiedlich

Erst 1964 wurde die im Reserva Biológica Monteverde in Costa Rica endemische Goldkröte durch den Amphibien- und Reptilienforscher Jay M. Savage entdeckt. Viel ist über die Lebensweise dieser Tierart nicht bekannt.

Anhand gesammelter Exemplare weiß man, dass ein ausgeprägter Sexualdimorphismus bestand. Die Männchen konnten eine Größe von bis zu fünf Zentimeter erreichen und waren gelb-orange gefärbt. Die weiblichen Kröten wurden etwas größer mit rund sechs Zentimeter und hatten eine schwarz-gelbe Grundfarbe, auf die sich rote, gelb umrandete Flecken befanden.

Goldkröten besaßen, wie bei der Gattung der Echten Kröten (Bufo) üblich, waagerechte Pupillen, warzige Haut, Ohrdrüsen sowie kurze Hinterbeine.