Stephenschlüpfer

stephenschlüpfer Traversia lyalli
Zeichnung des Stephenschlüpfers aus dem Buch A History of the Birds of New Zealand aus dem Jahr 1905.
Stephenschlüpfer – Steckbrief
lateinische Namen Traversia lyalli, Xenicus lyalli lyalli
englische Namen Lyall’s Wren, Stephens Island Wren, Stephens Island Rockwren
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Stephens Island, Neuseeland (zuvor auch Nord- und Südinsel Neuseelands)
Zeitpunkt des Aussterbens 1895

Flugunfähige Vögel haben es schwer

Der Stephenschlüpfer war ein fast flugunfähiger Singvogel aus der Familie der Maorischlüpfer (Acanthisittidae). Er war als lebender Vogel nur von Stephens Island bekannt. Eine einzige Katze soll Schuld am Aussterben dieser Vogelart gewesen sein.

Im Jahr 1894 zogen David Lyall und seine Katze Tibbles in einen noch heute existierenden Leuchtturm auf die Insel und wurden so zu Entdeckern des Stephenschlüpfers. Tibbles gilt allerdings nicht nur als Entdecker, sondern auch als Mitverursacher für das Aussterben der kleinen Vögel.

Da Lyall, der ornithologisch interessiert war, diese Art nicht kannte, schickte er von Tibbles gefangene Individuen zu Experten. Und während diese die neu entdeckte Vogelart wissenschaftlich beschrieben, fing Tibbles noch viele weitere der kleinen Spatzen – bis keiner mehr übrig war.

Der Autor T. C. Boyle verarbeitet unter anderem die Ausrottung des Stephenschlüpfers in seinem 2001 erschienenen Roman Ein Freund der Erde. Das Buch handelt von der Zerstörung der Natur.

Es handelte sich also beim Stephenschlüpfer um den letzten flugunfähigen Singvogel. Für die Katze war er eine leichte Beute, da sich der dämmerungsaktive Vogel meist auf dem Boden aufhielt. Weltweit existieren etwa 15 Museumsexemplare des Stephenschlüpfers.

Stephenschlüpfer: Aussterben ist nicht nur Tibbles Schuld

Fossile Ablagerungen zeigen, dass der Stephenschlüpfer einst auch auf der Nord- und Südinsel Neuseelands beheimatet war. Das heißt, dass Tibbles dort ihre Pfoten nicht mit im Spiel gehabt haben konnte.

Eingeschleppte Pazifische Ratten (Rattus exulans) führten etwa im 13. Jahrhundert, noch vor Ansiedlung der Europäer zum Verschwinden der Vogelart von der Nord- und Südinsel; nachzulesen etwa in einem 2014 erschienenen Artikel des Magazins Tierwelt. Ab diesem Zeitpunkt war der Stephenschlüpfer nur noch auf Stephens Island anzutreffen.

Die IUCN sieht als Ursache für das Aussterben der Art auf Stephens Island die Kombination aus Lebensraumzerstörung und Raubzügen durch eingeführte Katzen an.

Der Bau des Leuchtturms im Jahre 1984 führte dazu, dass ein Großteil des Waldes der Insel abgeholzt wurde. Dies könnte auch zum Aussterben des auf Stevens Island endemischen Stephens-Island-Laufkäfers geführt haben.