Nordinsel-Riesenmoa

nordinsel riesenmoa
Zeichnung des Nordinsel-Riesenmoas aus W. Rothschilds Buch Extinct Birds (1907).
Nordinsel-Riesenmoa – Steckbrief
lateinische Namen Dinornis novaezealandiae, (Dinornis struthoides)
englische Namen Large Bush Moa, North Island Giant Moa
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Nordinsel Neuseelands
Zeitpunkt des Aussterbens 14. oder 15. Jahrhundert

Nordinsel-Riesenmoa: Die zweitgrößte Moa-Art

Diese Moa-Art bewohnte Busch-, Gras- und Dünenland sowie Wälder auf der Nordinsel Neuseelands. Der Nordinsel-Riesenmoa gilt als die zweitgrößte Moa-Art. Als größte Art gilt der Südinsel-Riesenmoa, der auf der Südinsel Neuseelands endemisch war.

Ursprünglich hatte man der Familie Dinornithidae sogar drei Moa-Spezies zugeordnet. Diese Annahme beruhte darauf, dass man männliche und weibliche Tiere für unterschiedliche Arten hielt, da sie sich in Größe und Gewicht stark voneinander unterschieden.

Man glaubte daher, dass es sich bei den männlichen Nordinsel-Riesenmoas um eine eigene Art handele und klassifizierte diese daraufhin als Dinornis struthoides.

Überreste stammen allesamt von weiblichen Tieren

richard owen und nordinsel-riesenmoa
Der britische Zoologe Richard Owen neben dem Skelett eines Nordinsel-Riesenmoas im Jahr 1878. (© John van Voorst)
Untersuchungen ergaben, alle heute bekannten Überreste des Nordinsel-Riesenmoas stammen von weiblichen Tieren. Diese Knochen wurden vor allem in Sümpfen oder Moorgebieten gefunden. Deshalb geht man auch davon aus, dass Weibchen für die Futtersuche zuständig waren. Männchen hingegen bewachten vermutlich die Eier.

Nordinsel-Riesenmoa-Weibchen wogen zwischen 76 und 242 Kilogramm und aufrecht stehend erreichten sie eine Rückenhöhe zwischen 120 und 190 Zentimetern. Bei den männlichen Vögeln betrug die Rückenhöhe dagegen gerade einmal 90 bis 120 Zentimeter und sie wogen auch nur zwischen 34 und 85 Kilogramm.

Im Vergleich dazu erreichten die weiblichen Südinsel-Riesenmoas sogar eine Rückenhöhe von bis zu 350 Zentimetern und die Männchen von bis zu 240 Zentimetern.

Mit der Besiedlung Neuseelands starben die Moas aus

Ende des 13. Jahrhunderts besiedelten Polynesier Neuseeland und sorgten durch Bejagung innerhalb von ein oder zwei Jahrhunderten für das Verschwinden dieser flugunfähigen Vögel. Diese These wird auch durch eine 2014 erschienene Studie untermauert, welche in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde.

Zudem wird das erste Jahrhundert nach Ankunft der Polynesier auf der Insel als Moa-Jäger-Periode bezeichnet. Für die Menschen war der Moa eine leichte Beute. Nach Aussterben der Vögel gingen die Maori dazu über, ihre Nahrungsmittelbeschaffung aus Fischfang und dem Anbau von Feldfrüchten zu bestreiten.