Gelbe Gallwespenschleiche

gelbe gallwespenschleiche
Foto eines Exemplars der Gelben Gallwespenschleiche im Natural History Museum in London. Es wurde vermutlich im 19. Jahrhundert gesammelt.
Gelbe Gallwespenschleiche – Steckbrief
lateinischer Name Celestus occidus
englische Namen Jamaican Giant Galliwasp, Sinking Galliwasp
ursprüngliches Verbreitungsgebiet Jamaika
Zeitpunkt des Aussterbens frühestens 1851

Gelbe Gallwespenschleiche – Ausgestorben oder vom Aussterben bedroht?

Die Gelbe Gallwespenschleiche war eine nur auf der Insel Jamaika endemische Echsenart, die eine Körperlänge von rund 30 Zentimetern erreichte. Ihre Farbe wurde als Hellbraun mit dunkleren Absetzungen beschrieben. Es heißt, dass die Echse diese Farben durch ein Gelb erweitern konnte, was wiederum ihren Namen erklärt.

Zuletzt gesichtet wurde das Reptil 1851 in den Hellshire Hills auf Jamaika, weshalb man davon ausgeht, dass die Echsenart ausgestorben ist. Dennoch listet die IUCN die Gelbe Gallwespenschleiche als „vom Aussterben bedroht“.

Aber da die Sumpfgebiete im Bereich des Black River auf Jamaika schwer zugänglich sind, bestehe Hoffnung, dass die Gelbe Gallwespenschleiche bis heute überleben konnte, wenn auch nur in einer sehr kleinen Population.

Es wird angenommen, dass eine Restpopulation dieser Art vermutlich aus weniger als 50 Individuen bestehen und in nur einem sehr kleinen Gebiet vorkommen würde. Weiterhin sei die Echse auch heute durch eingeführte Mungos und eine Verschlechterung des Lebensraums bedroht.

Auf Jamaika eingeschleppte Fremdlinge führen zum Aussterben heimischer Tierarten

Seit der Entdeckung Jamaikas 1492 haben Menschen – sowohl absichtlich als auch unabsichtlich – fremde Tiere auf die Insel eingeführt. So auch den Indischen Mungo, der laut eines WWF-Artikels aus dem Jahre 1984 zur Ausrottung der Gelben Gallwespenschleiche beigetragen haben soll.

Eigentlich sollte die Aussiedlung des Indischen Mungos 1872 die Rattenplage eindämmen. Der Grund: Die zuvor unabsichtlich dort eingeführten Nager richteten große Schäden auf den Zuckerrohrplantagen an.

Einen positiven Einfluss auf die Rattenplage hatten die kleinen Raubtiere aber nicht, vielmehr führten die Mungos zum Aussterben endemischer Tierarten. Zu denen gehörten neben der Gelben Gallwespenschleiche auch die Schwarze Schlanknatter.

Die auf Jamaika eingeführten Katzen, Ratten, Mungos und Hunde rotteten vermutlich auch mindestens fünf endemische Vogelarten und ein Landsäugetier, die Jamaika-Reisratte, aus.