Tasmanischer Emu

tasmanischer emu
Tasmanischer Emu: Handgemalte Lithographie, etwa aus dem Jahr 1910 von John Gerrard Keulemans.
Tasmanischer Emu – Steckbrief
lateinische Namen Dromaius novaehollandiae diemenensis, Dromaius diemenensis
englischer Name Tasmanian Emu
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Tasmanien, Australien
Zeitpunkt des Aussterbens 1873

Tasmanischer Emu: Eine Unterart des Großen Emu

Der Tamanische Emu war, wie auch der Schwarze Emu und der Känguru-Insel-Emu, eine ausgestorbene Unterart des noch heute auf dem Festland des australischen Kontinents lebenden Großen Emu.

Wissenschaftlich beschrieben wurde der Tasmanische Emu 1907 und zunächst als eigenständige Art angesehen, worauf auch der ursprüngliche lateinische Name Dromaeius diemenensis hindeutet. Im Jahre 1966 wurde der Laufvogel dann als Unterart des Großen Emu (Dromaius novaehollandiae) klassifiziert, da die Unterschiede zwischen den beiden Vögeln zu gering sind, um als unterschiedliche Arten zu gelten.

Tasmanischer Emu von Verzwergung nicht betroffen

Von den beiden Unterarten Schwarzer Emu und Känguru-Insel-Emu ist bekannt, dass sie aufgrund Verzwergung eine geringere Körperhöhe als der Große Emu hatten. Für den Tasmanischen Emu gilt dies nicht, denn dieser konnte – wie auch der Große Emu – eine Körperhöhe von mindestens 150 und höchstens 190 Zentimeter erreichen.

Prinzipiell unterscheidet sich der einst auf Tasmanien endemische Emu von der australischen Nominalform lediglich durch eine stellenweise andere Färbung der Federn: Der Tasmanische Emu hatte einen kahlen Nacken und an Kehle und Hals weiße Federn, der Große Emu hat dort schwarze Federn.

Über die Lebensweise der Vögel ist kaum etwas bekannt

Ähnlich der anderen bereits ausgestorbenen Emu-Unterarten ist auch über die Lebensweise und das Verhalten des Tasmanischen Emus wenig bekannt; lediglich einige Zeitzeugenberichte geben Hinweise. So heißt es, die Emus bewohnten Hochlandsavannen oder offenes Weideland, während etwa der Känguru-Insel-Emu bevorzugt in dichten Wäldern lebte.

Weiterhin geht aus Berichten hervor, dass Emu-Männchen und -Weibchen sich das Ausbrüten ihrer Eier teilen. Die Aufzucht der Jungen war aber Frauensache. Zudem sollen Tasmanische Emus sich durch dröhnende Laute bemerkbar gemacht haben.

Bejagung, Brandrodung und Hybridisierung führten zum Aussterben des Tasmanischen Emus

Auch was die Gründe für das Aussterben angeht, können Parallelen zu den anderen ausgerotteten Emu-Unterarten gezogen werden. Denn zu Beginn des 19. Jahrhundert wurde der Tasmanische Emu als Nahrungsquelle gejagt und als sogenannte Plage verfolgt.

Auch die Brandrodung für die Gewinnung von Gras- und Buschland für die Landwirtschaft sorgte für die Zerstörung des Lebensraums der Tiere. Bereits Ende der 1830er-Jahre war der Tasmanische Emu selten geworden. Vermutlich wurden deshalb zu Beginn der 50er-Jahre des 19. Jahrhunderts Große Emus vom Festland nach Tasmanien eingeführt.

Es kam zu Kreuzungen zwischen Großen Emus und Tasmanischen Emus. Das führte dazu, dass die Tasmanischen Emus Mitte der 1860er-Jahre in der Wildnis ausgestorben waren. Der letzte in Gefangenschaft lebende Tasmanische Emu starb im Jahre 1873.