Schwarzer Emu

schwarzer emu Dromaius ater
Illustration (1834) des Schwarzen Emus aus dem Naturhistorischen Museum in Paris.
Schwarzer Emu – Steckbrief
lateinische Namen Dromaius ater, Dromaius novaehollandiae minor, Dromaius minor, Dromaius novaehollandiae ater
englische Namen King Island Emu, Dwarf Emu, Lesser Emu
ursprüngliches Verbreitungsgebiet King Island, Australien
Zeitpunkt des Aussterbens 1822

Schwarzer Emu – kaum entdeckt, schon ausgestorben

Schwarzer Emu: nur einer von vielen Laufvögeln des australischen Kontinents, der bereits ausgestorben sind. Erst während der französischen Baudin-Expedition zur Erkundung der Küste Australiens, welche im Oktober 1800 startete, wurde der Schwarze Emu 1802 als neue Vogelart identifiziert. Kurz nach ihrer Entdeckung waren die Schwarzen Emus auf King Island ausgerottet; von zwei Tieren, die 1804 in den Pariser Zoo gelangten, starb das letzte 1822.

Das, was man heute über Schwarze Emus weiß, lässt sich Gesprächen entnehmen, die François Péron auf der Baudin-Expedition mit auf King Island lebenden Seglern geführt hat; so auch die möglichen Gründe für das rasche Aussterben der Art. Aus Pérons Aufzeichnungen geht hervor, dass Hunde darauf abgerichtet wurden, den Schwarzen Emu zu jagen. Zudem erwähnt Péron zahlreiche Kochrezepte und einer der Segler gibt an, selbst mindestens 300 Emus getötet zu haben.

Schwarzer, Tasmanischer oder Känguru-Insel-Emu?

Zunächst war die Verwandtschaft der bereits ausgestorbenen Emu-Arten – Tasmanischer Emu, Schwarzer Emu und Känguru-Insel-Emu – unklar, weshalb es bisweilen Doppelbezeichnungen und Verwechslungen bei der Abgrenzung der Tiere gab. Eine australische Studie aus dem Jahr 2011 zeigt: Der Schwarze, der Tasmanische und der Känguru-Insel-Emu sind eng mit dem Großen Emu verwandt, der als einziger Überlebender der Emu-Art gilt.

Die ausgestorbenen Emu-Arten sind viel kleiner als ihr naher Verwandter und heute noch existierender Großer Emu. Zurückzuführen ist diese Eigenschaft wahrscheinlich auf Verzwergung, ein evolutionäres Phänomen, bei dem sich Arten durch Miniaturisierung an Umweltbedingungen anpassen.

Nach dem Afrikanischen Strauß ist der Große Emu der zweitgrößte, existierende Laufvogel. Mit dem Strauß ist der Emu übrigens trotz optischer Ähnlichkeit nicht verwandt, denn ihr Aussehen resultiert aus einer ähnlichen Entwicklungsgeschichte.

Viel bekannt ist über das Verhalten des Schwarzen Emus nicht

Schwarze Emus zählten zu den kleinsten Emus und konnten eine Körperhöhe von 140 Zentimetern erreichen. Im Vergleich dazu: Große Emus können zwischen 150 und 190 Zentimeter groß werden. Durchschnittlich wog ein Schwarzer Emu 23 Kilogramm und möglicherweise waren die weiblichen Tiere größer als die männlichen. Den Namen verdankt die Tierart übrigens dem im Vergleich zum Festland-Emu dunkleren Federkleid.

Berichte über das Verhalten dieser Emu-Art gibt es nur wenige. Gesichtet wurden Schwarze Emus entlang der Küstenlinie, in Buchten oder in der Nähe von Lagunen, wo sie auch ihre Nester errichteten. Sie waren meist allein unterwegs, mit Ausnahme der Paarungszeit, und ernährten sich von Früchten, Beeren, Knospen, Samen, Gras und angespülten Algen.