Südinsel-Riesenmoa

südinsel riesenmoa Dinornis robustus
Skelett eines Südinsel-Riesenmoas, welches Wissenschaftler 1864 auf der Südinsel Neuseelands gefunden haben. Es befindet sich heute im Yorkshire Museum.
Südinsel-Riesenmoa – Steckbrief
lateinische Namen Dinornis robustus, (Dinornis giganteus)
englischer Name South Island Giant Moa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Südinsel Neuseelands
Zeitpunkt des Aussterbens 14. oder 15. Jahrhundert

Weibchen viel größer und schwerer als Männchen

Der Südinsel-Riesenmoa, der – wie der Name schon sagt – auf der Südinsel Neuseelands beheimatet war, gehörte neben dem auf der Nordinsel Neuseelands lebenden Nordinsel-Riesenmoa zu den größten Unterarten der Moas.

Was die Größe der flugunfähigen Vögel betrifft, gilt dies nur für die Weibchen der Südinsel-Riesenmoas: Die männlichen Tiere konnten eine Größe von 240 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 34 und 85 Kilogramm erlangen, die Weibchen eine Größe von 360 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 76 und 249 Kilogramm.

Aufgrund dessen, dass Weibchen und Männchen sich sowohl in Größe als auch Gewicht so stark unterschieden, nahm man zunächst an, dass es sich bei den Weibchen um eine eigene Art handele, die als Dinornis giganteus klassifiziert wurde.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern bei den Südinsel-Riesenmoas ist der größte bei Vögeln und Säugetieren bisher gefundene.

Rekonstruktionen mit aufrechtem Hals nicht korrekt

Moa footprints
Fußabdrücke eines Südinsel-Riesenmoas; entdeckt 1911.
Wie alle anderen Moa-Arten auch hatte der Südinsel-Riesenmoa einen kleinen Kopf, einen breiten flachen Schnabel und kleine Augen. Sein Hals war ebenfalls lang, der Körper groß und plump. Massive Beine hielten den schweren Körper.

Übrigens hatten Nordinsel- und Südinsel-Riesenmoa aufgrund von drei zusätzlichen Halswirbeln längere und stärkere Hälse im Vergleich zu allen anderen Moa-Arten.

Riesenmoas hielten den Kopf nach vorne gestreckt, und zwar in Höhe des Rückens oder darunter; dies ist auf die Form der Wirbelsäule zurückzuführen, die vor den Brustwirbeln abwärts gebogen war.

Ihre vorderen Halswirbel waren so kurz, dass sie kaum zur Erhöhung des Kopfes beitrugen. Alte Moa-Rekonstruktionen, die die Tiere mit aufrechtem Hals zeigen, sind daher nicht korrekt.

Vom Aussterben der Südinsel-Riesenmoas

Aufgrund ihrer Größe hatten Moas keine natürlichen Feinde – ausgenommen den Haastadler – und von jeder Moa-Art fanden Wissenschaftler Überreste in Verbindung mit Menschen, sodass nur Bejagung als Ursache für das Verschwinden der Vögel infrage kommt.

Aus einer 2014 in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie geht hervor, vor der Besiedlung Neuseelands durch Menschen gegen Ende des 13. Jahrhunderts war der Südinsel-Riesenmoa häufig anzutreffen; die Studie schätzt die Population sogar auf rund 9.200 Exemplaren.

Da das Aussterben der Moa-Arten keine genetischen Spuren in den Daten hinterlassen hat, lässt sich davon ausgehen, dass Menschen die Vögel innerhalb von nur ein oder zwei Jahrhunderten ausgerottet haben. Mit dieser Theorie stimmt überein, dass das erste Jahrhundert nach Ankunft der Maori auf Neuseeland auch als Moa-Jäger-Periode bezeichnet wird. Für die Maori stellte der große, flugunfähige Vogel eine leichte Beute dar. Danach ging das Volk zum Anbau von Feldfrüchten und Fischfang über.