Känguru-Insel-Emu

Känguru-Insel-Emu
Eine Illustration des Kanguru-Insel-Emus aus Walter Rothschilds Buch Extinct Birds (1907). Heute geht man davon aus, dass es sich hierbei um den Schwarzen Emu von King Island handelt.
Känguru-Insel-Emu – Steckbrief
lateinische Namen Dromaius novaehollandiae baudinianius, Dromaius baudinianius, Dromaius peroni
englische Namen Kangaroo Island Emu, Dwarf Emu, Lesser Emu
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Känguru-Insel, Australien
Zeitpunkt des Aussterbens spätestens 1836

Entdeckt Anfang des 19. Jahrhunderts, anerkannt 1984

Der einst auf der sich im Süden Australiens befindlichen Känguru-Insel beheimatete Känguru-Insel-Emu ist, wie auch der ausgestorbene Schwarze Emu oder der Tasmanische Emu, nur von wenigen historischen Aufzeichnungen und Museumsexponaten bekannt, wie etwa Resten von Eiern oder Skeletten.

Erst 1984 haben Wissenschaftler den Känguru-Insel-Emu überhaupt als eigene Art anerkannt. Vorher ging man davon aus, dass es sich bei dieser Emu-Unterart um dieselbe Spezies handelt, die auch auf King Island lebt, den Schwarzen Emu. Alle früheren wissenschaftlichen Namen, die dem Känguru-Insel-Emu verliehen worden sind, basieren auf die Art des Schwarzen Emus auf King Island.

Der Ornithologe Shane. A. Parker konnte 1984 nachweisen, dass sich der Schwarze und der Känguru-Island-Emu sowohl in der geografischen Herkunft als auch in der Morphologie unterscheiden. Parker benannte den Emu der Känguru-Insel nach Nicolas Baudin, dem Anführer der französischen Expedition der australischen Küste (1800 bis 1804).

Känguru-Insel-Emu: Über die Lebensweise ist fast nichts bekannt

Der Känguru-Insel-Emu war noch kleiner als der Schwarze Emu. Beide sind verwandt mit dem heute noch existierenden Großen Emu vom Festland. Ihre Körperhöhe lässt sich auf die sogenannte Verzwergung zurückführen, die es Lebewesen ermöglicht, sich an das Leben auf einer Insel anzupassen.

Das Wenige, was man über die Emus, die einst nur auf der Känguru-Insel endemisch waren, weiß, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Im Gegensatz zu den anderen ausgestorbenen Emus lebte der Känguru-Insel-Emu vermutlich in Gruppen, er besaß möglicherweise eine weiße Brust und lebte vorwiegend in Wäldern.

Widersprüchliche Ursachen für das Aussterben

Ausgestorben ist der Känguru-Insel-Emu wahrscheinlich zwischen 1822 und 1936. Der französische Forschungsreisende Nicolas Baudin brachte von der Baudin-Expedition zwei Exemplare dieser Emu-Art nach Paris, von denen das letzte Tier 1822 verstarb.

Es liegt nahe, dKänguru-Insel-Emuass der Känguru-Insel-Emu auf die gleiche Weise wie sein naher Verwandter, der Schwarze Emu ausgestorben ist. Diese Ansicht untermauert auch die IUCN, denn dort steht geschrieben: „Die Art wurde offenbar systematisch von einem Siedler bejagt.“ Dauerhafte Siedler ließen sich in größerer Zahl übrigens erst 1836 auf der Känguru-Insel nieder.

Die IUCN sieht jedoch nicht nur die Bejagung durch einen einzigen Siedler als Aussterbeursache an. Sie stellt klar, dass der Niedergang der Art auch mit Brandrodungen und Veränderungen des Lebensraums der Laufvögel einhergegangen sein könnte.

Das Department of the Environment and Energy der australischen Regierung beruft sich auf Quellen, die besagen, vor allem Brandrodungen zur Urbarmachung des Landes und zur Schaffung von Weideland seien die Ursache für das Aussterben der Vogelart. Die Bejagung der Emus durch frühe Siedler und Seehundjäger wird bestätigt, aber nicht als Hauptursache angesehen.