Kawekaweau-Gecko

Kawekaweau-Gecko Hoplodactylus delcourti
Nachbildung des Kawekaweau-Geckos aus dem Lille Natural History Museum in Frankreich.
Kawekaweau-Gecko – Steckbrief
lateinischer Name Hoplodactylus delcourti
englische Namen Kawekaweau, Delcourt’s Sticky-toed Gecko, Delcourt’s Giant Gecko
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Neuseeland
Zeitpunkt des Aussterbens 1870

Kawekaweau-Gecko: Der einst größte Gecko der Welt

Der Kawekaweau-Gecko war mit 60 Zentimetern Länge der größte Gecko weltweit. Das Tier war an der Körperoberseite vermutlich hellbraun mit dunkelroten Längsstreifen; seine Unterseite war beige.

Es existiert nur ein Bericht, demzufolge ein Mensch einen Kawekaweau-Gecko lebendig gesehen haben will. Ein Maori-Häuptling habe 1870 einen dieser Geckos getötet, den er unter der Rinde eines toten Rata-Baumes in den Wäldern von Waimana Valley gefunden hat. Dies geht aus der wissenschaftlichen Erstbeschreibung des Kawekaweau-Geckos von Aaron M. Bauer und Anthony P. Russel aus dem Jahr 1986 hervor.

Bis auf den Kawekaweau-Gecko und den im 14. oder 15. Jahrhundert ausgestorbenen Haastadler gab es in Neuseeland niemals Bodenraubtiere. Diese Gecko-Art stellt in der ansonsten von Vögeln dominierten Fauna Neuseelands eine Besonderheit dar.

Die IUCN listet den Riesengecko als ausgestorben, da nach dem Bericht des Maori-Häuptlings keine Sichtungen mehr dokumentiert werden konnten. Ausgestorben sind die Geckos wahrscheinlich durch Rodungen der Wälder, in denen sie gelebt haben. Zusätzlich stellten von Siedlern auf die Insel eingeschleppte Ratten vermutlich den jungen Geckos nach.

Genaue Angaben zur Verbreitung des Geckos nicht möglich

Der Riesengecko ist nur von einem einzigen Exemplar her bekannt, welches man 1986 im Musée d’Historie Naturelle de Marseille entdeckt hat. Der dort gefundene Gecko wurde durch Trocknen konserviert.

Im Museum wurde das Tier lange Zeit ohne Kennzeichnung aufbewahrt und sogar als Ausstellungsstück präsentiert. Auch auf Fundort und -jahr des männlichen Belegexemplars deutet nichts hin. Man geht aber davon aus, dass das Exemplar im Laufe des 19. Jahrhunderts in die Museumssammlung gelangt ist.

Experten sind sich heute einig, dass die Heimat des Riesengeckos Neuseeland war. Gründe dafür sind zum einen der Bericht des Maori, der ein solches Tier erlegte, sowie weitere Maori-Geschichten über eine Riesenechse namens kawekaweau. Man nimmt an, dass diese Geschichten von der Gecko-Art inspiriert sind. Weiterhin kommen andere Tiere der Art Hoplodactylus ausschließlich in Neuseeland vor.