Kleiner Kaninchennasenbeutler

kleiner kaninchennasenbeutler Macrotis leucura
Kleine Kaninchennasenbeutler erreichten eine Kopfrumpflänge von 20 bis 27 Zentimetern, die Schwanzlänge betrug 12 bis 17 Zentimeter und das Gewicht zwischen 300 und 400 Gramm.
Kleiner Kaninchennasenbeutler – Steckbrief
lateinischer Name Macrotis leucura
englische Namen Lesser Bilby, Yallara, Lesser Rabbit-eared Bandicoot, White-tailed Rabbit-eared Bandicoot
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Australien
Zeitpunkt des Aussterbens spätestens 1960er-Jahre

Eingeschleppte Füchse und Katzen stellten dem Kleinen Kaninchennasenbeutler nach

In Australien eingeführte Rotfüchse, Hauskatzen und Wildkaninchen gelten als Hauptgrund dafür, dass die Beuteltierart Kleiner Kaninchennasenbeutler Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben ist.

Nach ihrer Entdeckung 1887 sank die Population des Kaninchennasenbeutlers ab 1900 stetig. Füchse und Katzen jagten das Beuteltier und Wildkaninchen verdrängten den Nasenbeutler aus seinem Lebensraum. Zudem wirkte sich die großflächige Umwandlung des australischen Landesinneren in Viehweiden negativ auf die Tierart aus. Australische Ureinwohner jagten die kleinen Beuteltiere gelegentlich auch als Nahrung.

Das letzte gesicherte Sichtung eines Tieres dieser Art erfolgte 1931 in der Nähe der Koonchera-Düne im Nordosten von Südaustralien. Die IUCN vertraut auf mündlichen Berichten der Aborigines, die besagen, dass der Kleine Kaninchennasenbeutler in den westlichen Wüsten bis in die 1960er-Jahre hinein überlebt haben könnte.

Im Jahr 1967 fand man einen Schädel des Nasenbeutlers im Nest eines Keilschwanzadlers (Aquila audax) südöstlich von Alice Springs, am Rande der Simpsonwüste. Ob dieser Fund Beweise für die Existenz lebender Kleiner Kaninchennasenbeutler liefern kann, lässt sich nicht sagen, da das genaue Alter des Schädels schwer zu bestimmen ist. Als sicher gilt, laut IUCN, dass der Schädel zu dem Zeitpunkt jünger als 15 Jahre war.

Neben dem Kleinen Kaninchennasenbeutler ist Anfang des 20. Jahrhunderts auch der verwandte Schweinsfuß-Nasenbeutler aufgrund von Lebensraumverlust und der Nachstellung durch Katzen und Ratten ausgestorben.

Über die Lebensweise des Beuteltiers ist nur wenig bekannt

australien karte
Kleine Kaninchennasenbeutler waren, laut IUCN, in Gebieten West- und Südaustraliens, des Nordterritoriums und Queenslands anzutreffen.

Soweit man weiß, bevorzugten die Kleinen Kaninchennasenbeutler das trockene Landesinnere Australiens, wie etwa Wüsten, Sanddünen und -ebenen. Es gibt Hinweise, dass sie auch Grasland mit spärlichen, kleinen Bäumen und Sträuchern bewohnten.

Die sich hoppelnd fortbewegenden Tiere waren nachtaktiv. Mit ihren kräftigen Vorderbeinen gruben sie tiefe Erdbauten, deren Eingänge sie verschlossen, wenn sie tagsüber darin verweilten. Ihre Nahrung bestand vorwiegend aus Wurzeln, Insekten und anderen Kleintieren.

Der nächste Verwandte dieser Beuteltiere ist der Große Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis), der noch immer in Australien existiert. Im Gegensatz zu seinem großen Verwandten wurde der Kleine Kaninchennasenbeutler vom Säugetierkundler Hedly Herbert Finlayson als aggressiv beschrieben.

Finlayson schrieb in seinem Buch On Mammals from the Lake Eyre Basin (1936): Der Kleine Kaninchennasenbeutler war „wild und hartnäckig, und (er) wehrte die feinfühligsten Versuche, sie zu berühren, mit wiederholtem Zuschnappen und rauen Zischlauten, ab“.