Tropidophora carinata (Landschnecke)

Tropidophora carinata
Gehäuse der ausgestorbenen, einst auf den Inseln Réunion und Mauritius endemischen Landschnecke Tropidophora carinata. (© Jjargoud)
Tropidophora carinata – Steckbrief
lateinischer Name Tropidophora carinata
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Réunion, Mauritius (Indischer Ozean)
Zeitpunkt des Aussterbens 1881

Tropidophora carinata: Landdeckelschnecke mit Kiemen

Wirklich viel findet man zu Tropidophora carinata nicht, eine Landschnecke, die einst auf den Inseln Mauritius und Réunion im Indischen Ozean gesammelt wurde.

Heute hält man sie für ausgestorben, wobei die Weltnaturschutzorganisation IUCN die Datenlage zum Status dieser Spezies für unzureichend erachtet. Vermutlich starb Tropidophora carinata aufgrund von Lebensraumzerstörung durch den Menschen um 1881 herum aus. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Art 1780.

Fossile Überreste der Schnecke fand man etwa im Sumpfgebiet Mare aux Songes im Südosten von Mauritius. Dieses Gebiet gilt als Fossillagerstätte, in der sich besonders viele Überbleibsel bereits ausgestorbener Tierarten angesammelt haben; dort wurden auch die ersten Dodos entdeckt sowie auch Überreste der ebenfalls ausgestorbenen Schnecke Plegma duponti.

Eine der größten Landschnecken von Mauritius

Bekannt ist, dass Tropidophora carinata über Kiemen und einen Schalendeckel (Operculum) verfügte. Kiemen kommen insbesondere bei Wasserschnecken vor, aber auch einige in feuchten Gebieten lebende Landschnecken besitzen Kiemen – so etwa Tropidophora carinata. Man kann also davon ausgehen, dass diese Schneckenart einen Lebensraum mit feuchter Luft bevorzugte.

Das Operculum ist ein kalkiger Deckel, mit dem die Tiere den Eingang zu ihrem Gehäuse verschließen können. Dieser schützt vor äußeren Gefahren und vor Austrocknung.

Auf terrestrischem Gebiet lebende Landdeckelschnecken der Familie Pomatiidiae, zu denen auch Tropidophora carinata gehört, kommen überall auf der Welt vor. Man findet sie zum Beispiel in wärmeren Gebieten Westeuropas, in Südeuropa, Nordafrika, an den Küsten Kleinasiens, im Südwesten der Arabischen Halbinsel, an den Ostküsten Afrikas, auf Madagaskar und Mauritius sowie in Südafrika.

Bei einigen Landdeckelschneckenarten existiert ein ausgeprägter Sexualdismorphismus. Das heißt, Männchen und Weibchen unterscheiden sich optisch stark voneinander. Bei Schnecken bedeutet das, dass die Weibchen etwas größer sind und auch die Skulptur ihrer Gehäuse kann sich unterscheiden. Ob das bei Tropidophora carinata der Fall war, lässt sich nicht sagen, aber die Fotografie im oberen Abschnitt deutet darauf hin.

In den Büchern Lost Land of the Dodo (2008) von Anthony Cheke und Julian P. Hume und Extinct Birds (2011) von Hume steht geschrieben, bei Tropidophora carinata handle es sich um eine der größten Landschnecken von Mauritius.

Weiterhin diente die Schneckenart vermutlich als Nahrung vieler Vögel, wie etwa der heute ausgestorbenen Mauritius-Ralle (Aphanapteryx bonasia). An fossilen Gehäusen entdeckten Wissenschaftler Schäden, die auf die Bearbeitung durch den Schnabel von Vögeln bzw. Rallen hindeuten.